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Aktuelles

26. Landessynode tagte vom 13.-16. November in Dresden

Vorstellung von landeskirchlichen Planungen für die Lutherdekade

Bild: Präsident liest in Grußworten
Der Präsident liest in Grußworten von früheren und jetzigen Mitgliedern der Landessynode

DRESDEN – Mit der Verabschiedung von Präsident Hans-Dieter Hofmann seitens der 26. Landessynode ging am 16. November die viertägige Herbsttagung in Dresden zu Ende. Der Präsident des Landeskirchenamtes geht auf eigenen Wunsch mit Wirkung vom 1. Dezember in den Ruhestand. Er war 20 Jahre Chef der obersten kirchlichen Verwaltung und verfolgte in seinen kirchlichen Funktionen 26 Jahre lang die Tagungen der Landessynode. „Wir haben für einen langen Dienst in der Landeskirche sehr zu danken“, sagte Synodalpräsident Otto Guse. Das Verhältnis zwischen Amt und Synode beschrieb er als „manchmal mühsam, aber grundsätzlich korrekt“. Präsident Hofmann erlebte in seiner Zeit fünf Synodalpräsidenten und wünschte seinem Nachfolger die notwendige Unterstützung, damit er das „Amt gut fortführen kann“.

Die offizielle Verabschiedung des Präsidenten durch die Landeskirche erfolgt am 6. Dezember ebenfalls in der Dresdner Dreikönigskirche mit einem Gottesdienst (14:00 Uhr) und einem anschließenden Empfang der Kirchenleitung.
Der Haushalt 2010 wurde ohne größere Debatten beschlossen als auch das Kirchengesetz über die geplante Zusammenlegung der beiden Kirchenbezirke Bautzen und Kamenz zum 1. Januar 2010.
Der Blick auf das Gedenken 20 Jahre friedliche Revolution als auch Maueröffnung war für Landesbischof Jochen Bohl Anlass, einen stärkeren Bogen über 70 Jahre (1919 bis 1989) zu ziehen, wo in dem „kurzen Jahrhundert“ der Ideologien bis zur „protestantischen Revolution“ entscheidende Veränderungen eintraten, die sich auch auf die Gestalt der Kirche auswirkten. In der neuen Zeit erkennt Bohl in der Ökonomisierung und Kommerzialisierung des Lebens ebenfalls eine Form der Ideologisierung. In diesem Zusammenhang rechtfertigte er das Engagement der Kirchen für den Sonntagsschutz.

Bild: Blick in den Tagungssaal in den letzten Stunden der Herbsttagung

In seinem Bericht sprach der Landesbischof auch friedensethische Positionen an. Er wollte in seinem Bericht die Gelegenheit wahrnehmen, den Abzug der restlichen 12 in Deutschland stationierten Atomwaffen zu fordern: „Einen wie auch immer zu beschreibenden Grund für ihre fortgesetzte Stationierung sehe ich nicht“, sagte er. Diesem Hinweis folgte die Synode am Montag mit einer Forderung „Zur nuklearen Abrüstung“. In der mündlichen Aussprache zum Bericht äußerte der Landesbischof seine zunehmenden Bedenken gegenüber dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Die Synode griff auch dies in einem beschlossenen Antrag auf, wo sie die Kirchenleitung bittet, „mit den politisch Zuständigen das Gespräch über die Ziele des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr zu suchen“.

Der Kirchenleitungsbericht befasste sich thematisch mit den Planungen und Perspektiven in der Landeskirche für die  Lutherdekade bis zum Reformationsjubiläum im Jahre 2017. In einer eigenen und ergänzenden Erklärung unterstützt die Landessynode das Vorhaben, das Reformationsjubiläum zukunftsoffen, weltoffen und ökumenisch vorzubereiten und zu feiern. Sie bittet die Kirchgemeinden, sich mit den im Bericht gegebenen vielfältigen Hinweisen intensiv auseinander zu setzen. Die Synode begrüßt die Bereitschaft des Freistaates zur Mitarbeit und möchte zum Ende der Legislatur der 26. Landessynode die Lutherdekade als Themenschwerpunkt aufgreifen.

Neuer Präsident des Landeskirchenamts am14. November in Dresden gewählt

Bild: Dr. Johannes Kimme nach der Wahl
Dr. Johannes Kimme dankt für die Wahl

Als neuer Präsident des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens wurde Dr. Johannes Kimme (55), seit Jahresbeginn Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig (ehemals Regierungspräsidium), von den Mitgliedern der Landessynode im 2. Wahlgang mit Zweidrittelmehrheit gewählt. Von 75 abgegebenen Stimmen konnte Dr. Kimme 58 auf sich vereinen und setzte sich damit gegen den Leipziger Oberkirchenrat Thomas Schlichting durch. Als Dienstbeginn ist der 1. Januar nächsten Jahres im Gespräch. Der amtierende und langjährige Präsident Hans-Dieter Hofmann geht mit Wirkung zum 1. Dezember auf eigenen Wunsch in den Ruhestand. Hofmann war vor 20 Jahren ebenfalls auf einer Herbsttagung der Landessynode gewählt worden. Seine offizielle Verabschiedung durch die Kirchenleitung erfolgt am 6. Dezember.

Bild: Der neu gewählte muss viele Hände schütteln
Glückwünsche nach eindeutigem Ergebnis

Dr. Johannes Kimme trat nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses (12:45 Uhr) an das Rednerpult des Festsaals der Dreikönigskirche und bedankte sich für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er freue sich auf die neuen Aufgaben in der Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Landeskirchenamtes. Er wolle sich voll einbringen und hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Landessynode. Im Anschluss an das Grußwort des Synodalpräsidenten gab es eine lange Reihe der Gratulanten.
Der Präsident hat den Vorsitz im zehnköpfigen Kollegium des Landeskirchenamtes, die Dienstaufsicht über dessen Mitglieder und die Mitarbeiter des Landeskirchenamtes, der Regionalkirchenämter und über die mit Sonderaufgaben Beauftragten. Er ist Kraft Amt Mitglied der Kirchenleitung und Chef der sächsischen Kirchenverwaltung und vertritt die Landeskirche rechtlich nach außen.

Wahltag, 14. November

Sondersitzung mit Wahl des Präsidenten des Landeskirchenamtes

Bild: Blick ins Plenum der Synode

Die 26. Evangelisch-Lutherische Landessynode Sachsens wurde am Vormittag des 13. November in der Dresdner Dreikönigskirche (Haus der Kirche) nach einer gemeinsamen Andacht in der Dreikönigskirche von Synodalpräsident Otto Guse eröffnet. Die 80 Landessynodalen werden sich auf dieser viertägigen Herbsttagung in Dresden nicht nur auf Gesetzesvorlagen und verschiedene Berichte konzentrieren, sondern zusätzlich in einer Sondersitzung am 14. November die Wahl eines neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes durchführen. Das Wahlprocedere beginnt um 9:00 Uhr, wo mit Zweidrittelmehrheit gewählt wird. Wenn nötig, müssen jeweils drei Stunden zwischen weiteren Wahlgängen liegen.

Bild: Blick ins Plenum auf das Präsidium

Zur Wahl stellen sich Dr. Johannes Kimme (55), seit Jahresbeginn Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig (ehemals Regierungspräsidium), sowie Oberkirchenrat Thomas Schlichting (55), seit 2005 Leiter des Regionalkirchenamtes Leipzig. Am Abend zuvor wird es Gelegenheit geben, die zwei Kandidaten in ihrer Vorstellung, einer Podiumsdiskussion und einem Plenumsgespräch kennen zu lernen. An diesem Freitag standen bereits erste Beratungen der Gesetzesvorlagen auf dem Programm.
Bei den Gesetzesvorlagen geht es auf dieser Synodaltagung um die Rechnungslegung für das Haushaltjahr 2008 sowie um Beratung und Beschlussfassung des Haushaltplans 2010.

Der Haushaltentwurf mit einem Gesamtvolumen von gut 160 Millionen Euro beinhaltet zum ersten Mal wieder nach längerer Zeit ein geplantes Defizit von 3,43 Mio. Euro, das durch eine Entnahme aus der Ausgleichsrücklage ausgeglichen werden soll. Neben den momentanen Schwierigkeiten, die aus der Wirtschaftskrise, ihren Auswirkungen auf Kirchensteuereinnahmen und dem Rückgang des EKD-Finanzausgleichs resultieren, ist auch mittelfristig ein jährliches strukturelles Defizit von über 5 Mio. zu erwarten. Um nicht den Kirchgemeinden, Kirchenbezirken, Einrichtungen und Werken plötzliche und unzumutbare Belastungen aufzuerlegen, wird die Landeskirche bis zu einer geplanten Strukturanpassung das Verteilvolumen konstant halten und trotz angespannter Haushaltlage die Defizite auszugleichen versuchen.

Bild: Präsentation Finanzentwicklung

Eine andere Gesetzesvorlage hat den Zusammenschluss der benachbarten Kirchenbezirke Bautzen und Kamenz mit Wirkung vom 1. Januar 2010 zum Inhalt. Traditionell auf einer Herbsttagung sind die Berichte des Landesbischofs, der Kirchenleitung und des Landeskirchenamtes zu erwarten. Der Bericht des Landesbischofs wird kurz vor dem Vortrag ausgeteilt, während die Berichte der Kirchenleitung sowie der 92-seitige Bericht des Landeskirchenamtes den Synodalen schon im Vorfeld vorlagen. Der Kirchenleitungsbericht „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ befasst sich ausführlich vor dem Hintergrund der Lutherdekade mit Planungen, Perspektiven und Schwerpunktsetzungen innerhalb der sächsischen Landeskirche und dem Zusammenwirken im überregionalen Kontext.

Ebenfalls wird der Direktor des Leipziger Missionswerkes, Michael Hanfstängl, seinen Bericht vorlegen und ihn erläutern. Zu den Berichten, die in einer öffentlichen Plenarsitzung am Sonntag auf dem Programm stehen, sind jeweils Aussprachen vorgesehen. Am Vormittag (10:00 Uhr) nehmen die Synodalen an einem Gemeindegottesdienst in der Dreikönigskirche teil, indem Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer die Predigt halten wird.
Die Tagung der Landessynode endet voraussichtlich am Montagnachmittag (16. November).

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