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Aktuelles

Landessynode vom 11.-14. November 2011 in Dresden

Rechtsextreme Aufmärsche sind ein gesellschaftliches Alarmsignal

Bild: Blick ins Plenum

Nach der 2. Beratung des Haushaltplanes 2012 mit einem Gesamtvolumen von 179,3 Mio. Euro ist am Montag, 14. November, die 8. Tagung der 26. Evangelisch-Lutherischen Landessynode Sachsens in der Dresdner Dreikönigskirche / Haus der Kirche zu Ende gegangen. Ebenfalls wurden die Zusammenlegung der beiden Kirchenbezirke Großenhain und Meißen zum 1. Januar 2013 sowie die Einführung der Agende „Passion und Ostern“ beschlossen.

Zuvor war im Plenum der Synode angesichts der aktuellen Erkenntnisse über die „Zwickauer Zelle“ und den befürchteten Neonaziaufmärschen am 18. Februar 2012 in Dresden auf Initiativen von Gemeindepädagogen und Jugendlichen in Dresden hingewiesen worden, den Protest gegen diese Aufmärsche zu verstärken. Die Stellungnahme des Sozial-Ethischen Ausschusses machte sich die Synode zu Eigen. Rechtsextreme Aufmärsche seien ein gesellschaftliches Alarmsignal und weiterhin heißt es u.a., „Dresden ist kein Ort der Unschuld – hier lebten Täter und Opfer… Das schwierige Erbe unseres Landes für das Täter und Opfer stehen, muss sich unserer Erinnerungskultur künftig besser wiederfinden.“

In seinem Bericht sprach Landesbischof Jochen Bohl sehr viele wichtige und drängende Fragen an. Unter dem Titel „Am Anfang war das Wort“ stellte er die Lutherdekade ins Zentrum seines Berichtes. In den ersten drei Abschnitten rief der Landesbischof die zwei bereits begangenen Themenjahre der Lutherdekade - „Reformation und Bekenntnis“, hier insbesondere die Bedeutung der Barmer Theologischen Erklärung, und „Reformation und Bildung“ mit der besonderen Bedeutung der evangelischen Schulen in Erinnerung. Er verdeutlichte noch einmal die Bedeutung der Taufe (Jahr der Taufe 2011) im Themenjahr „Reformation und Freiheit“ für die Landeskirche. Der Landesbischof würdigte den Besuch von Papst Benedikt XVI in Deutschland und schilderte seine persönlichen Eindrücke und ermutigte zu einer weiterhin engen ökumenischen Zusammenarbeit.

Der Bericht der Kirchenleitung ist in diesem Jahr kein thematischer Bericht, sondern beleuchtet einige ausgewählte Themen der Kirchenleitung in den vergangenen Jahren. So beschreibt der Bericht insbesondere im ersten Teil die Situation der Kirche angesichts einer zunehmend säkularen Gesellschaft und versucht Konsequenzen für Mission und Gemeindeaufbau in einer postmodernen Welt zu benennen. Aber auch in weiteren Teilen des Berichtes wird deutlich, dass sich die Kirchenleitung sehr intensiv mit den Perspektiven der Landeskirche angesichts der sich verändernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschäftigt. Dies betrifft sowohl strukturelle Fragen wie die Vereinigung von Kirchenbezirken, Strukturanpassung und Neudefinition von Berufsbildern als auch inhaltliche Fragen in Zusammenhang mit dem Pfarrdienstgesetz der EKD und insbesondere dem Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Kirche und Pfarrhaus.

Der neue Direktor des Leipziger Missionswerkes (LMW), Pfarrer Volker Dally, stellte sich und seine ersten Aufgaben und Erfahrungen zu Beginn seines Berichtes kurz vor. Unter dem Motto „Teilen verbindet“ konnte das Leipziger Missionswerk in diesem Jahr sein 175jähriges Jubiläum feiern und dabei mehrere Höhepunkte erleben.

Volker Dally stellte noch einmal die Bedeutung des LMW für die Partnerkirchen in Tansania, Indien und Papua Neuguinea, aber auch für frühere Missionsgebiete wie Australien, dar und betonte den Wunsch der Partnerkirchen, in theologischen Fragen einen Dialog auf Augenhöhe führen zu können. Gleichwohl berichtet er von pauschalen Vorurteilen und zunehmenden Herausforderungen, die Finanzierung der Arbeit zu sichern.

Die Mecklenburgische Landeskirche scheidet mit dem Zusammenschluss zur Nordkirche aus der Trägerschaft des LMW aus. Dies hat Auswirkungen auf die finanzielle, personelle und inhaltliche Struktur des LMW. So wurde die Ausländer- und Migrationsarbeit eingestellt und werden in Zukunft zwei Referate zu einem Asien-Pazifik-Referat zusammengelegt.

Volker Dally erläuterte weiterhin, dass das LMW über ein umfangreiches Freiwilligenprogramm verfügt. Die Jahresplanung des Leipziger Missionswerks, so Dalli, wird sich in den kommenden Jahren an den Themen der Lutherdekade orientieren und diese mit eigenen Projekten und Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Partnerkirchen bereichern.

Auf Antrag des Sozialethischen Ausschusses bittet die Landessynode den Rat und die Synode der EKD, sich des Themas „Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum“ anzunehmen, der falschen Vorstellungen vom grenzenlosen Wirtschaftswachstum zu widersprechen, von den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft ein Ende des Zwangs zum quantitativen Wirtschaftswachstum zu fordern. Anlass dazu war ein Impuls der sächsischen Initiative „Anders wachsen“.

Ebenfalls auf Antrag des Sozialethischen Ausschusses unterstützt die Synode Kirchgemeinden und Bürgerinitiativen in ihrem Engagement gegen Massentierhaltung. Insbesondere bittet sie Kirchgemeinden, kein Kirchenland für die industrielle Massentierhaltung zur Verfügung zu stellen. Ebenso ermutigt sie Christinnen und Christen zu einem anderen Lebensstil und der Einschränkung bzw. Vermeidung des eigenen Fleischkonsums. Sie stellt in diesem Zusammenhang auch die besondere Verantwortung kirchlicher Einrichtungen heraus.

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