Navigation überspringen

Aktuelles

2. Ökumenischer Kirchentag in München vom 12.-16. Mai

Sächsische Christen auf dem Ökumenischen Kirchentag angekommen

Bild: Abend der Begegnung mit Tanz auf der Bühne

Teilnehmer am 2. Ökumenischen Kirchentag in München sind von allen Richtungen in die bayerische Landeshauptstadt gekommen. Unter dem Motto „Damit ihr Hoffnung habt" begann am 12. Mai mit 100.000 Dauerteilnehmern aus ganz Deutschland und aus aller Welt das ökumenische Basisevent in Europa. Auch aus dem Freistaat Sachsen sind viele hundert Besucher, Helfer und Mitwirkende gekommen.

Bild: Besuch bei den Hussiten in Prag
Hussitische Pfarrerin in Prag erläutert der Gruppe die gemeindliche Situation in Tschechien

Eine Gruppe aus Sachsen setzte sich bereits am 9. Mai von Bautzen aus zu einer Dreiländerfahrt in Bewegung. Dabei standen ökumenische Begegnungen an zahlreichen Stationen im Vordergrund. Vom ökumenisch betriebenen Domladen in Bautzen, auf den Spuren Zinzendorfs in Herrnhut, zu den Hussiten in Prag and dann zu den Böhmischen Brüdern in Pilsen ging die Reise der ökumenisch zusammengesetzten 35-köpfigen Gruppe.

„Überall sind wir herzlich und offen aufgenommen worden“, sagt Friedemann Oehme, Ökumene-Beauftragter der sächsischen Landeskirche. In Tschechien seien seitens der katholischen Kirche an die besonderen historischen Beziehungen zu Sachen vor den friedlichen Revolutionen erinnert worden.

Bild: Gespräch im Kloster Weltenburg
Kloster Weltenburg bei Regensburg. Station auf dem Weg nach München

Als Fazit der Begegnungen werde eine gemeinsame Tagung zusammen mit Vertretern des Ökumenischen Rats in Tschechien ins Auge gefasst.
Weiter ging die Fahrt nach München über das Kloster Weltenburg bei Regenburg.

Von nun an gibt es auf dem Kirchentag einen täglichen gemeinsamen Treffpunkt, um sich über das Erlebte auszutauschen. Los ging es mit Blaskapellen, Schweinsbraten und Reiberdatschi schon am Abend der Begegnung. An diesem Altstadtfest mit viel bayerischer Folklore waren am 12. Mai 300.000 Menschen gekommen und ließen sich an diesem Mittwochabend auf das viertägige Christentreffen in München einstimmen.

Bild: Eröffnung am Abend der Begegnung auf dem Odeonsplatz
Eröffnungsabend am Odeonsplatz

Auf 14 Großbühnen traten Musikgruppen aus den sieben Regierungsbezirken Bayerns auf. An 195 Ständen gab es kulinarische Spezialitäten.

Rund 6.000 freiwillige Helferinnen und Helfer sind beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München im Einsatz, denn ohne sie läuft nichts bei dieser Großveranstaltung. Auch ca. 241 Helfer und Helferinnen aus Sachsen sind dabei. Sie sind Einlasskontrolleure, Auskunftsgeber, Parkplatzeinweiser und vieles mehr. Mit Begeisterung und Engagement werden sie an den fünf Veranstaltungstagen zwischen sieben und acht Stunden täglich im Einsatz sein.

Bild: Dr. Thomas de Maizière im Sachsenpavillon am Stachus
Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière auf Visite im Sachsenpavillon auf dem Karlsplatz

Die sächsische Landeskirche, der Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden als Gastgeber des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentages präsentieren sich in einem gemeinsamen Pavillon auf dem Stachus (Karlsplatz) in München und laden zum Kirchentag nach Dresden 2011 ein. Das „Sachsenzentrum“ wird Zentrum für alle Interessierten für den Kirchentag in Dresden sein und Anlauf- und Treffpunkt für sächsische Besucher des ÖKT in München.

