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Aktuelles

Frühjahrstagung der 26. Landessynode vom 8.-11. April

Für Landesbischof Bohl war und bleibt die Kirche missionarisch

Bild: Blick in das Plenum der Synode im Festsaal der Dreikönigskirche

In seiner Predigt am Sonntag, 10. April, in der Dresdner Martin-Luther-Kirche hob der Landesbischof hervor, dass sich nach Jahrhunderten, wo die christliche Taufe von Kindern selbstverständlich gewesen sei, jetzt auch wieder eine Situation wie zu Zeiten der ersten Gemeinden vorliege, wo die Mehrheit wenig von Gott weiß und nicht getauft ist.

Er rief die Gemeinden auf, die Möglichkeiten zum Gespräch mit den Menschen nicht verstreichen zu lassen, sondern sie aufzugreifen. Die Entscheidung für den Glauben sei aber kein „Standartprodukt“. Es sollte ein Raum der Freiheit geschaffen werden, wo der Geist nicht gehindert werde, so Bohl. Der Festgottesdienst mit Gemeinde und Landessynodalen stand ebenfalls unter dem Synodenthema „Sprachfähig im Glauben“.

Bild: Workshop Kernlieder und -texte
In manchen Workshops lief es rund

Insbesondere am Tag zuvor, am Sonnabend, wurde das Thema in zahlreichen Workshops aufgegriffen. Es sollten einerseits Kernaussagen des christlichen Glaubens vergegenwärtigt und andererseits neue Impulse gesetzt werden, wie der Glaube zeitgemäß zur Sprache gebracht werden kann. Dazu gab es zum Auftakt zwei Vorträge aus theologischer und journalistischer Sicht als auch ein Anspiel der Dresdner Gottesdienst-Initiative golife.

Eines der drei von der Landessynode verabschiedete Kirchengesetz eröffnet eine Ausnahmemöglichkeit bei der Anstellung für Mitarbeiter im kirchlichen Bildungsbereich, wenn sie einer anderen christlichen Konfession (ACK-Mitgliedschaft) oder die noch nicht Glied der Landeskirche sind. Allerdings sei dies nachrangig der Loyalitätsrichtlinie als Ausnahme einer Einzelentscheidung vorbehalten. Ein anderes Gesetz beinhaltet eine neue Visitationsordnung.

Bild: Synodale im Plenum
Konzentration bis zum letzten Tag

Wichtigster Punkt ist bei dieser Überarbeitung die stärkere Beteiligung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern in Planung und Begleitung der Visitationen des Landesbischofs in den Kirchenbezirken und der Superintendenten in Kirchgemeinden, Kirchspielen und Schwesterkirchverhältnissen.
Das Kirchengesetz zur Vereinigung der beiden Kirchenbezirke Glauchau und Rochlitz zum 1. Januar 2012 durchlief ebenfalls am Montag die 2. Lesung.

Einen größeren Raum nahmen Diskussionen ein, die sich mit Überlegungen zur Stellen- und Strukturplanung für Stellen im Verkündigungsdienst (Pfarrer, Gemeindepädagogen, Kirchenmusiker) befassten. Die Vorstellungen einer Arbeitsgruppe wurden den Landessynodalen im Rahmen einer Präsentation am Sonntagabend präsentiert. Eine Reduzierung aufgrund der demografischen Entwicklung und der Mitgliedsentwicklung sehen bei Pfarrerinnen und Pfarrern ab 2014 gut fünf Prozent vor.

Bild: Blick vom Podium ins Plenum im Festsaal

Gemeindepädagogen werden gegenüber dem Stand 2005 von 255,02 VZÄ auf 248 reduziert und Kirchenmusiker von 186,20 auf 170 VZÄ. Die Kürzungen sollen nicht 10 Prozent überschreiten. Eine maßvolle Reduzierung soll die geistliche Versorgung in der Fläche weiterhin sicher stellen. Um differierenden Tendenzen zwischen Großstadt und Land entgegen wirken zu können, sollen die Pfarrstellen auf dem Land und Pädagogen-/Kirchenmusikerstellen in der Stadt weniger reduziert bzw. verhältnismäßig gestärkt werden

Ebenfalls wurde am Montag ein Konzept zur Straffung und Anpassung in den Bereichen der landeskirchlichen Ämtern, Diensten und Werken bis zum Jahre 2020 vorgestellt, die bis dahin eine nachhaltige Einsparung von wenigstens 2,8 Millionen Euro ergeben soll. Wichtiger Bestandteil ist die räumliche Zusammenfassung einiger Bereiche in ein „Haus der kirchlichen Dienste“ in der Dresdner Tauscherstraße.
Die Synode hat am 11. April beschlossen, für Vorschläge zur zukünftigen Gestaltung des Arbeitsfeldes Kirchenmusik einen fünfköpfigen Ad-hoc-Ausschuss einzusetzen.

Bild: Tabea Köbsch vor der Synode
Tabea Köbsch setzt sich für die Beauftragte bei der Frauenarbeit ein

Auf Antrag des Sozial-Ethischen Ausschusses wird die Kirchenleitung gebeten, der theologischen Arbeit aus der Perspektive von Frauen in der Landeskirche einen institutionellen Platz einzuräumen, in dem eine Stelle für eine theologische Beauftragte für Kirchliche Frauenarbeit (mindestens 25-Prozent-Pfarrstelle) eingerichtet wird. Zudem wird das Landeskirchenamt gebeten, die Ordnung der Kirchlichen Frauenarbeit entsprechend anzupassen.

Die Synode dankt allen, die mit großem Engagement helfen, dass der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Juni 2011 in Dresden zu einem großen Fest des Glaubens wird. Sie bittet alle Gemeinden in und um Dresden, aufgrund der unerwartet hohen Teilnehmerzahl weiterhin dafür zu werben, so viele Übernachtungsmöglichkeiten wie möglich zur Verfügung zu stellen.

Weiterhin wurde beschlossen, das Landeskirchenamt möge gegenüber dem Sächsischen Staatsministerium für Kultur die Bedenken der Landessynode betreffend der Kooperationsvereinbarung zwischen dem SMK und dem WBK III ansprechen. Darin geht es unter anderem um die verpflichtende Teilnahme von Schülern an Veranstaltungen und Angeboten der Bundeswehr während des Schulunterrichts sowie um fehlende Hinweise auf Information und Mitwirkung der Eltern und die Möglichkeiten Referenten mit anderen friedensethischen Ansätzen einzubeziehen. Das Landeskirchenamt wird gebeten ein Konzept zur Friedenserziehung und -bildung zu erarbeiten. Dieses Konzept sollte sowohl die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Kirchgemeinden und Schulen als auch die Aus- und Weiterbildung von Lehrern umfassen und auf diese Vereinbarung reagieren.(11.4.2011)

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