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Aktuelles

32. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Bremen

Kirchentag aktuell - Impressionen und Berichte vom 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Bremen

Einstimmung auf den 2. Ökumenischen Kirchentag in München 2010

Mit einem festlichen Gottesdienst ging am 24. Mai in der Hansestadt Bremen unter Beteiligung von Zehntausenden Besuchern auf der Bürgerweide am Messegelände der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag nach fünf bewegten Tagen an der Weser zu Ende. In zwei Jahren wird es ein Wiedersehen an der Elbe in Dresden geben.
Die Predigt hielt der italienische Theologe aus Rom, Professor Daniele Garrone, und das Wort des Kirchentages richtete Kirchentagspräsidentin Professorin Karin von Welck aus Hamburg an die versammelte Kirchentagsgemeinde.
Musikalisch wurde der Abendmahlsgottesdienst durch Bläserchöre und dem Gospelchor Joyfull Voices mit dem Symphonic Gospel Orchester aus Wildeshausen gestaltet. Der Abschlussgottesdienst wurde im ERSTEN von der ARD ab 10:00 Uhr live übertragen. Zuvor gab es noch ab 9:00 Uhr eine musikalische Einstimmung für die ankommenden Gottesdienstbesucher.

Bild: Landesbischof Bohl und Katrin Göring-Eckardt auf der Bühne
Landesbischof Jochen Bohl (l.) und die neu gewählte Präsidentin des Kirchentags, Katrin Göring-Eckhardt, laden nach Dresden ein

Zum Ende des Gottesdienstes wurde nach München und Bremen eingeladen. Landesbischof Jochen Bohl sagte: „Von Bremen nach München, von Norden in den Süden - Kirche unterwegs. Auch der Evangelische Kirchentag wandert, von Bremen nach Dresden, von West nach Ost. Mensch, wo wirst du sein?
In zwei Jahren hoffentlich in Dresden – wir in Sachsen freuen uns auf viele erwartungsfrohe Gäste. Willkommen zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden – so Gott will und wir leben.“
Anschließend wurden jeweils Einladungskarten nach München und Dresden unter den Gottesdienstbesuchern verteilt, die von den Regionalbüros als nette Werbeidee entwickelt wurden.

Allerdings steht erst einmal im nächsten Jahr das christliche Großereignis in München im Vordergrund. Der Bremer Kirchentag war noch nicht zu Ende, da waren die Vorbereitungen für den 2. Ökumenischen Kirchentag (2.ÖKT) vom 12. bis 16. Mai 2010 in München in vollem Gange. So gab es einen Stand der gastgebenden Kirchen für den 2. ÖKT. In München werden weit über 100.000 Menschen aus ganz Deutschland und aus aller Welt erwartet. Unter dem Leitwort „Damit ihr Hoffnung habt“ wollen sie gemeinsam ihr Christsein und ihre Verantwortung für Gesellschaft, Kirche und Welt bedenken, Perspektiven der Hoffnung suchen und für ökumenische Gemeinschaft unter allen christlichen Konfessionen eintreten.

Erstmals hatte der Kirchentag zu einem Konfirmanden-Tag eingeladen

Bild: Bühnenprogramm im großen Konfi-Zelt am Konfirmandentag

- L I V E B E R I C H T E
Premiere beim Kirchentag: Erstmals gestaltete der Kirchentag am Sonnabend ein eigenes Tagesprogramm für Konfirmanden in der Nähe des Jugendzentrums in der Überseestadt. Die Organisatoren zeigten sich überrascht und überwältigt von der Flut von Anmeldungen: Mit 3.000 jungen Leuten war die Veranstaltung und damit das Veranstaltungszelt Ü4 am Vormittag ausgefüllt.
Die angehenden Konfirmanden erwartete ein maßgeschneidertes Programm mit Akrobatik und einem Glaubensbarometer, dazu ein Treffen mit Jugendlichen aus Peru und zum Ende ein offenes Singen mit Eddy Hüneke von den Wise Guys. Auch freie Zeit war für einen Streifzug durch die Hallen, Zelte und über die Schiffe eingeplant.

