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Siebte Nacht der Kirchen war wieder ein Erfolg

Zwischen Kesselgulasch, Führungen, Chor- und Alphornklängen

Bild: Band und Chor in der St.-Pauli-Kirchruine mit zwei Aufführungen am Abend

Die 7. Nacht der Kirchen war in Dresden wieder ein Erfolg. Trotz eines großen abendlichen Musikevents in der Elbestadt, ließen sich am 2. Juni auch viele Menschen für die unterschiedlichen Angebote in den 59 Kirchen begeistern. Ob gezielt zu Einzelveranstaltungen oder der Weg über mehrere Stationen, das Wetter stand dem nicht im Wege.

Bild: Blick in die St.-Pauli-Kirchruine am frühen Abend

Allerdings hielten sich diesmal angesichts der Kühle lange „Außengelage“ bis in die Nacht in Grenzen.

Vielleicht gingen deshalb die Bratwürste vielerorts so schnell weg wie die warmen Brötchen. So beispielsweise bei Turmführungen auf der Christuskirche zwischen den beiden Türmen in Strehlen oder an der Versöhnungskirche in Striesen die Wiener Würstchen. Dort füllten zuvor ein Theaterstück von Christenlehrekindern sowie ein anschließendes Konzert mit Mozart- und Bártok-Werken den Kirchraum. An der Heilig-Geist-Kirche in Blasewitz hielten Männer das Kesselgulasch warm, während in der Kirche Gospel-Time war. Danach gab es eine Solo- und Kammermusik mit dem Schiedmeyer-Harmonium auf der Orgelempore.

Bild: Blick in die Kreuzkirche während einer Bildbetrachtung bei Orgelklängen
Kreuzkirche

Begonnen hatte der lange Abend in den Dresdner Kirchen mit einer gut besuchten Kreuzchorvesper am Nachmittag, dem sich ein eigenes Programm des Kreuzchores anschloss. Nach einem Offenen Singen mit Kreuzkantor Roderich Kreile begann um 21:00 Uhr in der Kreuzkirche ein Podiumsgespräch mit musikalischen Unterbrechungen zum Thema „Wie hältst du’s mit der Religion“.

Um 24:00 Uhr gab es noch ein Turmblasen von der Kreuzkirche mit der Sächsischen Posaunenmission. Daran beteiligte sich auch Superintendent Christian Behr, der zuvor einige Kirchen seines Kirchenbezirks (Dresden Mitte) besuchte. Sichtlich beeindruckt war er vom spätabendlichen Programm in Dresden-Prohlis mit ‚Blues, Bier & Brezeln’ mit Sängern, Gitarre, Schlagzeug und Piano, wo sich in der DDR-Naubaukirche 100 Besucher begeistert zeigten. Superintendent Albrecht Nollau (Dresden Nord) war in der Dresdner Neustadt unterwegs.

Bild: Chor singt in der Blasewitzer Heilig-Geist-Kirche

Bei einer hohen Programmdichte in einer Gemeinde waren zu einzelnen Angeboten zwischen 40 und 50 Besucher gekommen, bei besonderen Ereignissen und Orten über 100. So füllte sich in der Neustadt der neu gestaltete und sanierte Kirchraum der glasbedachten St.-Pauli-Kirchruinen.

Bild: Blick in die gut besuchte ev. Kirche Bad Weißer Hirsch
Kulturprogramm in der ev. Kirche Weißer Hirsch

Um 18:00 und 20:00 Uhr erklang in neuer Akustik das ‚Daniel Oratorium’ mit Band, Chor und Bläser dieser Gemeinde.
Ebenfalls auf Neustädter Seite stand der katholische Teil der ehemaligen Garnisonkirche offen für Gebet und Komplet. Um 22:00 Uhr erklangen unter „Sax mal so“ 12 x 90 Sekunden Radiopredigten auf einem tiefen Seitenbett umhüllt von schmelzendem Saxophon.

Während in der St. Hubertuskirche ein Ikonenkreuzweg als Brücke zwischen Katholizismus und der Orthodoxie vorgestellt wurde, erklang ebenfalls auf Bad Weißer Hirsch in der evangelischen Kirche „Romantisches zur Nacht“ mit Texten, Piano und Gesang. Danach spielte das Lahmannsche Kurorchester auf.
Vom Elbhang herunter bot die Loschwitzer Kirche Turmbesteigungen an, bevor „Stimme mit Saxophon“ den barocken Raum füllte.

Bild: 'Haus der Stille' im Krankenhaus Friedrichstadt
Programm im 'Haus der Stille', Friedrichstadt

Orgelführungen wie in der Christuskirche in Dresden-Strehlen auf der anderen Elbseite waren gut nachgefragt. Die Strehlener hatten überhaupt einen langen Tag, weil mit einem Orgelmarathon zum Benefiz für die Sanierung der Orgel begonnen, sich der Tag über Kirchen- und Turmführungen und Konzerten dehnte.

Mit der Busmannkapelle (Gedenkstätte für die Sophienkirche Dresden), der ev.-luth. Kirche Cossebaude, der katholischen Kapelle ‚Maria am Wege’ in Dresden-Pillnitz und dem ‚Haus der Stille’ im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt waren erstmals vier neue Orte mit dabei, die im Programm eigene Akzente setzten. So bot der Musiktherapeut Holger Schlese im Haus der Stille den Programmpunkt „Heilende Gesänge“ an. Der Raum war mit über 30 Personen ringsum voll besetzt.

Bild: Führung über den Friedrichstädter Friedhof

Nebenan auf dem Friedrichstädter Friedhof wurden Grabstätten berühmter Dresdner erklärt. Die Busmannkapelle dokumentierte mit Führungen und einer Vielzahl an Videos die Geschichte der Sophienkirche und den Aufbau des neuen Gedenkortes.

Bild: Besucher interessiert sich für die Geschichte der Friedenskirche

Im Stadtteil Löbtau freute sich Pfarrer Markus Manzer über die große Resonanz, weil zur Führung in die Friedenskirche 50 Besucher kamen, um die Notkirche vom Kirchenarchitekten Bartning zu besichtigen. Am Alphornkonzert waren 80 Hörer interessiert. Die vier Mitglieder des Bläserchores hatten innerhalb ihres Posaunenchores ihre Liebe zu diesen speziellen und nicht ganz billigen Lautröhren entdeckt. Am späteren Abend füllte der Gospelchor der Gemeinde unter Leitung von Karl-Alexander Hecht den Kirchraum. Danach gab es eine späte Verköstigung im Rauch des Grills vor dem Portal dieser besonderen Dresdner Kirche.

Bild: Gospelkonzert in der Löbtauer Friedenskirche

Die „Nacht der Kirchen lebt seit Anbeginn von ihrer einladenden und offenen Atmosphäre. Jede Kirchgemeinde verantwortet ihr Programm selbst und setzt damit eigene Akzente. So erlebten die Besucher eine Vielfalt, die sich ausdrückt u.a. in verschiedenen Veranstaltungsformaten, musikalischen Genres und Angeboten vor Ort. Bis acht Uhr waren besonders Familien angesprochen: Dann gab es vielerorts neben Kirchen- und Orgelführungen für Kinder unter anderem eine Kinderkirchenrallye in der Lukaskirche oder das heitere Theaterspektakel „In der Arche ist wenig Platz“ in der Gorbitzer Philippuskirche. Die Philippuskirchgemeinde feiert in diesen Tagen das 20-jährige Kirchweihfest und das 30-jährige Bestehen der Neubaugemeinde.(3.6.2012)

Bild: Ausklang am späten Abend vor der Versöhnungskirche in Striesen

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