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Aktuelles

Vogtländischer Kirchentag am 30. Juni und 1. Juli

Landesbischof Jochen Bohl: „Ohne Licht gibt es kein Leben“

Bild: Kirchenchor singt das Kirchentagslied in der Plauener Lutherkirche

Nach den Auftaktveranstaltungen am Sonnabend, standen am Sonntag in Plauen die Vormittagsgottesdienste im Zentrum des Vogtländischen Kirchentages (30. Juni und 1. Juli), der am Tag zuvor seinen Auftakt in Auerbach und anderen Orten des Vogtlandes hatte. Neben anderen Kirchen in Plauen kamen zum Festgottesdienst in der Lutherkirche auch Gäste aus dem böhmischen, bayerischen und thüringischen Vogtland.

Bild: Landesbischof Bohl predigt in der vollbesetzten Lutherkirche

Landesbischof Jochen Bohl hielt die Predigt unter dem Wort aus dem Matthäus-Evangelium „Ihr seid das Salz der Erde…“. Sein Predigtmanuskript lag in tschechischer Sprache aus. Nach der Predigt erklang eindrucksvoll das von Ulrich Meier komponierte Mottolied „Hoffentlicht!“ zum Vogtländischen Kirchentag 2012 durch den Kirchenchor. Der Jugendchor sowie eine tschechische Solosängerin beteiligten sich ebenfalls an der musikalischen Ausgestaltung.

„Ohne Licht gibt es kein Leben“, sagte Landesbischof Bohl zu den Gottesdienstbesuchern. Er verwies auf die weißen Nächte und die Freude der Menschen im hohen Norden, die nach einer langen Zeit der Dunkelheit jetzt umso mehr die langen Tage feiern und sich damit für sie eine ersehnte Hoffnung erfülle.

Bild: Landesbischof am Stand der Krankenhaus- und Rehaseelsorge im Berufschulzentrum
Stand der Seelsorge im Beruflichen Schulzentrum

„Christus wusste, dass sich die Menschen nach einer Hoffnungsperspektive sehnen“, so Bohl. Vieles läge aber nicht im Licht und in der Welt gebe es vielmehr ein „Verwobensein von Gut und Böse“. Die Begrenzung des eigenen Tuns sei schon den Jüngern bewusst gewesen, trotz Begeisterung. Häufig würden wir feststellen, dass wir Jesu und seinem Wort nicht gerecht werden. Die Jünger damals wurden trotz Selbstzweifel zum Licht und trugen es erfolgreich in die Welt. „Jesus Christus müssen wir mehr vertrauen als uns selbst und unseren Glauben weitertragen“, so Bohl.

Für ihn sei es den Christen aufgetragen, das Wort Gottes weiter zu sagen. Die Kirche sei nicht um ihrer Selbstwillen da, sondern zur Verkündigung des Wortes.
Auf die gegenwärtigen Herausforderungen und die Verunsicherung der Menschen ging der Landesbischof ebenfalls ein.

Bild: Zwei Frauen probieren das Kerzenmachen vor laufender Kamera
Im Schulzentrum Angebot zum Kerzenziehen

So sei zwar die Geburt eines jeden Kindes ein „starkes Hoffnungszeichen“, aber auf der anderen Seite habe „ein eigensüchtiges Beharren auf sich selbst“ spürbare Auswirkungen auf die demografische Lage. Wenn die Gesellschaft nur in der Gegenwart lebe, werde sie hoffnungslos verkümmern. Bohl rief auf, sich mit Gottes Hilfe dagegen zu stellen und den Dienst zu tun, den das Land brauche: „Wir sollen das Licht in die Welt tragen, denn Jesus Christus, das Licht der Welt, vertreibe die Dunkelheit.

Nach dem Gottesdienst, dessen Kollekte für soziale Projekte für die benachbarte Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder bestimmt war, fanden in der Zwischenzeit bis zum Abschluss in der Johanniskirche zahlreichen Veranstaltungen mit Vorträgen, Diskussionen, Unterhaltung, Musik und Informationen statt.