Am Himmelfahrtstag, 13. Mai, besuchte Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière den Pavillon. Vertreter der Dresdner Geschäftsstelle des Kirchentages 2011, der Stadt Dresden und der sächsischen Landeskirche berichteten über ein sehr starkes Interesse von Münchner Besuchern und Gästen an Dresden und am Evangelischen Kirchentag im nächsten Jahr. Dr. de Maizière sprach mit dem sächsischen Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer, der im Landeskirchenamt für Protestantentreffen im nächsten Jahr zuständig ist.

Bild: Bühne am Abend auf dem Marienplatz
Sängerin aus Rumänien mit viel Bewegung

Auf dem Ökumenischen Kirchentag kommen Christen beider Konfessionen völlig unproblematisch zusammen. Äußerlich sind keine Unterschiede festzustellen und das Engagement für Themen des jeweils anderen ist groß. Dieser Kirchentag ist auch ein Treffen zwischen Ost und West. Eine inhaltlich sehr anspruchsvolle Veranstaltung fand unter dem Titel „Frieden – Gerechtigkeit –Bewahrung der Schöpfung“ mit Vertretern östlichen Landeskirchen statt. Hier ging es neben dem Blick auf die Vergangenheit auch um Zukunftsfragen.
Auf einer Bühne auf dem Marienplatz vor dem Rathaus stellten sich am Freitagabend Musiker aus Mittel – und Osteuropäischen Ländern vor.

Bild: Orthodoxe Feier des Brotbrechens auf dem Odeonsplatz
10.000 Teilnehmer brachen das Brot miteinander

Mit einer orthodoxen Feier des Brotbrechens hatte der Ökumenische Kirchentag zuvor einen bewegenden Höhepunkt erlebt. Mehr als 10.000 Menschen nahmen am Freitagabend an dem rund zweistündigen Vespergottesdienst auf dem Münchner Odeonsplatz teil - und setzen so ein Zeichen der Einheit. Im Rahmen des Gottesdienstes nahmen die Teilnehmer an 1.000 Tischen für jeweils rund zehn Personen Platz. Dort empfingen sie das Brot, das der griechisch-orthodoxe Metropolit von Deutschland, Augoustinos, zuvor gesegnet hatte. Anschließend verzehrten sie das Brot zusammen mit Öl und Äpfeln. Sie griffen damit eine Tradition der orthodoxen Kirchen auf, die an die urchristlichen Agapefeiern erinnert.

Bild: Gerhard Schöne in concert

So wie hier, waren anschließend auch die Plätze vor den Bühnen und die der Kirchen gut besucht. Trotz des feucht-kühlen Wetters zeigt sich die Stadt in diesen Tagen mehr als sonst bewegt und voller Musik.
Aus Sachsen kam Gerhard Schöne, um in mehreren Bühnenveranstaltungen ein breites Publikum anzusprechen. Der bekannte christliche Musikentertainer gab mit einer Band am Freitagabend ein großes Familienkonzert am Marienhof in der Münchner Innenstadt. Es war zu sehen, dass er zwar die Veränderung liebt, dabei sich und seinem Publikum aber auf produktive Weise treu bleibt.

2.Ökumenischer Kirchentag in München

Bild: Stand der sächsischen Jugend

Die U 2 war im Untergrund Münchens die Hauptschlagader des Verkehrs in Richtung Messegelände am ehemaligen Flughafen München-Riem. In den Messehallen mit viel Platz fanden die Agora mit den unterschiedlichsten Initiativen, als auch die großen Podien, Vortragsveranstaltungen, Bibelarbeiten und zahlreichen musikalischen Veranstaltungen statt. Ein Bus-Shuttle sorgte für einen reibungslosen An- und Abtransport der Besucher zum nächsten S-Bahnhof.

