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Gedenk- und Fürbittgottesdienst für Tsunami-Opfer in Japan

Bohl: Umkehr von der Risikotechnologie zum Respekt vor der Schöpfung

Bild: Blick in die Kreuzkirche in den Gottesdienst

In der Dresdner Kreuzkirche fand anlässlich der Katastrophe in Japan am Abend des 22. März ein Ökumenischer Fürbitt- und Gedenkgottesdienst mit Landesbischof Jochen Bohl und Bischof Joachim Reinelt statt. Für Landesbischof Bohl bedeuten die Ereignisse in Japan einen Einschnitt. „Sie rufen zur Umkehr – von der Hybris zum menschlichen Maß; von der Risikotechnologie zum Respekt vor der Schöpfung.“

Bild: Landesbischof Jochen Bohl predigt
Landesbischof Jochen Bohl

Er warnte vor einer Haltung der stolzen und leichtfertigen Überheblichkeit, die meine, keine Grenzen akzeptieren zu müssen und darüber große Gefahren heraufbeschwöre. „Als Mensch auf dieser Erde zu leben, bedeutet, abhängig zu sein von Umständen, die wir nicht beeinflussen, sondern nur hinnehmen können – wie aufgeklärt wir auch immer die Welt betrachten mögen und wie erstaunlich auch unsere Fähigkeiten erweitert sind. Das ist eine Erkenntnis, die zur Demut ruft“, so Bohl.

Für Bischof Joachim Reinelt könne das Erdbeben, der Tsunami und die Zerstörung durch den Menschen nicht getrennt gesehen werden. Aber nicht nur die Kerntechnik würde Risiken bergen. Vieles sei fragwürdig, von den Lebensmitteln bis zur Atomkraft. Reinelt sprach die Vergänglichkeit dieser Dinge an und die wahre Sehnsucht der Menschen nach Hoffnung und Vertrauen.

Bild: Entzünden einer Kerze während des Fürbittgebets
Elisabeth Sicker, Studentin im japanischen Sendai, bringt das Licht

Jesus hätte darauf hingewiesen, was bleibt. Das sei für die Menschen hilfreich, über das Geschehene hinaus denken zu können, um eine neue Verantwortung zu übernehmen.

Unter den rund 600 Besuchern waren auch der Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler, Ministerpräsident Stanislaw Tillich sowie mehrere Staatsminister und Staatssekretäre. Zu Beginn des Gottesdienstes begrüßte Superintendent Dr. Peter Meis die Gemeinde und lud nach Versen aus dem Psalm 42 zum stillen Gedenken ein. „Betroffen ist nicht nur unser Herz, sondern auch der angefochtene Glaube angesichts von Gottes rätselhaften Wegen für die Menschen“, so Dr. Meis. Der Frauenkirchenchor unter Leitung von Kantor Matthias Grünert sang von Felix Mendelssohn Bartholdy „Auf Gott allein will hoffen ich“ und „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“. Die Zwischenmodulationen und die Begleitung der Lieder übernahm Kreuzorganist Holger Gehring.

Bild: Segnung der Bischöfe
Bischof Reinelt und Landesbischof Bohl

Nach den Schriftauslegungen der Bischöfe wurde in Fürbittgebeten der Menschen in Japan gedacht und Gottes heilendes Erbarmen angerufen. Gebeten wurde um Hoffnung für die Menschen inmitten der Zerstörung, um Räume der Geborgenheit inmitten der Verwüstung und um Bewahrung vor den tödlichen Strahlen. Die Beter entzündeten Kerzen, bevor die Bischöfe zum Ausgang die Gottesdienstgemeinde segneten. Die Kollekte wurde für die Opfer der Katastrophe in Japan gesammelt und erbrachte 3.250 Euro. Die Diakonie Katastrophenhilfe und die Caritas sind in Absprache mit Partnern in Japan, um Hilfen unmittelbar den Opfern zukommen zu lassen. (22.3.2011)

MDR Sachsen - Aktuell

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