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Aktuelles

Halbzeit bei den Zentren mit hohem Besucherandrang

Geteilte Freude ist ganze Freude – Junge Kirchentagsgäste immer aktiv

03. Juni 2011

Bild: Lachende Gesichter zur Eröffnung des Zentrums der Jugend

Bild: Martin Luther im Wandel der Zeiten verhübscht

Mit dem Geläut der größten Glocke der Frauenkirche, der Friedensglocke Jesaja, begann die mittägliche  Friedensandacht in der Frauenkirche Dresden. Im vollständig gefüllten Kirchenschiff hörten die Gäste das geistliche Wort. Kraftvoll sangen sie gemeinsam und lauschten still den Orgelklängen. Im Anschluss hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, die Geschichte und Ikonografie der Kirche von einem Kirchenführer erläutert zu bekommen. Seit gestern werden um 13:00 Uhr Andachten angeboten sowie um 18:30 Uhr.
Nach dem in der heutigen Nacht die Friedensfeier mit einer eigens ausgearbeiteten Friedensliturgie in der Frauenkirche mit 800 Menschen stimmungsvoll zu Ende gegangen ist, warteten seit dem frühen Morgen wieder zahlreiche Kirchentagsgäste, um die Angebote der Frauenkirche wahrzunehmen.

Bild: Versöhnungsschiff frühmorgens noch vor Anker

Um 9:00 Uhr legte am Anleger 1 das Versöhnungsschiff der Nagelkreuzgemeinschaft ab. Bis zum Mittag fuhr es elbeaufwärts vorbei an den vier Dresdner Nagelkreuzzentren: Frauenkirche, Kreuzkirche, Diakonissenanstalt und Schifferkirche Maria am Wasser. Mit an Bord waren u.a. Kreuzkirchenpfarrer Joachim Zirkler und Oberkirchenrat Dr. Oliver Schuegraf vom Vorstand der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland.
"Versöhnung suchen und erfahren" lautete das Motto dieser Fahrt mit dem Raddampfer. Die Stadtführerin Agathe Zirkler erzählte für die Passagiere Versöhnungsgeschichten: Dazu gehören die Biografien des Malers Ludwig Richter oder schwedischen Prinzessin Carola, nach der die Dresdner Carolabrücke benannt ist.

Bild: Bläser bringen Morgenständchen und das Schiff in Fahrt

Frau Zirkler erwähnte ebenso die Schauspielerin Caroline Neuber ("Neuberin"), die 1760 in Dresden-Laubegast starb. Deren starke Persönlichkeit, ihre Auseinandersetzungen mit ihrem Stiefvater, später mit Adeligen und Literaten müssen Versöhnungsgeschichten geprägt haben. Eine neue Versöhnungsgeschichte erzählt vom Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche: Menschen aus der ganzen Welt sammelten Spenden für das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gotteshaus. Ihre Versöhnungsgeschichte der Waldschlösschenbrücke müssen die Dresdnerinnen und Dresdner allerdings erst noch schreiben.

Auf dem Rückweg erzählte Schwester Edith Haufe, eine über achtzigjährige Diakonisse, den mitfahrenden Gästen, wie während der 60-iger Jahre junge Briten an die Dresdner Diakonissenanstalt kamen, dort Kriegsschäden beseitigten und beim Aufbau halfen. Das war der Beginn einer Versöhnungsgeschichte, die 1965 zur Gründung des ersten Dresdner Nagelkreuzzentrums führte. Die Versöhnungsfahrt endete mittags mit dem Versöhnungsgebet von Coventry in der Kreuzkirche. Das Gebet umschreibt die Aufgabe der Versöhnung in der weltweiten Christenheit und wird jeden Freitagmittag in der Kreuzkirche gebetet.

Bild: Kinder sprechen sich vor dem Bühnprogramm ab

Wie überall war auch gestern am Himmelfahrtstag der Ansturm am Kinderzentrum riesig. Die Verantwortlichen erwarteten bis zu 10.000 Kinder pro Tag. Auch heute waren alle fröhlich gestimmt. Überall wurde gemeinsam gebastelt, erzählt und gespielt. Besonders das biblische Dorf – „Beth Schalom“ zog wieder viele Schaulustige an. Dieses wurde organisiert von den Gemeindepädagogen der sächsischen Landeskirche in Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes Sachsen. Dort konnten die Kinder sich selbst ausprobieren, beispielsweise konnten sie im Handwerkerhof Sandalen oder ein kleines Büchlein herstellen.

Bild: Der Matzenbäcker zeigt es anschaulich

Im Brothaus mahlten die Kinder selbst Körner für das Mehl eines Fladenbrotes. Danach wurde ein typisch israelisches Brot in einer Feuerschale gebacken.
Die Gemeindepädagogen des Zwickauer Kirchenbezirkes betrieben dort eine Gärtnerei, wo Duftsäckchen mit getrockneten Kräutern gefüllt wurden. Für jeden Geschmack war also etwas dabei.
„Ich freue mich besonders, dass wir das erste Mal gemeinsam als Familie auf dem Kirchentag sind“, so der neunjährige Tobias aus der Nähe von Stuttgart am Kinderzentrum. Im gläsernen Restaurant für Kinder, das gestern das erste Mal auf einem Kirchentag eröffnet wurde, schmierten die kleinen Besucher gesunde Pausenbrote und bereiteten Obstspieße zu.

Bild: Eröffnung des Zentrums Jugend von der Bühne aus gesehen

Im Zentrum Jugend treffen sich täglich viele junge Menschen, die gemeinsam beten, singen, diskutieren und entspannen. Ausgesprochen „loungig“ ging es heute in der CVJM-Oase am rechten Elbufer zu. Dort ist täglich von 12:00 bis 24:00 Uhr vor allem Platz und Raum für junge Erwachsene, CVJMer und alle, die Freude am Chillen und Reden, an ganzheitlich-spirituelle Entdeckungen und guten Impulsen haben. Neben einem bunten Bühnenprogramm gab es in der Hafenwirtschaft leckeres Essen und Getränke zu genießen – und einfach einmal Zeit, um sich vom umfangreichen Kirchentagsprogramm auszuruhen.

Ein besonderer Anziehungspunkt ist der Ökumenische Jugendkreuzweg unter dem Motto „Aus seiner Sicht“ im Zentrum Jugend. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Redaktionsteams wurde wie am Himmelfahrtstag in Liedern und Texten dem Leidensweg Jesu und seiner Auferstehung gedacht. Im Anschluss daran standen die Macher des Jugendkreuzweges für Fragen und Anregungen zur Verfügung. Mit dabei waren auch die Kreuzweg-Chefs Markus Hartmann und Michael Freitag (aej) sowie der sächsische Vertreter im Jugendkreuzweg Team, Tobias Petzoldt. Vorher fand für Interessierte eine Chorprobe mit den Komponisten und Musikern Gregor Linßen und P. Norbert Becker statt, die teilweise aus allen Nähten platzte.
Der Ökumenische Jugendkreuzweg ist ein Projekt der katholischen und evangelischen Jugend. Seit 52 Jahren entsteht jährlich neues Material mit Bildern, Texten und Liedern, welches in der Passionszeit im gesamten deutschsprachigen Raum genutzt wird.

Bild: Ukrainische Tanzgruppe auf dem Treffpunkt Jugend

Bunt geht es in der Trainingshalle der Eisarena zu, wo Mädchen aus sieben sächsischen Tanzgruppen eine Tanzshow präsentierten. Augenfällig sind nicht nur die Kostüme, sondern auch die Herkunft der Tänzerinnen, denn sie kamen aus ganz verschiedenen Ländern, die meisten von ihnen aus Osteuropa. Sie leben in Sachsen als Spätaussiedler, seit 1991 haben etwa 115.000 von ihnen hier eine neue Heimat gefunden. „Die Tanzgruppen fördern das Zusammenleben von Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern“, sagte Natalia Wolter, Jugendmitarbeiterin im Stadtjugendpfarramt Leipzig.

Bild: Platz einnehmen und Stimmung genießen

Eine Kinder- und Jugendzirkusgruppe aus Dresden verzauberte die Gäste mit ihrer Puppennummer und mit einer tollen Akrobatikshow. „Erwähnt werden muss auch, dass alle Kostüme selbst genäht werden“, erklärte Rolf Schmidt aus dem Landesjugendpfarramt. Gemeinsam mit Natalia Wolter organisierte er diese Tanzshow, die in diesem Jahr im Rahmen des sächsischen Gemeindetages für Aussiedler zum Kirchentag aufgeführt wird. „Wir wollen zeigen, dass neu Hinzugezogene etwas sehr Bereicherndes für uns hier in Sachsen sind“, sagte Natalia am Ende des Showprogramms unter dem begeisterten Beifall des Kirchentagspublikums.

Bild: Gottesdienstbesucher in der Annenkirche

Mit einem Gottesdienst in der Annenkirche brachten die Gossner und die Norddeutsche Mission und das Leipziger Missionswerk (LMW) am Freitagnachmittag die weltweite Kirche auf den Kirchentag. Alle drei Missionswerke feiern in diesem Jahr ihr 175. Jubiläum und beteiligten sich mit internationalen Gästen. Unter den Mitwirkenden waren auch die Teilnehmerinnen des LMW-Programms „Mission to the North“ (Mission in den Norden) aus Indien, Tansania und Papua-Neuguinea.

Inhaltlich drehte sich alles um das Thema Teilen. Bischof Jan Jannsen aus der Oldenburgischen Landskirche betonte als Vorsitzender des Evangelischen Missionswerkes in Deutschland, dass „Teilen Gottes schönstes Geschenk an die Menschheit“ sei.

Bild: Drei Frauen aus der Initiative mission to north beteiligen sich am Festgottesdienst

Er rief in seiner Predigt zu Markus 6, 30-40 zu einem sinnvollen Teilen auf. Das brauche „den Blick und die Bewegung, die Begeisterung und die Bereitschaft, mit anzupacken, wenn es soweit ist“.

Als gastgebendes Werk im Verbund der evangelischen Missionswerke in Deutschland lud das LMW zu einem Abend der Begegnung in das Landeskirchenamt. Martin Junge, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, wird als Gast erwartet. Er würdigt damit die Arbeit, des ältesten lutherischen Missionswerkes, das 1836 in Dresden gegründet wurde. Eine Ausstellung im Atrium erläutert die Geschichte und stellt die Partner vor. Selbstverständlich ist das LMW auch als Stand auf dem Markt der Möglichkeiten präsent.

 

 

 

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