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Pfingstmontag treten drei Dörfer für ihre Kirchen an

AKTUELL vom Ergebnis

Burkhardswalde gewinnt 150.000 Euro bei Fernsehshow am 28. Mai 2012 und kann das Geld für die Sanierung der Dorfkirche sinnvoll und substanzerhaltend einsetzen. Die engagierte Show für drei Dörfer und drei Kirchen in Mitteldeutschland war damit nicht nur ein medialer Erfolg.

MDR-Fernsehen aktuell

Wettstreit um eine ‚himmlische halbe Million’ für Kirchen Mitteldeutschlands

Bild: Blick in die Runde und Sendeaufzeichnung für die Mach-dich-ran-Show

Da kam Bewegung auf in Burkhardswalde im Triebischtal. Viele der Einwohner versammelten sich an einem heißen Nachmittag vor der imposanten Kirche in Hanglage, um sich für einen Fernseh-Wettstreit am 28. Mai in Burkhardswalde und Zwickau fit zu machen. Zuvor wird die Gemeinde am Abend des 21. Mai in der „Mach dich ran-Show“ des MDR-Fernsehens vorgestellt.

Bild: Moderator spricht mit dem Marco Mäbert während der Aufzeichnung

Um alles ins rechte Bild zu setzen, waren zwei Kameramänner und das Team um den bekannten Moderator Mario D. Richardt im Meißner Land unterwegs. Die Dorfbewohner unterschiedlichen Alters brachten gute Laune mit, versorgten sich mit Getränken, Kuchen und Bratwürsten und waren gespannt auf den Fortgang der Dinge beim Dreh. Schließlich wurde durch den Kirchenvorstand Marco Mäbert dem Moderator eine Aufgabe gestellt, die darin bestand, von neun Schlüsseln drei für Kirchentüren auszuprobieren, die ihm den Zugang zum Glockenturm ermöglichen. Richardt sollte mit Hand alle drei Glocken gleichzeitig läuten und dann wieder zurück zur Zuschauermenge laufen. Wie viel Zeit er benötigt, hatten die Dorfbewohner zuvor zu schätzen und auf eine Karte zu schreiben.

Bild: Bürgermeister von Triebischtal Dieter Schneider und Pfarrer Christoph Rechenberg
Bürgermeister Schneider und Pfarrer Rechenberg

Wie lange er brauchte und wer von den Teilnehmenden der tatsächlichen Zeit am nächsten war, wird in der aufgezeichneten Sendung bei ‚Mach dich ran’ am Montag um 19:50 Uhr zu sehen sein. Trotz Spielspaß und des zweiten Teils des Kampfes um die ‚himmlische halbe Million’ am Pfingstmontag, ist der Anlass ein ernster. Die Burkhardswalder Kirche ist groß und dringend sanierungsbedürftig, womit die kleine Gemeinde völlig überfordert ist. Die Kirchgemeinde suchte Hilfe bei der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) und bewarb sich für die Teilnahme an der MDR-Sendung. Nun werden sie Sachsen vertreten und sich zwei Mitbewerbern aus Thüringen und Sachsen-Anhalt stellen müssen, deren Kirchen es ebenfalls nötig haben.

Bild: Rückseite der Kirche, wo die Feuchtigkeit die Außenhaut zerstört und nach innen dringt

Dem Gewinner winken 300.000 Euro, danach abgestuft 150.000 und 50.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen. Selbst mit dem Hauptgewinn werden kaum Verschönerungen am über 500-jährigen Gotteshaus umzusetzen sein. Substanzerhalt durch Trockenlegung ist die vordringliche und teure Maßnahme. Pfarrer Christoph Rechenberg zeigt auf viele Stellen an der Außenhaut der Kirche, insbesondere am Turm, wo das Wasser die Wände herab läuft und ins Mauerwerk eindringt. Die Fenster sind notdürftig verglast, aber nicht dicht. Im inneren des Chorraums schiebt sich bereits Feuchtigkeit in Richtung des mächtigen Sandsteinaltars. „Zuerst müsse das restliche Dach, die verwitterten Sandsteinläufe zur Wasserableitung, der große Turm, die Trockenlegung der Mauern und der Einbau von soliden Fenstern im Kirchenchor angegangen werden“, sagt Pfarrer Rechenberg.

Bild: Feuchtigkeitsschäden an der Nordwand im Chorraum

Die stattliche Kirche mit dem hochgezogenen Dach birgt überhaupt einige Überraschungen. In der Hoffnung auf reiche Silbererzvorkommen, wurde die Kirche auf Zukunft gebaut. Der Kirchturm ist der älteste Teil der Kirche.

Bild: Feuchtigkeit an oberen Wänden im Innenraum

An ihm wurde im 15. Jahrhundert um die kleinere Vorgängerkirche ein größeres Kirchenschiff gebaut. Schließlich wurde nichts aus dem Silberreichtum und die Siedlung wuchs nicht wie erwartet. Das zeigen die Kapitelansätze für ein geplantes Gewölbe sowie die unausgebauten und verschlossenen doppelstöckigen Logen. Eine braune hölzerne Flachdecke schließt den Raum wie eine Basilika nach oben ab. Wertvollster Schatz der Kirche ist wohl der fünf Meter hohe Sandsteinalter des bedeutenden Meißner Bildhauers Melchior Kuntze aus dem Jahre 1619, der von der Familie von Ende gestiftet wurde. Er zeigt in einer beeindruckenden Kunstfertigkeit die Taufe und das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern, vor allem aber die Geburt Jesu (Weihnachtskrippe).

Um diese besondere Kirche mit dem Handgeläut der drei Glocken zu erhalten, bedarf es nicht nur kirchgemeindlicher Anstrengungen.

Bild: Viele Zuschauer werden zu den Sendungen erwartet

Das ganze Dorf und die Gemeinde Triebischtal, zudem Burkardswalde gehört, wollen dafür einstehen, sagt Bürgermeister Dieter Schneider und denkt schon mal an den Wettstreit zu Pfingsten am 28. Mai in Zwickau. Dort werden 100 Sachsen-Fans und drei Spieler und ein Protagonist zugelassen. In Burkardswalde verfolgt am Abend die Gemeinde im restaurierten und historischen Gasthofkomplex „Alma Kasper“ den Spielverlauf in Zwickau. Für den Bürgermeister ist es schon ein erwünschter Begleiteffekt, wenn neben einem erhofften Erfolg auch das Triebischtal weiter an Bekanntheit gewinnt.

Bild: Der T-Shirt-Drucker im Pfarramt in Aktion

Neben Unterstützern von Betrieben, Handwerkern, Vereinen, Feuerwehr und Schule, legt sich besonders die Kirchgemeinde ins Zeug. Die T-Shirt-Klebemaschine läuft im Pfarramt Burkhardswalde-Tanneberg und Taubenheim heiß und wird von Mitgliedern der Jungen Gemeinde bedient. „Ja, wir schaffen das!“ heißt es selbstbewusst auf dem weißen Shirt. Zu hoffen ist, dass diese Gemeinde aus ganz Sachsen Rückhalt bekommt. Also: „MACH DICH RAN !“

Burkhardswalde

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