Bild: 3.000 Konfis im Zelt
Offenbar doch noch ein Papphocker frei

„Nach 3.000 Anmeldungen mussten wir die Teilnehmerliste schließen, weil das Veranstaltungszelt sonst nicht ausgereicht hätte“, erklärte Inken Christiansen, die das Programm moderierte und zu Beginn alle 13- bis 14-Jährigen nach ihrer Herkunft ansprach. So standen die Braunschweiger auf, die extra mit einem Sonderzug angereist waren, die aus der hannoverschen Landeskirche, aus Nordelbien, Westfalen und Lippe sowie über 200 Jugendliche aus Sachsen. Sie waren extra eingeladen worden, weil in zwei Jahren Kirchentag in Dresden ist. Außerdem wurden fünf Konfirmanden aus der Moskauer Emmausgemeinde begrüßt.
Ziel des Konfirmandentages unter dem Motto „Hier bin ich!“ ist es, die jungen Teilnehmer für den Kirchentag und die kirchliche Arbeit zu begeistern. „Die Jugendlichen sollen spüren: So ist Kirche auch!“, so Inken Christiansen aus Lübeck.

Bild: Bläser aus Sachsen geben nebenher ein kleines Platzkonzert
Bläser aus Leipzig

Während des Tages wurde seitens der Kirchentagsleitung bereits Resümee gezogen und darauf hingewiesen, dass die engagierte Themendiskussion um Welthandel und Finanzkrise eine besondere Aufmerksamkeit erfuhr. Hier stellte die Kirchentagspräsidentin Karin von Welck eine große Bereitschaft zur persönlichen Mitgestaltung fest. Darüber hinaus wurde dem christlich-jüdisch-muslimischen Trialog erstmals in dieser Form Raum gegeben sowie in zahlreichen Veranstaltungen die Bildungsgerechtigkeit zur Sprache gebracht. Für die Generalsekretärin Ellen Ueberschär war nicht nur Kirchentag in Bremen, sondern „Bremen war Kirchentag“. Er sei kein kämpferischer Kirchentag mit klaren Fronten gewesen, allerdings mit einer hohen Bereitschaft – auch bei jungen Menschen – sich der komplexen Zusammenhänge bewusst zu machen und sich aktiv einzubringen. 60 Jahre Kirchentag bedeutete immer die Freiheit verantwortlich mitzugestalten.

Bild: Hansekogge liegt am Ufer der Weser

Das Programm ging ansonsten munter weiter mit einem Biker-Gottesdienst am Nachmittag auf der Bürgerweide, mit einer Veranstaltung zu „60 Jahren Grundgesetz, 20 Jahre Wende“ im Zentrum Älterwerden, verschiedenen anderen Podien sowie mit abendlichen Gottesdiensten, Andachten und Konzerten auf Bühnen und in Kirchen. So gab es am Abend eine Nacht der Lieder mit Konzerten unter freiem Himmel sowie Gebeten zur Nacht.
Zuvor hatte das sonnig-warme Bremen noch Hunderte Bummler an die Weser gelockt, wo die Restaurants, Biergärten und Cafés voll besetzt waren. Der am Weserkai festgemachte Kogge-Nachbau wies mit einem kleineren blauen Segel auf die Reformierte Kirche hin. Am Abend versammelten sich Hunderte vor der Bühne auf dem Bahnhofsvorplatz zum Mitsingkonzert von Händels „Messias“ mit den Bremer Philharmonikern.

Wise-Guys-Konzert als Publikumsmagnet – Guter Besuch in den Zentren

Bild: Abendliche Bühne vor dem Hauptbahnhof
Auch vor anderen Bühnen (hier vor dem Hauptbahnhof) war die Stimmung groß und der Platz ausgefüllt

- L I V E B E R I C H T E
Als absoluter „Renner“ erfüllte die Pop-Gruppe „Wise Guys“ mit einem stimmungsvoll-mitreißenden Auftritt alle Erwartungen: Ihr Konzert lockte am Donnerstagabend mehr als 60.000 Besucher jeden Alters auf die Bürgerweide – das Gespräch mit Helmut Schmidt verfolgten parallel dazu 6.500 Teilnehmer. Die Kapazitätsgrenzen der Hallen waren am Donnerstag außerdem unter anderem bei der Veranstaltung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (8.500 Besucher) erreicht. Zu Außenminister Frank-Walter Steinmeier wollten 2.350 Gäste, die Rückschau auf 60 Jahre Kirchentag verfolgten 2.750 Interessierte.

