Navigation überspringen

Aktuelles

Ausstellung über 20 Jahre neues Bauen in der Landeskirche

Es wird auch das Bauen im denkmalgeschützten Bestand dargestellt

Bild: Blick auf die Ausstellung

Bild: Präsident Dr. Johannes Kimme
Präsident Dr. Johannes Kimme

„Die Ausstellung soll dokumentieren, dass wir ein offenes Haus sind“, sagte der Präsident des Landeskirchenamtes, Dr. Johannes Kimme, zur Begrüßung der zahlreiche Gäste im Foyer des Kirchenamtes am 11. Januar. Hier wurde auf jeweils vier Seiten an sechs Säulensystemen eine Auswahl von 24 Bauprojekten in der Landeskirche präsentiert, die in den letzten 20 Jahren realisiert werden konnten. Dr. Kimme erinnerte an den „Reparaturstau“, den es innerhalb des Bestandes von 1.600 Kirchen und Kapellen nach 1990 aufzuarbeiten galt. In den Geschichtsbüchern werde eingehen, dass ein Verfall der Kirchgebäude auch Dank früherer Fördermittel gestoppt werden konnte. Die Ausstellung „20 Jahre neues Bauen in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens“ wird bis zum 12. Februar zu sehen sein, bevor sie an anderen Orten gezeigt wird.

Bild: Percy Rooks, Sächsisches Staatsministerium des Innern
Percy Rooks, Innenministerium

Vor den über 70 Gästen, darunter Architekten, Baupfleger, die früheren Bauherren sowie Mitarbeiter des Landeskirchenamtes, würdigte Percy Rooks, Abteilungsleiter für Stadtentwicklung, Bau- und Wohnungswesen im Sächsischen Staatsministerium des Innern, die Kirchen als Zufluchtsorte für oppositionelle Gruppen in einer Zeit, wo dem Staat die Kirchen ein „Dorn im Auge waren“. Später seien evangelische und katholische Kirche hinsichtlich der vielen historischen Gebäude wichtige Auftraggeber für das heimische Handwerk geworden. Angesichts eines verbleibenden Sanierungsbedarf von 300 Mio. Euro und sinkender Fördermittel warf der Städteplaner auch Fragen nach der Zukunft der Kirchgebäude hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung auf. Daher würden „neue kreative Wege“ notwendig sein, denn die „Kirchen brauchen Leben zwischen den Mauern“. Schließlich seien sie Orte, in denen „christliches Miteinander und gesellschaftliche Solidarität gelebt werde“.

Bild: Präsident Alf Furkert, Architektenkammer Sachsen
Architektenkammer-Präsident Alf Furkert

Für den Präsidenten der Architektenkammer Sachsen, Alf Furkert, sei diese Ausstellung typisch für viele Rückschauen derzeit. Auch die Architektenkammer feiere in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Das Baugeschehen sei aber „kein homogener Zeitblock“, erinnerte der Dresdner Architekt an den anfänglichen Sanierungsstau. Die kirchlichen Bauaufgaben seien breit angesiedelt und ein „öffentliches Bauen mit Vorbildfunktion“. Hohe Maßstäbe an die Architekten führten schließlich zu Bauten, die mit Preisen gewürdigt wurden. Furkert würdigte die Ausstellung, derer sich die neue landeskirchliche Baureferentin Katrin Tauber annahm. Er verwies auf ihr Wirken als Architektin und ihre Tätigkeit im Dresdner Planungsbüro, wo sie für den „sensiblen Bereich“ der Neumarktbebauung zuständig war.

Bild: Baureferentin Katrin Tauber
Baureferentin Katrin Tauber

Für das Erreichte dankte Katrin Tauber den Bauherrren, den Baupflegern und ihren Vorgängern, insbesondere Oberkirchenrat i.R. Dr. Ulrich Böhme, der viele zur Schau gestellte Projekte maßgeblich begleitet habe. Die Gemeinden könnten stolz auf eine beachtliche Anzahl an realisierten Bauvorhaben seit 1990 zurückblicken. Allerdings seien die noch vor den Kirchgemeinden liegenden Aufgaben so groß, dass sie nur mit breiter Unterstützung der Gesellschaft leistbar sind. Die Ausstellung widme sich dem Neubau von Gemeindehäusern, Kindergärten, Bildungseinrichtungen und - seltener - Kirchen. „Anhand einiger sehr schöner Projekte wird zudem das wichtige Thema Bauen im denkmalgeschützten Bestand dargestellt“, so die Baureferentin. Als Beispiel dafür wies sie auf einen modernen Einbau in die Zwickauer Martin-Luther-Kirche hin. Auch dies sei ein Beispiel für die Kreativität der Kollegen als auch für neue Aufgaben, die aus der Situation erwachsen würden. „Die Ansätze zeigen, dass zeitgenössische Formen gefunden werden. Bei allen Unsicherheiten sollte uns nicht Bange werden“, so Katrin Tauber.

Bild: Blick ins Foyer mit musikalischer Umrahmung durch das Bläsertrio des Bläserkollegiums Dresden e.V.

(Die Ausstellung im Landeskirchenamt (Lukasstraße 6) ist bis zum 12. Februar 2011 montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr zu besichtigen)

Was sich in Sachsen davor noch bewegte: Nachschau weiterer THEMEN

Ausblicke in das neue Jahr 2011

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps