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Aktuelles

„Es ist Krieg. Entrüstet euch!“ – Friedensdekade 2010

Friedendekade mit täglichen Andachten und besonderen Veranstaltungen

Bild: Banner zum diesjährigen Thema

Die Ökumenische FriedensDekade findet seit Anfang der 80er Jahre im November jeden Jahres an den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag statt. Die 30. Ökumenische Friedensdekade unter dem Motto „Es ist Krieg. Entrüstet euch!“ vom 7.-17. November 2010 thematisiert eine der deutschen Urängste, den Krieg, und die immer noch aktuelle weltweite Forderung  nach Abrüstung. Schon die ersten landesweiten Friedenswochen in der DDR und der alten Bundesrepublik im Jahre 1980 standen unter dem Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“.

Für zahlreiche Kirchen wird in der Friedensdekade das Friedensthema zu einem Schwerpunkt im Kirchenjahr. Sie laden täglich zu Friedensgebeten, Andachten, Vorträgen und anderen Veranstaltungen ein, um aktuelle Themen zu Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung zu bedenken und zur Diskussion zu stellen. Häufig geschieht dies, wie in Dresden, in ökumenischer Zusammenarbeit mit den katholischen Nachbargemeinden. So bieten in Radebeul die beiden evangelischen Kirchgemeinden gemeinsam mit der katholischen Gemeinde drei Vorträge am 8., 10. und 16. November um 20:00 Uhr an, wo es um Zivilcourage und das Thema „Entrüstung“ im internationalen Zusammenhang und aus theologischer Perspektive geht.

Bild: Eine Tafel, die eine Nagelkreuzgemeinde kennzeichnet

Der Film „Willkommen zuhause“ wird am 8. November, 19:30 Uhr, im Kindergarten "Regenbogen" Dresden-Klotzsche (Am Friedhof 3) gezeigt. Er erzählt kritisch das Schicksal eines Bundeswehrrückkehrers vom Einsatz in Afghanistan. Am 13. November, 19:30 Uhr, läuft in der Bethlehemkirche Dresden-Tolkewitz der preisgekrönte israelische Spielfilm "Lemon tree" (Eran Riklis, 2008).
Am 12. November um 18:30 Uhr organisiert die Bühlauer Kirchgemeinde in der evangelischen Kirche St. Michael auf der Quohrener Straße eine Taizé-Andacht. Am darauffolgenden Sonntag am 14. November, 9:30 Uhr, singt in der Hoffnungskirche Dresden-Löbtau ein Gospelchor in einem FriedensDekaden-Gottesdienst.
 
Dresdner Kirchen und Vereine planen zudem am ersten Wochenende mehrere Veranstaltungen unter dem Thema „Versöhnung. Vom Wert eines Wortes“. Erinnert werden soll an den 70. Jahrestags des deutschen Luftangriffs auf Coventry und an die 35-jährige Versöhnungsarbeit zwischen Jugendlichen Dresdens und der englischen Stadt. Am 14. November, dem Jahrestag der Bombardierung, laden dazu die Kreuzkirche (9:30 Uhr) und die Frauenkirche (11:00 Uhr) zu Gedenkgottesdiensten ein. Eine Podiumsdiskussion unter dem Thema „Versöhnung: Erinnern. Weiterdenken“ am 7. November in der Diakonissenanstalt (Holzhofgasse 10) widmet sich der Versöhnungsarbeit. Im Anschluss wird ein „Mahndepot“ beim Krankenhaus der Diakonissenanstalt als ORT 65 markiert, der Bestandteil eines Netzes von mittlerweile 64 Bodenmarkierungen des Kunstprojekts „Gravuren des Krieges“ in Dresden ist.
Der stadtweite ökumenische Abschlussgottesdienst der 30. FriedensDekade findet am 17. November um 18:00 Uhr in der Reformierten Kirche am Brühlschen Garten statt. Es predigt der Heidelberger Theologe Prof. Ulrich Durchrow.

Bild: Eingang Nikolaikirche "Nacht für den Frieden" (Foto: Ev. Jugendpfarramt)
Nacht für den Frieden

Auch in Leipzig eröffnen mit Bittgottesdiensten für den Frieden am 7. November verschiedene Kirchgemeinden die FriedensDekade, so beispielsweise 9.30 Uhr in der Nikolaikirche und der Apostelkirche Großzschocher sowie um 10:00 Uhr Paul-Gerhardt-Kirche Connewitz. In der Thomaskirche wird an diesem Wochenende in den Motetten und Gottesdiensten (Freitag 18:00 Uhr, Sonnabend 15:00 Uhr, Sonntag 9:30 Uhr und 18:00 Uhr) in besonderer Weise an den ermordeten Iraker Kamal K. gedacht. Die Kirchgemeinde verbindet ihr Entsetzen über die Tat mit dem Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger, dafür Sorge zu tragen, das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Religion, Herkunft und kultureller Prägung friedlich und gewaltfrei zu gestalten und der Verfeindungsstrategie des Rechtsradikalismus keine Chance zu geben.

