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Aktuelles

Aktionsjahr für Demokratie – gegen Rechtsextremismus

„Nächstenliebe – Polizei – Gesellschaft. Wie viel Zivilcourage braucht die Gesellschaft?“ – eine zukunftsweisende Fragestellung

Bild: Ausschnitt des Titelblattes der Einladung mit dem Programm

DRESDEN / CHEMNITZ – Das mit einem Friedensgebet in der Colditzer St. Egidienkirche am 1. Februar letzten Jahres begonnene „Aktionsjahr für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ soll mit einem Fachtag und einem Gottesdienst mit Landesbischof Jochen Bohl in Chemnitz am 1. Februar 2010 beendet werden. Zahlreiche Veranstaltungen, Aufrufe und die Unterstützung von beispielhaften Projekten prägten die Aktion in der sächsischen Landeskirche. Insbesondere das Gedenken an die friedliche Revolution sowie die Landtags- und Bundestagswahlen im letzten Jahr gaben Impulse, bürgerliches Engagement gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit zu stärken. Die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen hatte zu Beginn der Aktion in einer Erklärung zur Beteiligung der Kirchgemeinden an der Aktion aufgerufen.

Zum Fachtag, der am Montag ganztägig im Chemnitzer Bonhoeffer-Kirchgemeinde-Zentrum (Markersdorfer Str. 79) stattfindet, wird auch der sächsische Polizeipräsident Bernd Merbitz erwartet. Die Tagung steht unter dem Motto „Nächstenliebe – Polizei – Gesellschaft. Wie viel Zivilcourage braucht die Gesellschaft?“ So geht es in Vorträgen, Arbeitsgruppen und einem gemeinsamen Gespräch um Möglichkeiten des zivilgesellschaftlichen Widerstandes, Strategien dagegen sowie um Erfahrungen mit rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt. Den Gottesdienst um 17:00 Uhr, wo der Landesbischof predigen wird, gestaltet ein Bläserquintett des Polizeiorchesters Sachsen musikalisch. Verantwortet wird dieser Fachtag von der Arbeitsgemeinschaft Kirche für Demokratie und gegen Rechtsextremismus in Zusammenarbeit mit einem erweiterten Vorbereitungskreis.

Bild: Gedenken mit Kerzen an der Frauenkirche

Der offizielle Abschluss des Aktionsjahres kann aus Sicht der Landeskirche noch kein Schlusspunkt einer Auseinandersetzung sein, die erneut wieder durch den von Neonazis angekündigten Aufmarsch während des Dresdner Gedenkens am 13. Februar entfacht wird. Christen sind zu Friedengebeten aufgerufen und eine Menschenkette soll in der Innenstadt ab Mittag ein deutliches Zeichen gegen den Missbrauch des Gedenkens an Krieg und Zerstörung setzen. Das stille Gedenken vor der Frauenkirche, zu der die Fördergesellschaft der Frauenkirche wieder einlädt, beginnt um 15:00 Uhr auf dem Neumarkt.
So gilt es weiterhin wachsam zu sein und das Engagement vor Ort zu unterstützen. Dazu diente auch im letzten Jahr die Verteilung der Broschüre „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Kirche in Sachsen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“. Sie beinhaltet Handlungsempfehlungen und praktische Hinweise für die Kirchgemeinden.

Bild: Vergabe des Preises für ein beispielhaftes Projekt

Die Aktion „Vielfalt entdecken – Gemeinsames gestalten“ hatte für Projekte für Menschenwürde und Toleranz auf dem Gebiet der Landeskirche geworben, wo es darum ging, kulturelle Vielfalt in den Kirchgemeinden und des kommunalen Umfelds zu entdecken und darzustellen. Die letzte Preisverleihung erfolgte am 10. Dezember in der Dresdner Dreikönigskirche. Auch diese landeskirchliche Initiative soll fortgeführt werden.
Noch vor dem 13. Februar und bewusst in zeitlicher und örtlicher Nähe wird sich am 12. Februar in Dresden (Haus an der Kreuzkirche) die „Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche gegen Rechtsextremismus – für Demokratie“ gründen. Mit der Gründung dieser deutschlandweiten Arbeitsgemeinschaft sollen Aktivitäten in der Auseinandersetzung mit dem Thema „Kirche und Rechtsextremismus“ gebündelt werden. Landesbischof Jochen Bohl, der auch seitens der Landeskirche im Vorfeld zur Gründung dieses Zusammenschlusses aufgerufen hatte, wird ein Grußwort halten.

Aktionen für Demokratie gegen Rechtsextremismus

Beginn des Aktionsjahres

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