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Aktuelles

Verabschiedung von Präsident Hans-Dieter Hofmann

Kollekte und Spenden zugunsten des Fördervereins Dresdner Kreuzchor

Bild: Verabschiedungsgottesdienst in der Dreikönigskirche

In einem Gottesdienst am 6. Dezember 2009 in der Dresdner Dreikönigskirche (14:00) wurde Hans-Dieter Hofmann aus dem Amt des Präsidenten des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamtes Sachsens verabschiedet. Zahlreiche Mitarbeiter, Weggefährten und weitere Vertreter aus Kirche und aus der Politik nahmen daran teil. Seinen Ruhestand trat Hofmann am 1. Dezember an. Landesbischof Jochen Bohl würdigte seine 20-jährige Amtszeit in dieser „beanspruchenden Leitungsverantwortung“, wo er die „Lasten bereitwillig getragen hatte“. Insbesondere bezog sich der Landesbischof auf die Zeit nach den Veränderungen von 1990, wo soviel gestaltet und neu begonnen worden sei, wie kaum zuvor in der Geschichte der Landeskirche:

Bei allen Anpassungen musste um eine gemeinschaftliche Willensbildung von unterschiedlichen Sichtweisen und Glaubensüberzeugungen gerungen sowie Konflikte gelöst werden. Da seien auch schmerzliche Erfahrungen gemacht worden. Wenn in diesen Tagen zuversichtlich nach vorne geschaut werden könne, so sei das auch ein Verdienst von Präsident Hofmann, sagte er. Das Amt musste mit Weisheit geführt werden, nicht nur mit Geduld. Gerade aber in den Tagen des Advents bedeute es im geistlichen Sinn geduldig zu bleiben. Der Landesbischof dankte allen im Landeskirchenamt, die dieses „geistliche Interesse juristisch profiliert haben“. „Hektik und Stress sei genau das Gegenteil von Advent“ und hätten seine öffentliche Gestalt als „bloße Hülle des Nutzendenkens“ verändert. Daher sei der Advent ein Wert, um den es sich zu streiten lohne, sagte Bohl weiter.

Bild: Verlesung und Überreichung der Urkunde

Bevor die Festgemeinde zu einem anschließenden Empfang der Kirchenleitung in den Festsaal im Haus der Kirche ging, überreichte Oberlandeskirchenrat Klaus Schurig dem bisherigen Präsidenten die Urkunde mit den Worten, dass durch sie nicht nur die Entlassung in den Ruhestand, sondern auch der Dank für getane Arbeit zum Ausdruck komme. Als Bindeglied zwischen dem Ausgang des Gottesdienstes und der beginnenden Grußstunde war die Kollektensammlung zugunsten für den Förderverein Dresdner Kreuzchor e.V. So manches Abschiedsgeschenk, so auch von den Mitarbeitern des Landeskirchenamtes, wurde durch die Gäste ergänzt durch eine von Hofmann erbetene Spende an den Förderverein. Mehrfach wurde in den Grußworten auf seine Zeit als Mitglied des Kreuzchores angesprochen, die Hofmann, wie er selbst sagte, „entscheidend geistlich prägte“.

Bild: Empfang im Festsaal

Zum Festgottesdienst und Empfang waren auch die Landesbischöfe i.R. Dr. Johannes Hempel und Volker Kreß, der zukünftige Präsident des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme, sowie der frühere sächsische Ministerpräsident Prof. Kurt Biedenkopf gekommen. Im Grußwort der sächsischen Staatsregierung überbrachte der Staatssekretär im Kultusministerium, Dr. Jürgen Staupe die Grüße von Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Staatsminister für Kultus und Sport, Dr. Roland Wöller.
Für Dr. Staupe sei die Fachkompetenz prägend gewesen und des Präsidenten „Unterschrift bürgte für Qualität einer gut funktionierenden Verwaltung“. Er sprach insbesondere das Zustandekommen des Staat-Kirche-Vertrages von 1994 an, der in den kirchlichen Arbeitsfeldern die Bedeutung der Aufgaben der Kirche deutlich mache. So begann mit dem Gestellungsvertrag zum Religionsunterricht eine „Erfolgsgeschichte bei der Wertevermittlung“.

Bild: EKD-Kirchenpräsident Dr. Hermann Barth
Präsident EKD-Kirchenamt Dr. Hermann Barth

Seitens der Evangelischen Kirche in Deutschland dankte der Präsident des Kirchenamtes, Dr. Hermann Barth (Hannover), dem bisherigen Präsidenten für seine langjährige Mitwirkung v.a. im EKD Finanzbeirat. Auch an die langjährige engagierte Gremien-Arbeit in der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands wurde durch den früheren Präsidenten der Generalsynode, Dirk Veldtrup (Hannover), zur Sprache gebracht. Für seine „hilfreiche und bereichernde Arbeit“ als stellvertretendes Mitglied der Generalsynode und Mitglied der Kirchenleitung wurde Hofmann herzlich gedankt. Veldtrup hob dessen genaue und z.T. kritische Analyse vieler Texte hervor.

Bild: Präsident i.R. Hofmann (l.), Nachfolger Dr. Kimme, Landesbischof (r.)
Dr. Kimme (m.), Nachfolger im Amt im Gespräch

Der frühere sächsische Justizminister und Mitglied des Landtages, Steffen Heitmann, erinnerte an den langen gemeinsamen Weg beginnend mit der speziellen kirchenjuristischen Ausbildung zur DDR-Zeit. Sie stellte bis 1981 ein Novum in der „abendländischen Ausbildung von Juristen parallel zur staatlichen Ausbildung“ dar, sagte er. Mit Erfolg, wie er meinte, denn aus ihr gingen in Sachsen 1990 ein Justizminister, ein Präsident sowie drei Oberkirchenräte hervor. Auch Heitmann würdigte den Evangelischen Kirchenvertrag, der der Kirche die „größtmögliche Entfaltungsmöglichkeit“ gab.

Superintendent Andreas Stempel als Sprecher der Superintendenten sprach die „Umwälzungen“ der vergangenen Jahre an, die trotz des gelegentlichen „Gegenübers“ auch zu neuen Verbindungen zwischen den Kirchgemeinden führten. Trotz kleiner werdender Gemeinden sei man „ein gutes Stück vorangekommen. „Der Strom der Erwachsentaufen reiße nicht ab“, so Stempel.

Bild: Zeichnung der Dresdner Kreuzkirche als Geschenk

Präsident i.R. Hofmann erinnerte in seinem persönlichen Wort noch einmal an den Herbst 1989, wo sich der gesellschaftliche Aufbruch ankündigte und er zur Wahl stand. Aus den eigenen Reihen gewählt zu werden, empfand er nicht als Bonus, sondern eher als Hypothek. Höhen und Tiefen zu erleben, sei auch das Amt des Präsidenten nicht verschont. Trotzdem habe er „reichlichen Grund dankbar zu sein im 25-jährigen Dienst im Landeskirchenamt“. Der scheidende Präsident dankte der Mitarbeiterschaft, auf die er vertrauen konnte. Obwohl der Präsident den äußeren Geschäftsgang leite, sei vieles ein Werk von anderen und verwies dankend auf die Mitarbeiter und die vertrauensvolle Zusammenarbeit im Kollegium. Er bestätigte als „eindrücklichstes Ereignis“ in seinem Amt neben der Weihe der Dresdner Frauenkirche ebenfalls die Erarbeitung und die Unterzeichnung des Evangelischen Kirchenvertrages.(6.12.09)

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