Am Dienstag, dem 9. November, wird mit einem Friedensgebet in der Nikolaikirche (17:00 Uhr) und anschließendem Kerzenweg zur Gedenkstätte in der Gottschedstraße an die Pogromnacht von 1938 erinnert. Um 19:30 Uhr beginnt in der Thomaskirche ein Gedenkgottesdienst, der musikalisch vom Leipziger Synagogalchor unter Leitung von Helmut Klotz gestaltet wird.
Zu einer besonderen Nacht für den Frieden lädt das Jugendpfarramt am 12. November in die Nikolaikirche ein. Zuvor findet ein Friedensgebet statt. Um 19:00 Uhr beginnt ein Jugendgottesdienst, der musikalisch von der Band „Rejoice“ begleitet wird und das Motto der Friedensdekade aufgreift.

Dem Gottesdienst schließt sich eine Podiumsdiskussion an, zu der Gäste aus Afghanistan bzw. Menschen, die mit der Lage vor Ort vertraut sind, erwartet werden. U.a. werden der Politikjournalist Kostas Kipuros und der frühere Militärseelsorger Thomas Bohne teilnehmen. Musik aus dem afghanischen Kulturkreis gibt es zum Abschluss des Abends.
Der Film „Willkommen zu Hause“ ist am 12. November auch in Leipzig um 21:15 Uhr im Gemeindesaal der Nikolaikirche (Nikolaikirchhof 3) zu sehen.
Wie jedes Jahr findet am Abend vor dem Buß- und Bettag die „Nacht der Lichter“ statt, so am Dienstag, 16. November, 19:00 Uhr, in der Friedenskirche Gohlis.

Zum Abschluss der Friedensdekade am Buß- und Bettag (17. November) feiern zahlreiche Gemeinden in Leipzig noch einmal besondere Bittgottesdienste. Traditionell lädt die Thomasgemeinde nach dem Gottesdienst ab 11:30 Uhr ins Thomashaus (Thomaskirchhof 18) ein. Zur Diskussion steht die EKD-Denkschrift „Umkehr zum Leben – Nachhaltige Entwicklung im Zeichen des Klimawandels“. Als Referenten werden Prof. Dr. Hauke Harms, Biologe am Leipziger Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, und Christine Müller, Arbeitsstelle Eine Welt und Mitautorin der Denkschrift erwartet.

Bild: Friedenszeichen werden im Umzug gezeigt

Ebenfalls am Buß- und Bettag, der in Sachsen ein gesetzlich geschützter arbeitsfreier Feiertag ist, wird Landesbischof Jochen Bohl in der Dresdner Kreuzkirche predigen und in Chemnitz gibt es die traditionelle Museumpredigt, die von Pfarrerin Dorothee Lücke unter dem Titel „Das Heilige Grab“ im Schloßbergmuseum gehalten wird. Zuvor wird es auch in der Chemnitzer Michaelkirche einen Ökumenischen Gottesdienst geben und am Nachmittag ein Bußtagskonzert in der Schlosskirche.

Auch an anderen Orten wie in Colmnitz, Zeithain, Meißen wird die Friedendekade mit z.T. täglichen Andachten und besonderen Veranstaltungen begangen.
Zur Unterstützung dieser, bis zum Buß- und Bettag durchgeführten Initiative von Friedensgruppen und Gemeindekreisen, stand Begleitmaterial als Arbeitshilfe zur Verfügung.

Die Friedensdekade ist eine Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) und der Trägergruppe "Ökumenische Dekade für Frieden in Gerechtigkeit". Alljährlich soll sie die Aufmerksamkeit auf die Themen Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung lenken. Sie wird in vielen Kirchgemeinden mit täglichen Abendandachten von engagierten Christen vorbereitet. Die Idee der Ökumenischen FriedensDekade entstand in den Niederlanden. 1980 wurde sie gleichzeitig in Ost- und Westdeutschland aufgegriffen. Mit ihrem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ spielte sie eine wichtige Rolle in der Bürger- und Friedensbewegung der DDR.

Ökumenische FriedensDekade

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