Bild: Am Stand der Israel-Freunde
Israelfreunde zeigten Modell des Tempels

Im Beruflichen Schulzentrum „Anne Frank“ in der Reißiger Straße gab es den Markt der Möglichkeiten mit Büchertischen, Vorstellung christlicher Initiativen von Communitäten bis zum Pilgern, den Israelfreunden bis zu Themenräumen zum Thema Hoffnung bezogen auf Gerechtigkeit, auf Geld, in schwierigen Lebenssituationen u.a. Kreative Angebote für Kinder und Erwachsene wie das Kerzenziehen, das Ausdrucksmalen sowie Bewegungs-, Sport- und Spielangebote.

Zur gleichen Zeit wurde in das Gemeindehaus der Landeskirchlichen Gemeinschaft in der Fabrikstraße eingeladen, wo 25 Kinder mit Live-Band das Musical des CVJM Plauen e.V. „Abraham und Sara – Versprochen ist versprochen“ in dem mit 150 Besuchern vollen Gemeindesaal aufführten.

Bild: Musical-Aufführung im Gemeindehaus
Abraham und Sara - Versprochen ist versprochen

Neben dieser spannenden biblischen Geschichte um Mut und Gottvertrauen, begleitet von zeitgemäßer Musik, erklangen in der Erlöserkirche im kleinen Konzert am Mittag bekannte und (noch) nicht so bekannte Lieder von Chor und Solisten des Vogtlandkonservatoriums Clara Wieck aus Plauen.
Im Lutherhaus ging es in einer Gesprächsrunde mit Politikern um „Hoffnung für die Region“, während das Spielmobil der cvjmfabrik in der Dobenaustraße eher Jugendliche zum Spielen und kreativen Basteln einluden.

Im großen Ratssaal des Plauener Rathauses referierte Landesbischof Jochen Bohl unter Moderation von Superintendent Matthias Bartsch über das Thema „Hoffnung für die Kirche“.

Bild: Reges Gespräch und Nachfragen nach Vortrag des Landesbischofs
Im Plauener Rathaus mit Nachfragen an Landesbischof Bohl. Rechts Superintendent Matthias Bartsch, Plauen

Trotz der gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen durch nachlassende Bindekräfte in der Gesellschaft, den demografischen Wandel, Wegzüge junger Menschen und damit kleiner werdender Gemeinden, sieht er vor den über 170 Besuchern auch Anzeichen der Hoffnung durch die Änderung in der Einstellung von Menschen.

Bild: Landesbischof Bohl im Rathaussaal

Er sprach von vielen persönlichen Verunsicherungen in privaten Beziehungen wie auch gegenüber den undurchschaubaren Vorgängen in Gesellschaft und Wirtschaft. Menschen suchten nach Orientierung, auf die der christliche Glaube Antworten geben könne. Die Kirche hätte noch nie so viele Möglichkeiten der Mitwirkung. Bohl verwies auf christliche Kindergärten und Schulen sowie auf den guten und hoffnungsvollen Nachwuchs in der kirchlichen Mitarbeiterschaft.

Er warb für eine einladende Kirche, die integrationsfähig sein müsse. „Glaube ist keine Privatsache“, so Bohl. Er würdigte die ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde und Menschen, die über ihren Glauben reden sowie über Glaubenskurse und Erwachsenentaufen. Die EKD unterstütze die Landeskirchen durch die Initiative „Erwachsen glauben“.

Bild: Chor singt zum Abschluss das Kirchentagslied

Der Taufsonntag in der Landeskirche im vergangen Jahr mit über 600 Taufen sei ein Erfolg gewesen, der ermutige.
Weniger ermutigend für einen Freiluftgottesdienst war der konstante Regen an diesem Tag, so dass anschließend zur Abschlussveranstaltung sich nicht der Johanniskirchplatz vor der Kirche, sondern das Innere der Johanniskirche mit den Teilnehmern am Kirchentag füllte. Unter dem Motto „die Hoffnung ist erwacht, das Licht erstrahlt“ stand das gemeinsame Singen, Grußworte sowie eine Mitbring-Aktion aus den Regionen des Vogtlandes vor dem geistlichen Wort des Landesbischofs am Ende des Vogtländischen Kirchentages.(1.7.12)

Vorbericht und Programm

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Bild: Abschluss in der Plauener Johanniskirche

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