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Aktuelles

Gottesdienste und Themenarbeit auf dem Kirchentag

100 Frühaufsteher zum Morgen auf der Aussichtsplattform der Frauenkirche

02. Juni 2011

Gottesdienst in der Diakonissenhauskirche: "..da wird auch dein Gott sein" Misa Criolla von Ariel Ramírez u. Zeugnisse aus Brasilien u. Kirgisien - Lit.: Pfarrer Jürgen Reichel, Ev. Entwicklungsdienst /Predigt: Martin Junge,Generalsekretär Luth. Weltbund
Gottesdienst in der Diakonissenhauskirche: "..da wird auch dein Gott sein" Misa Criolla von Ariel Ramírez u. Zeugnisse aus Brasilien u. Kirgisien - Lit.: Pfarrer Jürgen Reichel, Ev. Entwicklungsdienst /Predigt: Martin Junge,Generalsekretär Luth. Weltbund

2. JUNI: Mit einem besonderen Morgengebet zu sehr früher Stunde eröffnete die Frauenkirche Dresden am heutigen Himmelfahrtstag den thematischen Teil des Kirchentages: Gemeinsam mit Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann stiegen um 6:00 Uhr morgens 56 Besucher zur Laterne der Frauenkirche empor, um auf der luftigen Aussichtsplattform auf 67m Höhe eine Morgenandacht zu halten. "Die frühe Morgenstunde ist wie eine Aussichtsplattform für den bevorstehenden Tag. Gerade an Christi Himmelfahrt kann auf der Kuppel erfahrbar werden, wie Christus uns zu sich zieht und aufrichtet", erklärt Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann die Idee der Morgengebete auf der Kuppel.

Bild: Pfarrer Treutmann hält die Andacht

"Einmal am Tag sollte man in den Himmel blicken", begrüßte Treutmann die Andachtsteilnehmer, die zuvor unter Saxophonklängen die Aussichtsplattform betreten hatten. In seinem geistlichen Wort verwies der Pfarrer der Frauenkirche mit Blick auf diesen Himmelfahrtsmorgen darauf, dass sich am Lebenslauf Jesu ablesen lasse, welcher Weg zum Himmel führt: "Die Art und Weise wie er gelebt und geredet hat; geliebt hat und barmherzig war, brachte den Himmel schon hier auf die Erde. Durch sein Leben sind wir hineingenommen in einen Sog, der unseren Blick himmelwärts zieht."

Trotz des zeitigen Beginns war das Interesse an diesem außergewöhnlichen Morgengebet immens. Die ersten Interessenten hatten sich bereits 4:00 Uhr eingefunden, 15 Minuten vor Beginn zog sich eine kleine Schlange von über 150 Menschen an der Kirche entlang, etwas nach 6:00 Uhr hatten sich dann über 400 eingereiht.

Bild: Zwei jungen Frauen beim Morgengebet auf der Frauenkirchkuppel

Aufgrund der beschränkten Platzverhältnisse auf der Plattform wurde für eine zweite Gruppe spontan ein zweites Morgengebet angeboten, dass Pfarrer Treutmann direkt im Anschluss an das erste hielt. Auch die übrigen Interessenten wurden keineswegs abgewiesen. Für all jene, die aus Platzgründen nicht mit aufsteigen konnten, wurde der Hauptraum der Frauenkirche geöffnet. Mit einer kleinen Kirchenführung begrüßten auch diese Besucher auf besondere Weise den Tag.

Das Frauenkirchen-Morgengebet war die allererste Veranstaltung am Himmelfahrtstag im Rahmen des Dresdner Kirchentages. Auch am morgigen Freitag und am Sonnabend bietet die Frauenkirche Frühaufstehern die Möglichkeit, den Tag mit einem Morgengebet auf der Aussichtsplattform zu beginnen. Treffpunkt ist 6:00 Uhr am Eingang G der Frauenkirche. Auch hier sind aber selbstverständlich die Plätze begrenzt.

Bild: Der SONNTAG kommt in die Verteilung und wird angenommen

Der SONNTAG beim Kirchentag. Freundliche Helfer des Kirchentags verteilen jeden Tag kostenlos eine Ausgabe der sächsischen Kirchenzeitung Der SONNTAG mit aktueller Berichterstattung, Wissenswertem über Sachsen und seine Menschen – und mit den aktuellen Programmänderungen des Kirchentags.

Prof. Dr. Christfried Brödel, Direktor der Hochschule für Kirchenmusik, leitete am Morgen des 2. Juni eine Bibelarbeit zum Mittanzen in der Lukaskirche. Thema waren die Seligpreisungen. "Makaris" heißt das griechische Urwort, das Jesus meint. Das Deutsche beschreibt es nur unzureichend mit "selig" oder "glückselig". "Tanzen macht selig", so Brödel in seiner Einführung. "Was liegt bei diesem biblischen Thema näher, als Wort, Musik und Tanz zusammenzuführen?" Manfred Büsing, Kirchentänzer aus Hannover, übernahm die Anleitung. Und so bewegten sich zwischen Brödels Textauslegungen Frauen und Männer sowie einige Kinder zu Musik von Avo Pärt, Xavier Naidoo oder zu Tangoklängen.

Bild: Getanzte Bibelarbeit
Getanzte Bibelarbeit in der Lukaskirche

Podium "Nachbarn, Freunde, Schwestern und Brüder" im Zentrum für Mittel- und Osteuropa

"Als Christen gehören wir in eine weltweite Gemeinschaft, die sich über Partnerschaften realisiert", so Rainer Stahl, Generalsekretär des Martin-Luther-Bundes bei seinem Eröffnungsplädoyer zum Podium "Nachbarn, Freunde, Schwestern und Brüder" am 2. Juni in der Dreikönigskirche. Ziel sei ein Netzwerk, in dem jede Kirche ihre eigene Rolle hat. Stahl, der mehrere osteuropäische Sprachen spricht, betonte, dass die Kirchen auch voneinander abhängig seien. Denn "keine Kirche ist so arm, dass sie nicht einer anderen Kirche Hilfe geben könnte. Und keine Kirche ist so reich, dass sie nicht von anderen Kirchen Hilfe im Glauben brauchen könnte."

Bild: Podium

Mit Bischof Ryszard Bogusz von der Ev.-Augsburgischen Kirche in Polen, Gerhard Frey-Reininghaus, Ökumenereferent Ev. Kirche der Böhmischen Brüder, Dr. Klára Tarr Cselovszky, Ökumenereferentin der Ev.-Luth. Kirche in Ungarn, Dr. Olga Temirbulatova, evangelische Pfarrerin aus dem russischen Samara und mit der ukrainischen Netzwerkerin Maryna Los kam es nach dem Eröffnungsreferat zu einem intensiven Erfahrungsaustausch über Partnerschaften. Wie entstehen erste Kontakte? "Sprechen Sie Freiwillige an!", so die russische Pfarrerin Olga Temirbilatova. In Samara selbst ging die kirchliche Partnerschaft einher mit einer Städtepartnerschaft zu Stuttgart. Wie kann Verständigung möglich sein, wenn nicht alle die gleiche Sprache sprechen? "Wir sind Freunde. Da geht es auch mal mit Händen und Füßen" sagt der polnische Bischof Ryszard Bogusz. Gerhard Frey-Reininghaus lobt den Austausch zwischen sächsischen und böhmischen Gemeinden: "Das geht fast wie von selbst."

Bild: Ukrainische Gesangsgruppe TEDEUM

Nach Erfahrungen von Maryna Los ist der Kontakt und Austausch besonders bei den Jugendlichen problemlos möglich durch die neuen Medien und sozialen Netzwerke. "Ich freue mich zu sehen, dass die Kontakte zwischen den Kirchen zu Freundschaften zwischen den Menschen führen." Applaus in der gut gefüllten Dreikönigskirche gibt es, als die junge Ukrainerin mahnt: "Wir brauchen Partnerschaften, keine Patenschaften." Die Partnerbeziehen zwischen den mittel- und osteuropäischen evangelischen Kirchen finden seit 1991 aller drei Jahre einen gemeinsamen Höhepunkt bei den Christlichen Begegnungstagen. Sie sind hier erstmalig in den Deutschen Evangelischen Kirchentag integriert.

Beim Begegnungs-Café, betreut von der Ökumenischen Akademie Praha in Kooperation mit dem Haus der Kirche gibt es keine Verständigungsprobleme: "Cappuccino bitte", sagt der grauhaarige Herr. "Verstehen Sie das?" "Rozumime", antwortet der dunkelhaarige Prager auf Tschechisch. "Wir verstehen. Cappuccino können Sie so auch auf Englisch oder Tschechisch sagen. Das ist international."

Bild: Am Zentrum Kirchenmusik in und an der Lukaskirche

Etwa 300 Leute fanden sich am Donnerstagnachmittag zum Offenen Singen in die Lukaskirche ein. Gottfried Trepte, Kirchenmusikdirektor im Kirchenbezirk Dresden-Nord und Kantor an der Lutherkirche Radebeul, leitete einen Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus Dresdner Kantoreien. Zwischen der chorleiterischen Arbeit mit Chor und Publikum gab er kleine Bonmots zum besten, die für allgemeine Heiterkeit und fröhliche Stimmung sorgten. Kostprobe: "Bei Tenören handelt es sich entgegen dem ersten Anschein meist um männliche Geschöpfe." Oder: "Altisten sind Sängerinnen mit mindestens achtzigjähriger Chorerfahrung." Den Nachmittag begleitete zudem Kirchenmusikdirektor i. R. Hans-Dieter Schöne am Klavier.

Bild: Kirchenbank als breite Sitzgelegenheit

Kirchenbänke einmal anders – nicht in einer Kirche, sondern auf  Plätzen, Straßen und Wiesen. An acht unterschiedlichen Orten in der Dresdner Innenstadt finden Kirchentagsgäste und vorbeigehende Passanten Kirchenbänke zum Ausruhen, Nachdenken, aber auch zum Reden. Haupt- und Ehrenamtliche der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens laden hier zu Gesprächen über christliche Themen und Begriffe wie Segen, Gebet, Gnade oder Dreifaltigkeit ein. Die Kirchbänke stehen von Donnerstag bis Sonnabend auf dem Gomodai-Platz, am Rebekka-Brunnen, vor dem Goldenen Reiter, auf der Prager Straße, vor dem Schauspielhaus, vor dem Stadtmuseum und in der Flutrinne.

Bild: Der Poet Bernd Pittkunnings mit Gitarre

Ukrainische Kinder und Jugendliche präsentierten am Donnerstag im Kulturrathaus mit ihrer Tanzgruppe "Shytomyr (Lächeln)" Volkstänze u.a. aus der Ukraine, Polen und Deutschland.
Der sorbische Liederpoet Bernd Pittkunnings präsentierte am Donnerstagabend im Zentrum Mittel- und Osteuropa in der Dreikönigskirche unter dem Motto "Drahtseilakt" besinnliche, kämpferische und fröhliche Lieder über sorbische Identität zwischen Alltag, sorbischer Kultur, deutscher Bildung, Braunkohleförderung und Tourismus. Der Künstler ist zudem Gründungsmitglied des Fördervereins für den Gebrauch der wendischen Sprache in der Kirche.

Bild: Slowakischer Generalbischof Milos Klátik

Zuvor fand in der Kirchenraum der Dreikönigskirche, ein evangelischer Gottesdienst in slowakischer Sprache statt. Die bis auf den letzten Platz gefüllte Kirche erlebte einen Gottesdienst mit gesungener Liturgie. Stimmgewaltig sangen die beiden Pfarrerinnen Katarina Hudáková und Eva Kolesárová sowie der Distriktbischof Milan Krivda. Der Generalbischof Milos Klátik hielt die Predigt auf Deutsch. Auf Slowakisch sang die versammelte laut und vertraut mit der Liturgie und den Liedern. Nach der katholischen Kirche ist die lutherische Kirche in der Slowakei die zweitgrößte Konfession und die größte lutherische Kirche im östlichen Mitteleuropa. Ebenfalls im Gottesdienst sangen u.a. der Chor des Evangelischen Lyzeums in Tisovec und eine Oktett einer Kirchgemeinde in Bratislava-Petrzalka.

Bild: Slowakische Chorgruppen singen zusammen

Der Abend war begleitet von besonderen Musikbeiträgen. Mehrere Großkonzerte unterschiedlicher Genres zogen wieder Tausende in den Bann. In der Kreuzkirche gaben die Kruzianer und die Thomaner ein gemeinsames Konzert, während das große Wise-Guys-Konzert im Rudolf-Harbig-Stadion stattfand. Die beste Kulisse erlebten allerdings die Besucher vor der Hauptbühne am Königsufer, wo unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger das Paulus-Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy in Musik und Bild zusammen mit der Elbland Philharmonie aufgeführt wurde. Das Angebot der gastgebenden Landeskirche war mit rund 350 Sängerinnen und Sängern aus mehreren Kirchenchören verschiedener Regionen vorbereitet worden. Da es keine geschlossene Veranstaltung war, konnten viele Dresdner, die zufällig an der Elbe vorbeikamen, dem Großklang lauschen. Selbst auf der Brühlschen Terrasse und der Augustusbrücke war der Chor- und Orchesterklang gut zu hören.

Bild: Blick auf die Bühne mit Chor und Orchester

 

 

 

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