Bild: "Schuppen eins" mit dem Markt
Evangelischer Entwicklungsdienst

Zu den Bibelarbeiten strömten am Freitagmorgen fast 26.500 Teilnehmer, davon allein 8.500 zu Bischöfin Margot Käßmann (AWD-Dome) und 3.000 zu Jörg Zink (Überseestadt). „Besonders viel Freude machen uns die Zentren“, merkte Kirchentagspräsidentin Karin von Welck an und hob „die unglaublich engagierten jungen Leute“ im Jugendzentrum ebenso hervor wie das Zentrum und – in Kombination mit dem „Bremer Kunstfrühling“ – die besondere Stimmung in der Halle der Kirchenmusik.
Rund 300 Gruppen und Organisationen suchen auf dem Markt der Möglichkeiten in der Überseestadt (Schuppen eins) nach Chancen für die Welt und präsentieren Waren und Ideen.

Im Forum Welthandel duftet es nach frisch gekochtem, fair gehandeltem Milchkaffee. Das deutsche Institut für Ärztliche Mission lädt zu einen zu einem Würfelspiel ein, mit dem es für verfolgte Christen einsetzt, schockt mit einem düsterem Käfig, indem eine lebensgroße Menschenfigur sitzt.
Migration, Überwindung von Gewalt, Ökologie und Tierschutz sind weitere Themen, die thematisiert werden. Das Interesse ist riesig und nur langsam kommen die Besucher voran. In Massen schieben sie sich durch die engen Gassen zwischen den Marktständen.
Bei der Verteilung der Standplätze wurde bewusst darauf geachtet, Marktteilnehmer mit gegensätzlichen Ansätzen zusammenzubringen. So grenzt der Stand des „Jerusalem-Vereins“ an den „Deutsch-Palästinensischen Frauenverein“, die Bundeswehrseelsorge ist der Nachbar vom kritischen Soldatenbund. „Darmstädter Signal“.

Bild: Helfer mit Hinweisschild zur Straßenbahn

Der Deutsche Evangelische Kirchentag als großer Markt der Möglichkeiten, als Ideengeber, Themen- und Diskussionsforum sowie als musikalische Bühne für 100.000 Besucher wirft auch logistische Fragen auf, die besonders von der Dresdner Delegation unter Leitung von Bürgermeister Hartmut Vorjohann, Beigeordneter für Finanzen und Liegenschaften, in den Blick genommen werden. Ebenso wie Jörn Verleger als Projektkoordinator des DEKT 2011 der Stadt Dresden, haben verschiedene Behördenvertreter in diesen Tagen Gespräche mit den Bremer Kollegen geführt. Bürgermeister Vorjohann äußerte sich im Dresdner Pavillon optimistisch: „Wir sind gut gerüstet, wir haben Brücken, gute Verbindungen und stützen uns mit den Partnern auf eine gute Zusammenarbeit. Der Kirchentag ist in Dresden herzlich willkommen“, sagte Vorjohann.

Bild: Delegation aus Sachsen/Dresden im Pavillon
Dresdner Bürgermeister Vorjohann (l.) und Synodalpräsident Guse (r.) zeigen optimistisch auf 2011

Zuvor freute sich auch der sächsische Synodalpräsident Otto Guse über die Chance des Kirchentags in zwei Jahren für Dresden, für Sachsen und vor allem für die sächsische Landeskirche. Allerdings sei nach der anfänglichen unbeschwerten Freude mit seinem jetzigen Besuch Respekt gefolgt, was alles zu bedenken sei. Er hoffe aber auch, dass die Sachsen es schaffen werden und sich vor allem als gute Gastgeber und Mitgestalter erweisen. Am Treffen von kirchlichen und städtischen Vertretern kam auch Landesbischof Jochen Bohl mit dazu. Als Vertreter der Evangelischen Kirche in Dresden nahm Superintendent Albrecht Nollau (Dresden Nord) teil.

Bild: Bürgermeister Vorjohann (l.) und Manja Erler (r.) im Gespräch
Hartmut Vorjohann und Manja Erler

Als Projektverantwortliche für die Vorbereitung des Kirchentags in der sächsischen Landeskirche begrüßte die Leiterin des Dresdner Regionalbüros Manja Erler die Delegation sowie die Gäste im Dresdner Pavillon. Sie berichtete davon, dass der Pavillon aufgrund seiner Lage immer gut besucht und das Informationsmaterial von Stadt und Landeskirche nachgefragt sei.

Sächsische Gastgruppen des Kirchentags wurden um kleinere Beiträge gebeten. Jeden Tag finden Veranstaltungen in und vor dem Pavillon statt. So gaben beispielsweise ein Annaberger Chor sowie der Gospelchor der Leipziger Thomaskirche kleinere Konzerte.

Bild: Christian Führer im Gespräch
Pfarrer Führer spricht über die Rolle der Kirche

In der benachbarten EKD-Medienhalle findet ein Bühnenprogramm mit Gesprächen auf dem roten Sofa mit hochkarätigen Gästen statt. Am Freitagnachmittag war auch der frühere Leipziger Nikolaikirchenpfarrer Christian Führer zu Gast, der vor einem großen Publikum an die Rolle der Kirche bei der friedlichen Revolution erinnerte. So seien die Friedensgebete seit 1982 ein Ort, wo sich Menschen versammeln konnten und ihre Anliegen Resonanz fanden. Auch in Bezug auf die Gegenwart sagte Führer: „Die Rolle der Kirche sei, Menschen Raum zu geben und zu Wort kommen zu lassen.“ Nach der friedlichen Revolution gab es aufgrund sozialer Konflikte, Kriege und auch der Entführung zweier Sachsen im Irak immer wieder aktuelle Themen für die wöchentlichen Friedensgebete am Montag. Führers Resümee: „Der 9. Oktober müsse gegen das Vergessen in die Köpfe und die Schulbücher hinein.“

Landesbischof Bohl: Religion ist das, was alle Menschen etwas angeht

Bild:Konzert auf der Bürgerwiese

Nach dem Abend der Begegnung startete der 32. Deutsche Evangelische Kirchentag in Bremen am Himmelfahrtstag so richtig durch. Auf dem Messegelände sowie an verschiedenen Orten der Stadt begann der 21. Mai mit über 30 Bibelarbeiten. So legte auch Landesbischof Jochen Bohl zum Sündenfall im Paradies den alttestamentlichen Text im 1. Mose-Buch (Kapitel 3) auf dem Gelände des Güterbahnhofs in der Gleishalle vor Hunderten von Zuhörern aus. Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger aus Dresden begleitete mehrere Lieder auf dem Klavier. Für den Landesbischof sei diese biblische Erzählung vom Paradies eine „große Geschichte mit Tiefgang“. Hier ginge es um die grundsätzliche Frage, wie das Böse in die Welt komme.

Bild: Landesbischof Bohl und Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger
Landeskirchenmusikdirektor Leidenberger (l.) und Landesbischof Bohl

Dabei sei es immer ein reizvolles Angebot, das Gute vom Bösen unterscheiden zu können. Wissen und Genuss seien Bestandteile aller Versuchungen, so Bohl. Er reflektierte, dass es auch positive Versuchungen und Verführungen geben könne. Immerhin beginne die Suche eines Lebenspartners nicht anders. Auf der anderen Seite erwähnte und kritisierte er in der heutigen Gesellschaft eine „Verführungsindustrie“, deren Opfer sich dann beispielsweise bei den Diakonie-Beratungsstellen wieder fänden. Bohl ging u.a. der Frage nach, ob nicht Gott die Menschen überfordere, wenn er sie in den Raum der Freiheit stelle? Gott aber zeige, wie in der weiteren Geschichte, „bewahrende Grenzen“ auf, die aber als Herausforderung immer wieder überschritten würden.

Bild: Standbild Stadtmusikanten in Bremen
Die vier Musketiere? Or not?

Dabei sei es immer ein reizvolles Angebot, das Gute vom Bösen unterscheiden zu können. Wissen und Genuss seien Bestandteile aller Versuchungen, so Bohl. Er reflektierte, dass es auch positive Versuchungen und Verführungen geben könne. Immerhin beginne die Suche eines Lebenspartners nicht anders. Auf der anderen Seite erwähnte und kritisierte er in der heutigen Gesellschaft eine „Verführungsindustrie“, deren Opfer sich dann beispielsweise bei den Diakonie-Beratungsstellen wieder fänden. Bohl ging u.a. der Frage nach, ob nicht Gott die Menschen überfordere, wenn er sie in den Raum der Freiheit stelle? Gott aber zeige, wie in der weiteren Geschichte, „bewahrende Grenzen“ auf, die aber als Herausforderung immer wieder überschritten würden.

Bild: Pavillon der Dresdner Einladung am Bürgerfeld
Dresdner Pavillon der Information für DEKT 2011

So werden nach den heutigen Möglichkeiten viele Dinge „einfach so gemacht“, aber keiner übernehme dann die Verantwortung dafür. „Mensch, wo bist du?“ Diese Fragestellung binde am Kürzesten die Freiheit und Verantwortung zusammen, ohne die es nach seiner Ansicht nicht ginge. Die „Sünde“ werde im Text nicht angesprochen, bliebe dennoch aufgrund der immer wieder kehrenden Geschichten um Ungehorsam, beispielsweise im Turmbau zu Babel, Thema. Was gibt dann aber dem Christenmenschen Hoffnung? Der Landesbischof verweist darauf, dass Gott die Menschen nicht einfach fallen lässt und er sich aufgrund seines „Erhaltungswillens“ auf neue Situationen einstelle. Für Christen sei es die Hoffnung auf die Rechtfertigung durch Christus, die zur Erlösung werde. Immerhin seien „wir nicht nur Sünder, sondern auch Gerechte vor Gott“, so Bohl.

Bild: DEKT Fahnen im Wind

In einem anschließenden Podiumsgespräch zum Thema Religionsunterricht auf dem Messegelände bekräftigte Landesbischof Bohl die besondere Stellung des Religionsunterrichtes an öffentlichen Schulen. Nach seiner Ansicht kann er in die „Tiefendimensionen des Leben“ einführen. Religion sei das, was alle Menschen unbedingt angeht. Der Religionsunterricht müsse deshalb Teil des allgemeinen Bildungsauftrages bleiben.
Zuvor hatte sich der Staatsminister im Kanzleramt, Hermann Gröhe (CDU), ebenfalls für eine Stärkung des Religionsunterrichtes an öffentlichen Schulen ausgesprochen. Er bezeichnete ihn beim Podium als „geistige Wurzelpflege“. Gerade die multireligiöse Gesellschaft fordere eine Kenntnis der eigenen Traditionen und nicht die „neutrale Distanz einer allgemeinen ethischen Betrachtung“.

Bild: Im inneren Pavillon
Probesitzen am Elbeufer

Ebenfalls auf dem Messegelände an der Bürgerweidee und somit an zentraler Stelle präsentiert sich der sächsische Pavillon mit der Werbung um den nächsten Evangelischen Kirchentag in Dresden 2011. Von 10:00 bis 22:00 Uhr nimmt ein Team der Landeshauptstadt und des sächsischen Kongress und Kirchentags bereits Anfragen entgegen. Mit Einladungskarten, Informationen über die Landeskirche und die Elbemetropole wird Lust auf ein Wiedersehen vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden gemacht. Auf dem Sofa vor der Dresdner Stadtkulisse findet schon mal Probesitzen am Elbeufer statt, obwohl in diesen Tagen noch die Musik am Weserufer spielt.
Der Pavillon steht auch als Treffpunkt und Austausch der Dresdner Delegationen, darunter auch Vertreter von Behörden und den Dresdner Verkehrsbetrieben, zur Verfügung.

