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Fachtag zu „Vernetzen für die Demokratie“ in Leipzig

Fantasie und Kreativität gegenüber rechtsextremen Herausforderungen

Bild: Teilnehmer in der Peterskirche

Für die Veranstalter war es am 1. Februar ein Erfolg, als schließlich 200 Teilnehmer zum Fachtag „Nächstenliebe, Polizei, Zivilcourage. Vernetzen für die Demokratie“ in die Leipziger Peterskirche kamen, um in Arbeitsgruppen Themen wie Versammlungsrecht, Opfer rechter Gewalt sowie Erscheinungsformen des Rechtsextremismus zu diskutieren. Die sieben Gruppen arbeiteten in Nebenräumen der Kirche am Nordplatz sowie in den Räumen des benachbarten Evangelischen Schulzentrums.

Bild: Ergebnis in der Gruppe

Die Ergebnisse der jeweils gut besetzten Arbeitsgruppen am Nachmittag wurden anschließend in kurzen und prägnanten Aussagen zusammengefasst und in der Peterskirche allen Teilnehmern und Besuchern präsentiert.
Zwischen den ersten beiden Gruppen gab es durchaus unterschiedliche Bewertungen hinsichtlich des Umgangs mit rechtsextremen Versammlungen. Während in der ersten Gruppe mit dem Bundesverwaltungsrichter Prof. Uwe Berlit das hohe Gut der Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit hervorgehoben wurde, setzte die Gruppe um den Leipziger Polizeipräsidenten Horst Wawrzynski doch auf präventive Verbote zur Gefahrenabwehr bei geplanten rechtsextremen Versammlungen.

Weitere Gruppen befassten sich mit der Diskriminierung Betroffener, die isoliert seien und Kontakte zu anderen bräuchten. Sie fühlten sich häufig von der Opfer- zur Täterrolle gedrängt. Hier seien eine Vernetzung der Betroffenen und kompetente Beratung wichtig.

Bild: Teilnehmer in der Kirche

Mehrfach gingen die Ergebnisse darauf ein, dass zuständige Verwaltungen stärker zum Thema Rechtsextremismus geschult werden und entsprechende Arbeitskreise nicht nur sporadisch, sondern regelmäßig zusammen kommen müssten. Schließlich belege eine Studie, dass rechtsextremes Denken alle Schichten erreiche. Trotzdem sei es wichtig, gerade gesellschaftlich Benachteiligte in den Blick zu nehmen und sie mit einzubeziehen. Bildungsanstrengungen seien zu verstärken, da bei besserer Bildung Toleranz und Verständnis nachweislich höher lägen.

Neben diesem bildungs- und gesellschaftlichenpolitischen Ansatzpunkt wurde an die Zivilcourage appelliert: Stammtischparolen sollten nicht unwidersprochen bleiben. Es müsse eine andere Meinung dagegen gesetzt werden. Auch Dritten werde damit signalisiert, dass es alternative Anschauungen gebe.

Bild: Vorbereitungen auf die Präsentation

In diesem Sinne appellierte auch der Richter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, Prof. Dr. Uwe Berlit, in seinem Vortrag am Vormittag an den Mut, der Zumutung von rechtsextremen Versammlungen zu begegnen. Er sprach sich für Fantasie und Kreativität gegenüber diesen Herausforderungen aus und bezog sich auf entsprechende Erfahrungen in Leipzig.

Im Mittagsgebet erinnerte Landesbischof Jochen Bohl an die „gewalttätige Zeit“ in der Jesus, der Friedefürst, lebte. Heute sei im Vergleich von vor 60, oder 75 Jahren, „eine Epoche mit niedrigem Gewaltpotential“. Trotzdem „schauen wir seit Jahren auf rassistische Ideologien mit entsprechender Gewaltbereitschaft“.

Bild: Blick in eine Arbeitsgruppe

Gewalt sei aber der stärkste Gegensatz zu dem, was Jesus in die Welt brachte und lehrte, so Bohl: „Er war völlig gewaltfrei“. Jesus helfe, die Fremdheit und das Unvorstellbare zu verstehen und führe dazu, das eigene Verhalten im Sinne der Versöhnung zu verändern und Courage zu zeigen.(1.2.2011)

http://eeb-sachsen.de/

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