Navigation überspringen

Aktuelles

Einführung des neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes

Mitarbeiter sehen Wechsel mit Freude, Neugier, aber auch mit Gelassenheit

Bild: Einführungsgottesdienst mit Landesbischof (l.) und rechts daneben der Präsident

In der Dresdner Dreikönigskirche wurde am 16. Januar Dr. Johannes Kimme in einem Festgottesdienst in das Amt des Präsidenten des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens eingeführt. In der Reihe der leitenden Persönlichkeiten des Landeskirchenamtes seit Ende des Ersten Weltkriegs ist der 56-jährige Jurist der elfte Präsident. Landesbischof Jochen Bohl verwies in seiner Auslegung des Wochenspruchs und der dortigen Erwähnung von Gesetz und Gnade auf das traditionelle Zusammenwirken von Juristen und Theologen im Verständnis der Leitung der Kirche. Neben der Dimension der Gnade bedürfe es auch einer Beständigkeit im Recht und des Sinns für das Machbare. „Es liegt eine Spannung in dieser Welt“, die nicht aufzulösen sei, sagte er.

Bild: Während der Einführungshandlung vor dem Altar der Dreikönigskirche

Die Unterscheidung von der göttlichen Dimension und den Realitäten der Welt mit allem Ungenügen und der Verführbarkeit begründe die Zusammenarbeit beider Professionen, auch, wenn seitens der juristischen Vertretung „nicht allzu viele Sympathien zu gewinnen sind“. Letztlich müsse sich aber alles unter den Auftrag der Kirche stellen, das Evangelium zu predigen. Die Welt sehne sich nach Frieden. Die Kirche rufe zum Glauben und helfe den Schwachen. An diesem Auftrag messe sich alles und „die Regeln und Ordnungen dienen diesen Aufgaben“, so Bohl. Der neue Präsident übernehme nun das Amt in einer offenen Situation, wo es zukünftig um den missionarischen Auftrag der Kirche als einladende Gemeinschaft gehe. Für die Gemeindeglieder solle sie Heimat des Glaubens sein.

Bild: Franziska Kimme singt von der Orgelempore

Vor der Einführungsansprache des Landesbischofs wurden die Berufungsurkunde sowie der Lebenslauf verlesen. Nach der Einführung gedachte die Festgemeinde im Fürbittengebet der im Jemen verschleppten sächsischen Geiseln sowie der Erdbebenopfer im Karibikstaat Haiti. Die Frau des Präsidenten, Franziska Kimme, sang von J.S. Bach die Arie „Gott hat alles wohlgemacht“. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen Dozenten und Studenten der Hochschule für Kirchenmusik unter Leitung von KMD Prof. Dr. Dr. Christfried Brödel sowie Prof. Martin Strohhäcker (Orgel). Neben zahlreichen Mitarbeitern des Landeskirchenamtes nahmen am Gottesdienst auch Vertreter des Freistaates, der Stadt Dresden und der Kirchen teil. Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler hielt zu Beginn des anschließenden Empfangs das Grußwort.

Dr. Rößler überbrachte die Grüße der Landtagsabgeordneten sowie die vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanilaw Tillich und betonte zu Beginn die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem sächsischen Landtag und der Landeskirche.

Bild: Landtagspräsident Dr. Rößler (l.) im Gespräch mit Dr. Kimme

Die Konstituierung des Landtags und die ersten Sitzungsjahre in den Räumen der Dreikönigskirche bezeichnete er als „tiefe Symbolik“. Die hier 1992 verabschiedete Verfassung des Freistaates, solle weiterhin Quelle der Inspiration sein, die geistlichen Grundlagen der Verfassung mit Leben zu erfüllen.
Im Wechsel von Dr. Johannes Kimme von der Landesverwaltung zur Landeskirche sehe Landtagspräsident eine „Brücke“ und damit eine Grundlage guter Beziehungen. Er erhoffe sich weiterhin einen Dialog zwischen Kirche und Politik und wünschte Dr. Kimme „Energie, Augenmaß und Gottes Segen“.

Bild: Willommen seitens der Mitarbeitervertretung durch OKR Oehme

Weitere Grußworte wurden seitens der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschland (VELKD) überbracht. Oberkirchenrat Joachim Ochel (EKD) betonte die bisherige verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit des sächsischen Landeskirchenamtes mit dem EKD-Kirchenamt in Hannover und er äußerte die Hoffnung, dass in der Führung des Landeskirchenamtes durch Dr. Kimme, das Amt eine „hilfreiche und förderliche Stütze“ für missionarische Projekte und Bemühungen in der Landeskirche sei.
Seitens der sächsischen Superintendenten überbrachte Superintendent Andreas Stempel aus Meißen die Grüße. Das erste Konsistorium wurde 1545 in Meißen eingerichtet, bevor es als Oberkonsistorium 1580 nach Dresden kam.

Bild: Gratulation durch die Leiter der Regionalkirchenämter
Leiter der Regionalkirchenämter gratulieren

„Wir sehen den Wechsel mit Freude, Neugier, aber auch Gelassenheit entgegen“, sagte Oberkirchenrat Friedemann Oehme für die Mitarbeitervertretung. Er sprach den Wunsch aus, dass es einen konstruktiven Dialog, ein gutes Miteinander und eine motivierende Zusammenarbeit gebe.
Dr. Kimme verwies auf die nächste Mitarbeiterversammlung nächste Woche und dankte allen für das Gelingen dieses Tages. Er zeigte sich bewegt vom Einführungsgottesdienst und gehe jetzt „offenen Herzens“ an die Arbeit. Wenn man aufeinander zugehe, dann seien so manche unvermeidlichen Spannungsbögen auszuhalten, sagte er.

Zur Person von Dr. Johannes Kimme

Am 17. Dezember 1953 als Kind des Leipziger Pfarrers und Direktors des dortigen Evangelisch-Lutherischen Missionswerks, August Kimme, geboren, wurde Johannes Kimme nach seiner Facharbeiterlehre für Datenverarbeitung Programmierer im Leipziger VEB Energiekombinat West, bevor er 1975 in die Bundesrepublik übersiedelte.
Nach Erlangung der Hochschulreife in Mainz studierte er Rechtswissenschaften an der dortigen Johannes-Gutenberg Universität (1977-1982) mit der Spezialisierung auf Völker- und Europarecht. Nach der Ersten juristischen Staatsprüfung  schloss sich das dreijährige Referendariat in Mainz und Bonn an, das er mit der zweiten Staatsprüfung 1986 abschloss. Anschließend arbeitete Kimme als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz (1984-1988).

1987 promovierte er über die repräsentative Demokratie. Danach begann er als Richter am Verwaltungsgericht Wiesbaden. Dr. Kimme  wirkte im Jahre 1990 in Bonn an der Erstellung des Einigungsvertrags mit, bevor er im Dezember 1990 seinen Dienst in Sachsen als Präsident des Landesamtes zur Regelung offener Vermögensfragen begann und bis 2008 ausübte.
Dr. Johannes Kimme war zuletzt Vizepräsident der Landesdirektion Leipzig (ehemals Regierungspräsidium) und wurde am 14. November letzten Jahres als einer von zwei Kandidaten durch die Landessynode mit Zweidrittelmehrheit als Nachfolger von Präsident Hans-Dieter Hofmann gewählt.
Johannes Kimme ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Bild: Der Empfang war begleitet vom Chor der Hochschule für Kirchenmusik

Der Präsident hat den Vorsitz im zehnköpfigen Kollegium des Landeskirchenamtes, die Dienstaufsicht über dessen Mitglieder und die Mitarbeiter des Landeskirchenamtes, der Regionalkirchenämter und über die mit Sonderaufgaben Beauftragten. Er ist Kraft Amt Mitglied der Kirchenleitung und Chef der sächsischen Kirchenverwaltung und vertritt die Landeskirche rechtlich nach außen.(16.01.2010)

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps