Navigation überspringen

Aktuelles

Inventur bei Lutherbäumen im Kirchenbezirk

Viele Bäume zum 400. Geburtstagsjubiläum von Martin Luther gepflanzt

Bild: Bernbruch: Luthereiche auf dem Friedhof von 1917
Luthereiche in Bernbruch 1917 geplanzt

BORNA – Der Evangelisch-Lutherische Kirchenbezirk Leipziger Land machte anlässlich der Lutherdekade Inventur bei seinen Lutherbäumen. Häufig in der Nähe einer Kirche gepflanzt, sind sie Naturdenkmale besonderer Art. Mit diesen Bäumen, meist Linden und Eichen, verbinden sich ein Stück Ortsgeschichte und die Erinnerung um das Reformationsgeschehen.

Bei der Zählung, die von Thallwitz im Norden über Grimma nach Süden ins Kohrener Land sowie nach Westen über Borna bis nach Groitzsch und Pegau stattfand, kam damit ein Gebiet mit 76 Kirchgemeinden in den Blick. Insgesamt 21 Bäume wurden durch Anfragen an Kirchgemeinden, Heimatkundler und Kommunen ausfindig gemacht.

Bild: Lutherlinde von 1883 am Haupteingang des Friedhofes von Kühren
Lutherlinde in Kühren gepflanzt 1883

Dabei handelt es sich um 13 Linden, 5 Eichen, eine Buche, ein Birnbaum und ein Ginkgo. Die Linden und Eichen wurden meist zum damaligen 400. Geburtstagsjubiläum von Martin Luther im Jahre 1883 gepflanzt. Die über 130 Jahre alten Bäume sind somit stattlich und auch dadurch ein Naturdenkmal.

Von zwei weiteren Bäumen weiß man, dass sie in der Vergangenheit eingegangen sind. Eine weitere Luthereiche, die in Thallwitz nördlich der Kirche gefällt werden musste, wurde in diesem Jahr mit einem Ginkgobaum ersetzt. Dort macht ein Gedenkstein auf das Reformationsjubiläum 2017 aufmerksam. Ebenfalls unter den 21 Bäumen befindet sich die Neupflanzung eines ‚Melanchthonbirnbaumes’ in Pegau am 21. März 2010 im Pfarrgarten.

Eine sachsenweite Recherche würde sicherlich so manch interessanten ortskundlichen Befund bringen. Da das Leipziger Land keine Ausnahme macht, könnte von über 300 Bäumen auszugehen sein.

Bild: Lutherlinde von 1883 auf dem Friedhof von Nerchau
Lutherlinde von Nerchau (1883)

Die deutschlandweite Auswertung würde zahlenmäßig einen stattlichen Wald ergeben. Die Tradition der Lutherbäume ist sicherlich durch den Luther zugeschriebenen Ausspruch beflügelt worden: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen".

So ergaben sich in der Vergangenheit immer wieder zu Lutherjubiläen oder auf den Reformationstag (31. Oktober) bezogen Gelegenheiten, einen Baum zu pflanzen. Diese Tradition wurde anlässlich der Lutherdekade zentral in Wittenberg aufgegriffen und 2009 ein Luthergarten angelegt. Das vom Lutherischen Weltbund (LWB) initiierte Projekt, 500 Bäume zu pflanzen, für die die Kirchen in aller Welt und Konfessionen Patenschaften übernehmen können. Vor drei Jahren wurde dort ein Baum im Namen der sächsischen Landeskirche gepflanzt.(6.9.12)

Lutherbäume im Kirchenbezirk

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps