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Aktuelles

KUNSTDIENST der sächsischen Landeskirche präsentiert Ausstellung

Bilder und Texte aus der Friedensbibliothek des Antikriegsmuseum Berlin

Bild: Einladungsplakat zur Ausstellung

Bis zum 27. September sind in der Dresdner Kreuzkirche Bilder und Texte der Berliner Friedensbibliothek und des Antikriegsmuseums zu sehen. Die Ausstellung stellt Menschen vor, die sich zu verschiedenen Zeiten für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit eingesetzt haben. „SEINEN ORT FINDEN“, ein Zitat eines Gedichtes von Rose Ausländer, will die Besucher nachdenklich stimmen und betroffen machen. Die Ausstellung hat angesichts der Suche von Menschen nach ihrem Ort, nach ihrem Platz und ihrer Verantwortung für die Gesellschaft an Aktualität nichts verloren.

Stets gab es Stimmen, die den Krieg nicht als unausweichliches Schicksal hinnahmen, Menschen, die sich im Namen von Christentum, Humanismus und Aufklärung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einsetzten. Oft war ihr Wirken verbunden mit großen Entbehrungen und persönlichem Leid. Zumeist wurden diese Menschen verlacht und verspottet und sind heute zu unrecht vergessen.
Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken von sieben solcher Menschen, die ihren „Ort gefunden haben“, die gegen den Strom geschwommen, ihren eigenen Weg gegangen sind und die ihre Zivilcourage teilweise mit dem Leben bezahlen mussten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Porträts von Frauen und Männern, die sich zu verschiedenen Zeiten und auf unterschiedliche Weise für den Frieden und die Menschlichkeit engagierten. Weit über 100 Schwarz-Weiß-Fotografien führen den Betrachter in die Zeit nach dem 1. und vor den 2. Weltkrieg, machen ihn bekannt mit diesen Menschen, den Orten, an denen sie lebten, den Beweggründen für ihr Tun, ihren Familien und Weggefährten. Die Bilder und Texte stellen Persönlichkeiten vor, die vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus einen eigenen, schwierigen und gefährlichen Weg gingen und das taten, was sie für richtig hielten.

Dargestellt wird unter anderem das Leben und Wirken des Kriegsgegners Hans Paasche, dessen Gedanken und Aussagen von vor 85 Jahren von erschreckender Aktualität sind und unter der Überschrift stehen: „Aber sie töten den Geist nicht“.
Vorgestellt wird auch die Gründerin des 1. deutschen Montessori Vereins, Clara Grunwald, die wie Paasche ein Opfer der Nazi-Diktatur wurde.
Daneben erzählt die Ausstellung von dem Fotografen Josef Sudek, dem Bildhauer Jan Bemasiewicz, von Kurt Kretschmann, der vom Kriegsgegner zum Gründer der Naturschutzbewegung in Deutschland wurde.
Und von den Helfern von Schloß La Hille, die in einer dramatischen, mehrere Jahre dauernden Rettungsaktion über 90 Kinder vor der Deportation und dem sicheren Tod bewahrten.

1982 wurde in Berlin (DDR) die 1. Antikriegsausstellung organisiert und 1984 das Antikriegsmuseum wieder ins Leben gerufen, das 1923 von Ernst Friedrich gegründet und von den Nazis zerstört wurde.(14.8.09)

(Die Ausstellung ist in der Dresdner Kreuzkirche vom 13. August bis 27. September täglich zwischen 10:00 und 18:00 Uhr zu sehen.)

Kunstdienst

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