Bild_Sächsische Botschaft
Erzbischof Zollitsch (m.) am Stand

In vier Hallen der Messe München befindet sich die Agora des 2. Ökumenischen Kirchentages. Hier stellten über 900 Werke, Verbände und ehrenamtlich arbeitende Gruppen aus Kirche und Gesellschaft sich und ihre Arbeit vor. Aus Sachsen präsentierten sich ca. 30 kirchliche und gesellschaftliche Initiativen. Darunter sind die Herrnhuter Brüdergemeine, das Landesjugendpfarramt mit der Vorstellung seiner Freizeitheime, Fördervereine und –kreise der Kruzianer- und Thomanerchöre und das Ökumenische Informationszentrum.
Der gemeinsame Stand mit der Jugend des Bistums Dresden-Meißen und der Evangelischen Jugend Sachsens nannte sich die „Sächsische Botschaft“ und zog Interesse auf sich. Auch der Erzbischof von Freiburg und Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, schaute am Sonnabend hier vorbei.

Bild: Stand des 33. Kirchentages mit Dr. Ellen Ueberschär
Dr. Ellen Ueberschär (r.)

In den Hallen präsentierte sich ebenfalls der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) in Dresden. Die Generalsekretärin Dr. Ellen Ueberschär erläuterte die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Sache des Kirchentages. Sie lud nach Dresden vom 1. bis 5. Juni zu einer Feier des Glaubens, einem Fest zum Mitmachen und zu einem Forum aufregender Debatten ein.
„Jeder Kirchentag lebe von Menschen, die ihn mitgestalten. Kirchentage sind ein Werk von Vielen, die sich freiwillig und ehrenamtlich monatelang auf ihre Beteiligung am Programm vorbereiten“, sagte sie am Stand des Freundeskreises der evangelischen Kirchentage. Besondere Schwerpunkte, aber auch die bewährten und gewohnten Angebote seien schon für Dresden 2011 im Blick.

Bild: Die Gastgeber von Dresden laden ein
Landesbischof Jochen Bohl (v.l.n.r.), Katrin Göring-Eckardt, OBn Helma Orosz

Ebenfall um Dresden 2011 ging es auch späten Samstagnachmittag am Karlplatz (Stachus) am Pavillon der Landeshauptstadt Dresden und der sächsischen Landeskirche. Auf der benachbarten Bühne stellten sich die Gastgeber des nächsten Kirchentages den Münchnern und den Kirchentagsbesuchern vor. Die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz verwies auf das derzeitige Dixieland-Festival in der Elbestadt, wo sich ebenfalls Zehntausende Gäste einfinden. Dresden sei somit bereit und in der Lage, auch die Gäste des 33. Evangelischen Kirchentags herzlich aufzunehmen. Sie freute sich und warb: „es lohnt sich, dabei zu sein“.

Bild: Tischkicker im Pavillon
Frauenweltmeisterschaft im Fußball und 33. Kirchentag sorgen für Reaktion

Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt ging auf die Losung „…da wird auch dein Herz sein“ ein. „In Dresden wird dein Herz sein“, sagte sie zu den Zuhörern, fragte dann aber auch nachdenklich, was uns heute treibt, und wo wir leidenschaftlich seien? Sie sprach die Zukunft Europas an. Ebenfalls Fragen des Klima- und Umweltschutzes als Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung, aber auch Fragen nach dem Frieden angesichts Afghanistans. Ganz sicher würde dies auf dem nächsten Kirchentag eine besondere Rolle spielen.
Landesbischof Jochen Bohl verwies im Zusammenhang mit dem Losungswort auf die dahinter stehende Bergpredigt mit dem Hinweis auf die Schätze dieser Erde. Sofort denke man in diesen Zeiten an die Finanzkrise. Sammeln wir ausschließlich für uns, oder sammeln wir für Gott?, fragte er. „Wo wird das Herz sein?“ Neben dem persönlichen Bezug, sei dies auch „eine Zeitansage für die Gesellschaft“.

