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Aktuelles

26. Landessynode beendete ihre Frühjahrstagung

Bild: Blick in das Plenum der Synode

Die Frühjahrstagung der 26. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landessynode Sachsens ging am 23. April 2012 mit einem Ausgleich in der Frage um den umstrittenen § 39 des EKD-Pfarrdienstes zu Ende. Mit dem Beschluss des Ergänzungsgesetzes und der Erweiterung um einen Paragrafen 15 machten sich die Synodale einmütig die Vorlage des Theologischen- und des Rechtsausschusses zu Eigen und erklärten den unveränderten Bestand des Leitbildes von Ehe und Familie für Pfarrerinnen und Pfarrer. Auch die bisherigen Kritiker des Kirchenleitungsbeschlusses begrüßten die Ergänzung und die Erklärung und regten einen Gesprächsprozess über noch strittige ethische Fragen an für die nächsten drei Jahre an.

Bild: Blick zur Podiumsdiskussion am Sonnabend

Im Zusammenhang damit verabschiedeten sie mit großer Mehrheit eine Erklärung der Landessynode zum Paragrafen 39 des EKD-Pfarrdienstgesetzes und dem Beschluss der Kirchenleitung vom 21. Januar 2012. Darin betont die Landessynode nochmals ausdrücklich die Bedeutung des Kirchenleitungsbeschlusses vom 29. August 2001 und seine Fortschreibung im Kirchenleitungsbeschluss vom Januar 2012. In eng umgrenzten seelsorgerlichen Einzelfällen kann gleichgeschlechtlichen Paaren in eingetragenen Lebenspartnerschaften ein Zusammenleben im Pfarrhaus ermöglicht werden.  Sie regt weiterhin einen längeren Gesprächsprozess über das Schriftverständnis und die noch strittigen ethischen Fragen für die Landeskirche an.
Vertreter der Bekenntnis-Initiative und der landeskirchlichen Gemeinschaften sowie Befürworter des Kirchenleitungsbeschlusses vom Januar 2012 begrüßten den gefundenen Ausgleich als eine „Brücke“, die es den unterschiedlichen Positionen ermöglicht, die gefundene Regelung mitzutragen.

Bild: Blick auf das Präsidium der Synode

In Vorbereitung auf diese Debatte fand am Sonnabend im Rahmen eines Thementages eine breit angelegte Diskussion mit Impuls-Vorträgen, Tischgesprächen und Arbeitsgruppen zu gegenwärtigen innerkirchlichen Spannungen statt. Die Professoren Dr. Klaus Tanner (Heidelberg) und Johannes Berthold (Moritzburg) setzten sich in ihren Impulsen aus ganz verschiedenen Blickwinkeln mit den Herausforderungen einer Kirche in einer pluralistischen Gesellschaft auseinander.
In den Tischgesprächen und Arbeitsgruppen ging es u.a. um den Umgang mit Homosexualität, die Auslegung der Bibel und konkrete Konsequenzen für die Landeskirche.

Bild: Die Referenten vom Sonnabend und Synodalpräsident Guse (r.)
Der Thementag mit zwei Impulsreferaten

Ein anschließendes Podiumsgespräch formulierte im Ergebnis den Willen „miteinander und aneinander zu wachsen“, als Kirche der Freiheit nicht beliebig zu sein und gegenseitige Positionen ernst zu nehmen. Es wurde aber auch klargestellt, dass sich die Kirche nicht aus geschichtlichen Veränderungsprozessen herausnehmen könne. Landesbischof Jochen Bohl gab vor der Synode eine Stellungnahme zum Kirchenleitungsbeschluss vom 21. Januar 2012 ab. Er betonte die große Ernsthaftigkeit, Intensität und konstruktive Atmosphäre, in welcher der Beschluss in der Kirchenleitung zustande kam. Er erläuterte und verdeutlichte noch einmal die Intention und den Inhalt des Beschlusses und begrüßte, dass die Bedeutung von Ehe und Familie sowohl im Kirchenleitungsbeschluss als auch im  sächsischen Ergänzungsgesetz zum Pfarrdienstgesetz der EKD gestärkt wird.

Begonnen hatte die Frühjahrstagung mit der Verabschiedung einer Kundgebung der Landessynode zur „Barmer Theologischen Erklärung“ und deren Bedeutung für die Gegenwart aus lutherischer Sicht.
Der Direktor des Diakonischen Amtes, Oberkirchenrat Christian Schönfeld, bekräftigte im Rahmen der Vorstellung seines jährlichen Berichtes den Dritten Weg der Diakonie in der Bezahlung von Beratungs- und Pflegekräften. „Pflegefachkräfte sollten wie ein Juwel behandelt werden“, so Schönfeld und er wies auf den drastisch steigenden Pflegebedarf im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen hin. Gleichzeitig beklagte Schönfeld die Schwierigkeit zurückgehender Leistungen angesichts des Anspruchs der Diakonie, die Pflege- und Beratungsqualität hoch zu halten.

Zu den Berichten

Bild: Synodale stehen am Ende der Tagung

ERF Radio-Beitrag

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