Navigation überspringen

Aktuelles

Herbsttagung der Landessynode in Dresden beendet

Synodale berieten Kirchengesetze und Zukunftfragen der Kirche

Bild: Plenum der Landessynode

Die 26. Landessynode beendete am Nachmittag des 19. November in der Dresdner Dreikönigskirche ihre viertägige Sitzung mit einer Entschließung, dass die Synode die Staatsregierung bittet, ihre Energie- und Klimapolitik grundlegend zu überarbeiten und eine Perspektive zu entwickeln, durch die fossile Energieträger – insbesondere die Braunkohle – so bald als möglich durch regenerative Energiequellen abzulösen. Die Synode bekräftigt damit die diesbezüglich abgegebene Stellungnahme der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens durch ihren Umweltbeauftragten zum Entwurf des Energie- und Klimaprogrammes für den Freistaat Sachsen.

Bild: Präsident Otto Guse beendet die Tagung

Am letzten Sitzungstag wurde der Haushaltplan 2013 im Gesamtvolumen von 182.357.000 Euro in 2. Lesung beschlossen. Trotz eines strukturellen Defizits von 2,8 Millionen Euro wurde die Finanzplanung als vorausschauend und solide bezeichnet. Die Beseitigung des Defizits soll über weitere Einsparungen im landeskirchlichen Haushalt schrittweise abgebaut und vorerst aus Rücklagen gedeckt werden. Entsprechende Beschlüsse fasste die Synode bereits im letzten Jahr. So beinhaltet der Haushalt bereits eine Einsparung von 440.000 Euro.
Aus der Pensionsrücklage wird für laufende Verpflichtungen eine Million Euro entnommen.

Besondere Erhöhungen bei den Ausgaben ergeben sich aufgrund von Absprachen und Verpflichtungen durch die Zuweisung an den Evangelischen Entwicklungsdienst, die 1.046.800 Euro umfasst. Dies ist allerdings auch der Endpunkt einer stetigen Erhöhung. Weitere besondere Ausgaben ergeben sich durch einen zusätzlichen Kurs beim Vorbereitungsdienst für 17 Vikare, Kosten für die Bildungskonzeption, den Zukunftskongress der Evangelischen Jugend, für den Taufsonntag 2013, die Vorbereitung des Landeskirchentages 2014 und die Aktivitäten im Rahmen der Lutherdekade.

Bild: Vier Jugenddelegierte nicht stimmberechtigt, aber dürfen sich zu Worte melden

Auf besonderes Interesse stieß der Abschlussbericht des Ad-hoc-Ausschusses Kirchenmusik bei den 80 Landessynodalen. Der Abschlussbericht skizziert die Arbeitsweise des Ausschusses sowie seiner Mitglieder, Gäste und die Anhörung von kirchenmusikalischer Gruppen und Vertretern.
Die Vorschläge zur künftigen Gestaltung des Arbeitsfeldes Kirchenmusik sind gleich in mehrere Anträge aufgegriffen worden. So wird als erster und dringlicher Vorschlag die Schaffung einer Arbeitsstelle für Kirchenmusik benannt. Darüber hinaus wird die stärkere Einbindung des Themas Kirchenmusik in die Arbeit der Landessynode vorschlagen.

Weitere Erwartungen sind in Anträge geflossen: Schaffung eines Organistenfonds ab 2014, Kommunikation und Leitung im kirchenmusikalischen Dienst, Neuordnung der Strukturen des KMD-Amtes; Form und Gestaltung des kirchenmusikalischen Auftrags im Verkündigungsdienst zu Beginn der beruflichen Tätigkeit; Verknüpfung des Kantorendienstes mit anderen Arbeitsfeldern und Ausstattung der Kirchenmusik mit Sachmitteln.

Bild: Landesbischof Jochen Bohl

Der zweite Bericht thematisierte das Ergebnis des Gesprächsprozesses zum Abendmahl mit Kindern. Es wurde deutlich, dass es sehr unterschiedliche Rückmeldungen gab, die von Befürwortung bis zur Ablehnung des Vorschlages eines einheitlich geregelten Abendmahls mit Kindern in der Landeskirche reichen. Es wurde gewürdigt, dass die differenzierten Rückmeldungen deutlich machen, dass sich die Kirchgemeinden insgesamt sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt haben.

In der Aussprache berichteten viele Synodale von den Gesprächen und Erfahrungen in den eigenen Kirchgemeinden. Es wird lange diskutiert, wie mit dem Bericht umgegangen und wie an dem Thema weitergearbeitet werden soll. Schließlich wurde beschlossen die im Bericht benannten offenen Fragen bis zum Frühjahr 2013 zu bearbeiten und eine Beschlussfassung zum Abendmahl mit Kindern anzustreben.

Des Weiteren wurde das Kirchengesetz über die Neuordnung des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Leipzig beschlossen sowie das Kirchengesetz über die Einführung der neu bearbeiteten Ausgabe des Ersten Teilbandes des Vierten Bandes der Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden „Berufung – Einführung – Verabschiedung“ am letzten Sitzungstag beraten und beschlossen.

Es wurde seitens des Landeskirchenamtes ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Bestellung des Agendenteilbandes über das Landeskirchenamt erfolgen kann, weil hier ein deutlicher Preisnachlass gewährt wird.

Der Herbsttagung sind auch die Berichte von Kirchenleitung, Landesbischof und Landeskirchenamt vorbehalten. So machte Landesbischof Jochen Bohl in seinem Bericht deutlich, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität richtig und notwendig war und auch in der Kirche manches nur durch Konflikte geklärt werden könne, selbst wenn der Ton der Auseinandersetzung in der heutigen Zeit an Schärfe zugenommen habe. Er äußerte seine große Hoffnung, dass trotz der schmerzlichen Konflikte in Landeskirche und Landeskirchlicher Gemeinschaft die segensreiche Zusammenarbeit erhalten bleibe.(19.11.12)

BERICHTE

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps