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„Gelobt sei, der da kommt“

Andachten am Gründonnerstag, Karfreitag und Kreuzwege der Nacht

Bild: Abendmahlsdarstellung. Predella am Altar in der Kirche in Netschkau

DRESDEN – Die Karwoche beginnt mit Palmsonntag (Palmarum) am 17. April. Damit bricht die letzte der sieben Wochen in der Passionszeit an. Sächsische Kirchgemeinden begehen diese Zeit bis in die Osternacht mit Ausstellungen, Konzerten, Jugendkreuzwegen, Andachten und Gottesdiensten. Traditionell ist Palmarum, wie im erzgebirgischen Scheibenberg und in Ehrenfriedersdorf, auch der Beginn der Konfirmationssonntage, die bis zum Pfingstfest reichen.

An Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern wird in Abendmahlsgottesdiensten am Gründonnerstag, 21. April, und an seinen Leidensweg in Gottesdiensten zur Sterbestunde am Karfreitag, 22. April, erinnert. In der Nacht von Karsamstag (Stiller Samstag) auf den Ostermorgen endet dann die Passionszeit.

Bild: Plakat zur Ausstellung von Jörg Düsterhöft in Meißen (Foto: Kunstdienst)

Landesbischof Bohl predigt am Palmsonntag (11:00 Uhr) in der Dresdner Frauenkirche. Dieser Taufgottesdienst wird von vokaler Kirchenmusik begleitet, wo aus Georg Friedrich Händels Chorwerk „Dettinger Te Deum“ Auszüge zu hören sein werden. In der Dresdner Kreuzkirche wird der Gottesdienst ebenfalls musikalisch gestaltet. Dazu erklingen Motetten von Heinrich Schütz und Anton Bruckner. Mit einem Kantatengottesdienst und der Bachschen Kantate „Himmelskönig, sei willkommen“ wird Palmarum in der Frauenkirche in Grimma gefeiert.

Unter künstlerischen Aspekten werden in verschiedenen Kirchen Bilder zum Thema Passion und Ostern ausgestellt. Im Meißner Dom ist seit dem 18. März die Ausstellung „Der Kreuzweg“ zu sehen. Der 1959 in Dresden geborene Künstler Jörg Düsterhöft fand seine Inspiration dafür in der biblischen Geschichte des Leidensweges Christi. In 14 Bildern versucht er die Ereignisse abstrakt und emotional darzustellen. Nach einem Besuch im Kloster St. Marienthal in Ostritz entstand diese Bildreihe zwischen Ostern 2005 und Karfreitag 2006. Bis zum 18. September kann die Ausstellung im Dom zu Meißen noch besucht werden.

Bild: Motiv des Fastentuches in der Hohnstädter Kirche (Foto: Kirchgemeinde)

Bilder zur Passion von der Künstlerin Renate Wandel sind noch bis zum 1. Mai in der Leipziger Peterskirche ausgestellt. Seit Beginn ihres Kunststudiums beschäftigte sich Wandel mit der Passionsgeschichte.
In der Leipziger Michaeliskirche findet am Palmsonntag ein Gottesdienst (10:00 Uhr) mit einer Ausstellungseröffnung statt. Bis zum 30. Oktober ist die Ausstellung „Ich bin getauft auf deinen Namen“ täglich von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr zu besichtigen. Dort werden verschiedene Aspekte der Taufe in den Blick genommen. Kinder können unter einer blauen Wasserlinie Entdeckungen zum Thema machen und die Ausstellung selbst mitgestalten.

In Hohnstädt haben Konfirmanden der Grimmaer Schwesterkirchen und Grundschüler unter fachkundiger Begleitung durch die Künstlerin Ulrike Andersch in der Passionszeit ein 3,60 mal 3,90 Meter großes Tuch mit Bildmotiven zu Predigttexten gestaltet.

Bild: Der Hahn und das Feuer in der Osterausstellung in Bad Schlema

Seit Aschermittwoch verhüllt das Fastentuch den Altar in der Hohnstädter Kirche. Das zunächst weiße Tuch bekam jede Woche einen neuen Motivbereich dazu. Mit dem Sonntag Palmarum erhält es unter dem Textspruch „Gelobt sei, der da kommt“ sein letztes Motiv. Die Enthüllung erfolgt am Karsamstag, 23. April, und macht wieder den Blick frei auf den Altar. Die Fastentuch-Tradition der Verhüllung von Altar und Kreuz entstammt einem fast 1000-jährigen kirchlichen Brauch. Das Fastentuch soll zum Verzicht und Innehalten mahnen, es erzählt von Christi Leiden und ruft zur Nachfolge auf, sensibel zu werden für die Nöte anderer.

Noch bis zum 20. April wird in der Auferstehungskirche im erzgebirgischen Bad Schlema eine Ostergarten-Ausstellung zu sehen sein, wo die Stationen der Passionszeit bis hin zum Auferstehungsfest in Bildern und Gegenständen erlebbar werden.

Bild: Kreuzweg in Strahwalde

Zahlreiche Tischabendmahlsgottesdienste finden am Gründonnerstag statt. So gibt es beispielsweise in der St.-Pauli-Kreuz-Kirchgemeinde in Chemnitz (19:00 Uhr) ein Tischabendmahl mit Bildbetrachtung „Petrus und der Hahn“ von Otto Dix. In der Dresdner Lukaskirche (19:30 Uhr) haben Konfirmanden eine Abendmahlsfeier und in der Nazareth-Kirche in Dresden-Seidnitz findet (18:00 Uhr) eine Kreuzwegandacht statt. Musik zum Tischabendmahl erklingt mit dem Flötensextett der Emmausgemeinde in der Emmauskirche (19:30 Uhr) in Leipzig-Sellerhausen.

Mit Jugendkreuzwegen folgen junge Menschen der Leidensgeschichte Jesu nach. So laden die katholische und die evangelisch-lutherische Jugend in Leipzig zu einem Ökumenischen Jugendkreuzweg für den 15. April ein. Dieser steht unter dem Thema „Aus seiner Sicht“. Auch in Reichenbach, Markneukirchen und Chemnitz finden bereits an diesem Freitag ökumenische Jugendkreuzwege statt. „Kreuzpunkte“ – dort können die Jugendlichen in Chemnitz ihre Sorgen und Wünsche, ihre Gebete „unter das Kreuz legen“.

Bild: Kreuzweg in Schneeberg am 15. April (Fotos :Gisela Polster)
Kreuzweg in Schneeberg

Das Stadtjugendpfarramt in Dresden lädt vom Gründonnerstag auf Karfreitag zum KREUZWEG bei NACHT ein. Unter dem Thema „Aus seiner Sicht“ starten die Jugendlichen (21:00 Uhr) mit einem Gottesdienst in der Moritzburger Kirche und wandern dann nach Dresden-Neustadt. Der Kreuzweg wird ein Weg der Stille und Besinnung sein, der an verschiedenen Stationen an das Leiden Jesu erinnert. Mit einem gemeinsamen Frühstück im Gemeindesaal der Martin-Luther-Kirche in Dresden endet dieser.

Auch die Jugend im Erzgebirge trifft sich zu einem Kreuzweg. Dieser beginnt am Karsamstag (gegen 22:30 Uhr) im Carlsfelder Pfarrhaus, wo es nach einem Imbiss, einen Film zum Thema Passion geben wird. In der Nacht zum Ostersonntag wird dann über die verschiedenen Stationen des Kreuzweges Jesu nach Eibenstock gelaufen. Auf dem Friedhof Eibenstock wird dann in den Osterjubel eingestimmt.

Vom 21. April bis 24. April bietet die evangelische Akademie in Meißen Ostertage an, wo sich die Teilnehmer mit dem Thema „… muss uns die Freiheit kommen“ beschäftigen. Das Angebot richtet sich an alle, die sich dem Ostergeschehen ganz persönlich nähern möchten.(15.4.11)

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