Bild: Jugend singt und feiert mit

Bild: Arche Noah auf dem Jugend Zentrum

Neben der Messe München war der große Olympiapark neben den Innenstadtbereichen ein drittes großes Begegnungszentrum. Auf dem weiten Gelände entstand ein Zentrum Jugend mit den unterschiedlichsten Angeboten im Freien und in mehreren Hallen. Von der Event Arena bis zum Olympia Eisstadion mit Foren und Podien spannte sich ein grüner Bogen von kleineren und größeren Angeboten vor zwei Großbühnen. Jugendgottesdienste wurden gefeiert sowie Konzerte begeistert angenommen.
In der Nähe der Evant-Arena war eine Arche Noah zu bewundern, die von der Münchner Jugendlichen als Zeichen der Hoffnung angefertigt wurde.

An dem bunten und vielfältigen Programm im Zentrum Jugend waren auch acht Gruppen aus Sachsen mit rund 115 Konfirmanden, Jugendlichen und Mitgliedern der Jungen Gemeinde. Die Konfirmanden waren in einer Grundschule südlich des Münchner Stadtzentrums untergebracht. Sie trugen ein Tuch mit der Aufschrift „hoffendlich in Dresden 2011“.

Bild: Ökumenischer Schlussgottesdienst (Foto: ÖKT)

Mit einem großen Gottesdienst auf der Theresienwiese in München ist am Sonntag der 2. Ökumenische Kirchentag zu Ende gegangen. Beim Abschlussgottesdienst, an dem 100.000 Gläubige teilnahmen, riefen die beiden Präsidenten des  2. ÖKT die Christen in Deutschland dazu auf, einen „neuen Aufbruch“ zu wagen, um gemeinsam gesellschaftliche und kirchliche Probleme zu lösen. Der evangelische ÖKT-Präsident Eckhard Nagel kritisierte das Wachstums-Denken in Politik und Wirtschaft. „Wir brauchen ein Wachstum an Mitmenschlichkeit, an Rücksichtnahme und Achtsamkeit“, mahnte Nagel. Der katholische ÖKT-Präsident Alois Glück sagte: „Wir sind Christen in dieser Welt und für diese Welt. Diese Verantwortung müssen wir gemeinsam wahrnehmen.“

Landesbischof Jochen Bohl gab zum Schluss das Willkommen zum 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden 2010 an die Teilnehmer in München und an die Fernsehzuschauer weiter:

Bild: Münchner Fussgängerzone immer gut voll in den letzten Tagen

„Von München nach Dresden, von der Isar an die Elbe: die Kirche wandert mit ihrem Herrn durch die Zeit und durch das Land. Kommt nach Sachsen – wir wollen ein Fest des Glaubens feiern, wir freuen uns auf viele erwartungsfrohe Gäste“, sagte er.

Mehr als 130 000 Dauerteilnehmer verzeichneten die Organisatoren des Ökumenischen Kirchentags. Dazu kamen etwa 11 000 Gäste pro Tag. Als Stars des Kirchentags, gemessen an der Besucherzahl, zeigten sich die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Um die 6 000 Zuhörer konnten beide verbuchen, ebenso viele nahmen am Freitag an der Taize-Nacht der Lichter teil.

Die Bibelarbeiten besuchten jeweils mehr als 23 500 Menschen. Die Großkonzerte auf der Theresienwiese zogen ebenfalls mehrere zehntausend Besucher an – trotz des schlechten Wetters. Zwischenfälle meldeten die Organisatoren nicht. Der Ökumenische Kirchentag sei friedlich abgelaufen und auch der Transport der Zehntausende durch die Stadt habe funktioniert.

2. Ökumenischer Kirchentag 

Bild: Blick in eine überfüllte Halle auf der Messe
Dr. Margot Käßmann war nicht immer ein kleiner Punkt in der Ferne

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps