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Aktuelles

Ab 22. September kann das Bibelhaus wieder besucht werden

Vor allem Schüler können Kenntnisse zur Entwicklung des Buches vertiefen

Bild: Oberlandeskirchenrat i.R. Horst Slesazeck dankt den Ausstellungsmacherinnen
Horst Slesazeck, Simona Mielich, Bettina Albrecht, Caterina Guccione und Jeannette Oleak

Nach einer Wiedereinweihungsfeier am 21. September öffnete in Dresden-Blasewitz nach dreimonatiger Renovierung das Bibelhaus der Sächsischen Haupt-Bibelgesellschaft (SHBG) ihre Pforten für eine erlebnisorientierte Ausstellung zum Thema „Geschichte und Verbreitung der Bibel“. Zahlreiche Gäste, darunter Freunde und Mitglieder des Trägervereins, waren neugierig auf die neu entstandene Besucherebene. Ein Flötenquartett sorgte für den musikalischen Rahmen während der Feier.

Bild: Vereinsvorsitzender Horst Slesazeck begrüßt die Gäste und leitet die Wiedereinweihung

„Das Anliegen des Bibelhauses ist es, die Bibel begreifen zu können“, sagte der Vorsitzende des Vereins der SHBG, Oberlandeskirchenrat i.R. Horst Slesazeck. Das sei im wörtlichen Sinn gemeint, ergänzte er und verwies auf die neue erlebnisorientierte Ausstellung, wo es viel zum Anfassen gebe. Zudem verwies der Vereinsvorsitzende in seiner Begrüßungsrede auf den Zusammenhang zwischen dem Buch der Bücher, der gedruckten Bibel, und der Weiterentwicklung des Buches allgemein, das die ursprünglich auf Papyrus, Scherben und Zetteln befindlichen Texte ablöste.

Bild: Figuren zum Anfassen vor den Schautafeln

Seit 1992 befand sich eine Vorgängerausstellung in den Räumen des Bibelhauses in der Kretschmerstraße 19. Nach 18 Jahren sei eine Umgestaltung und Renovierung dringend notwendig geworden, so Slesazeck. Er dankte besonders allen ehrenamtlichen Helfern aus den Reihen der 36 Vereinsmitglieder, „ohne die nicht so viel geworden ist“. Die professionellen Gewerke setzten nach den Vorstellungen der Architektin Jeannette Oleak die neue Raumkonzeption um.

Bild: OLKR Dietrich Bauer überbrachte Grüße seitens der Landeskirche

Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer überbrachte an diesem Abend Grüße von Landesbischof Jochen Bohl und dem Präsidenten des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme. Bauer erinnerte an diesem 21. September an die so genannte Septemberbibel von 1522 als Erstübersetzung des Neuen Testaments von Dr. Martin Luther, die dann im Dezember des gleichen Jahres schon vergriffen gewesen sei. „Das war ein kulturgeschichtliches Ereignis“, so Bauer. Vor allem, weil Luther die Sprache des Volkes aufnahm und „sprachmächtig die Bibel übersetzte“. So sei es dem Reformator gelungen, aus dem „bloßen Geschriebenen ansprechende und sinnliche Worte zu machen“.

Bild: Besucher probieren die Druckerpresse aus

Bevor die Festgäste die Räume inspizierten, wurde insbesondere der Leiterin des Hauses, Simona Mielich, aber auch der Architektin und den Ausstellungsgestalterinnen Bettina Albert und Caterina Guccione gedankt.
Die Ausstellung ist darauf angelegt, dass vor allem Schulkinder an vielen Stationen ihre Kenntnisse zur Entwicklung des Buches vertiefen können und die meisten Exponate für sie „begreifbar“ sind. Besucher können an einem alten Stehpult testen, wie es sich mit dem Gänsekiel schreibt, können sich an einem Nachbau der Gutenberg-Druckerpresse einen Text selbst drucken, beschriebene Tonscherben und Papyrus in die Hand nehmen und an einer Bibel aus dem 18. Jahrhundert lernen, was es heißt „ein Buch aufschlagen“. Dabei werden ganz nebenbei die Kenntnisse römischer Zahlen aufgefrischt.

Bild: Aufmerksam betrachten die Besucher die Exponate

Didaktisch gut aufgebaute Text- und Bildtafeln sowie weitere Anschauungsstücke vermitteln einen guten Überblick über mehr als 3.000 Jahre Schrift-, Sprach- und Kulturgeschichte. Beim Auswiegen jahrhundertealter Drucke auf einer alten Kaufmannswaage kann jeder den Umgang mit Gewichten und deren Umrechnung probieren. Für die heutigen Kommunikationsmöglichkeiten stehen Multimedia-Säule, Quiz-Computer, Microfilm und Audiostrecke für weitere Informationen zu Verfügung.

Ein neu geschaffener Mehrzweckraum im Obergeschoss unterstützt und erleichtert die Projekt- und Werkstattarbeit.

Bild: Schautafeln erklären ausführlich die Entwicklung von Schrift, Bibel und Innovation

Damit ist ein attraktiver außerschulischer Lernort für Schul- und Gemeindegruppen entstanden.
Die Renovierung und die Neukonzeption geschahen auf Anregung des Vereins auch im Blick auf das 200-jährige Jubiläum der Bibelgesellschaft, das im Jahr 2014 gefeiert wird.
Unabhängig von speziellen Anfragen nach Gruppenführungen ist das Bibelhaus dienstags und donnerstags von 9:00 bis 16:00 Uhr und mittwochs von 9:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Bibelhaus

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