Bild: Arbeiten am Frauenkirchenstand
Intensiives Gestalten der Kerzen

Auf dem benachbarten Markt der Möglichkeiten zeigen sich die Dresdner Kreuzkirche und die Frauenkirche mit ihrem geistlichen Leben und dem jeweiligen Profil. So haben am Stand der Frauenkirche die Besucher die Möglichkeit, ein Nagelkreuz zu binden oder eine Versöhnungskerze zu gestalten. Die Resonanz sei sehr groß, so die Betreuer des Standes. Darüber hinaus kann sich der fotografierte Besucher per Bildmontage vor die Frauenkirche stellen lassen und das entstandene Bild gleich per E-Mail versenden. Insgesamt bietet der Markt der Möglichkeiten eine Leistungsschau von unterschiedlichen evangelischen oder ökumenischen Initiativen und Einrichtungen. Unter anderen ist die Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands genau so vertreten wie die Lutherrose tragenden Pfadfinder nebenan.

Bild: Stand des Bibelgartens
Begegnungen, die berühren: Via Sacra

100.000 Dauerteilnehmer am Kirchentag, gar 250.000 beim zurückliegenden Abend der Begegnung, 718 Gruppen beim Markt der Möglichkeiten, 4.379 Bläser und 2.235 Chorsänger, aber auch 330.000 Brötchen für Teilnehmer und die mehr als 42.000 Mitarbeiter sowie 40.000 Papphocker bei insgesamt mehr als 3.100 Veranstaltungen sind derzeitige Bilanz. Unter den Gruppen beim Markt der Möglichkeiten im Hafengelände präsentiert sich auch die „via sacra“ vertreten durch den Bibelgarten im ostsächsischen Oberlichtenau. Unter dem Titel „Begegnungen, die berühren“ stellt sich die Region ohne Grenzen, durch Jahrhunderte und zur Besinnung mit zahlreichen Angeboten vor. Durch das Programm „Weltoffenes Sachsen“ sind Förderungen sowie Werbung in Schulen möglich geworden. Alleine der Bibelgarten in Oberlichtenau erhielt dadurch 60 Anfragen zu Projekttagen, wo sich Schulklassen mit der jüdisch-christlichen Kultur vertraut machen werden.

Bild: Programmcafe mit Band
zwischenFall in musischer Aktivität

Im benachbarten Jugendzentrum ist schon das traditionell auf Kirchentagen vertretene „Deutsch-balitische Programmcafé im Zentrum der Jugend vertreten. Bei abwechslungsreichem Bühnenprogramm ist das Café voll besetzt und bietet durch die Gruppe „zwischenFall“ aus Leipzig mit Chansons und Poesie eine Reflektion auf Glauben, Kirchentag und einfach nur Unterhaltung. „Wortmaker“ Tobias Petzoldt singt und spricht entsprechend deutlich, ohne den Rahmen zu sprengen. Immerhin stellen gleichzeitig ganz informativ Stände aus Estland, Lettland und Litauen vor und es gibt viel an Kuchen und anderen Spezialitäten zu entdecken. Zudem soll es an diesen Tagen eine Kaffeetütenmodenschau aus Leipzig geben.

Bild: Jugendliche tanzen
Jugendliche aus Neugersdorf by concert

Einige sächsische Gruppen sind bis dahin nicht vorgedrungen und feiern auf dem Bürgerweide erst einmal das Erlebte musikalisch ab. So hat die Gemeindepartnerschaft des ostsächsischen Neugersdorf in der langjährigen westlichen Partnergemeinde mit 25 Personen wieder Quartier gefunden. Die Jugend ist von Theater und Konzert sichtlich bewegt.

Der Kirchentag ist und bleibt jung: 40.5 Prozent  der Teilnehmenden haben ihren 30. Geburtstag noch nicht gefeiert. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber den Kirchentagen etwa vor 20 Jahren. „Insgesamt bildet der Kirchentag die demografische Entwicklung ab“, sagt Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des Kirchentags. „Die Teilnehmer werden älter – aber sie kommen trotzdem weiter.“ Der traditionelle hohe Frauenanteil liegt diesmal bei 59.3 Prozent, er bildet die Verhältnisse bei den Mitarbeitenden in den Kirchgemeinden im Land ab.

Weitere Informationen:

 

Bild: Zentrum Älterwerden auf der Bürgerweide

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