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Aktuelles

Siebenwöchige Passionszeit beginnt mit Aschermittwoch

Sächsische Gemeinden begehen an diesem Tag den Frühjahrsbußtag

Am Aschermittwoch (13. Februar) beginnt die siebenwöchige Passionszeit. Dieser Tag, der mit Andachten und Gottesdiensten begangen wird, wird in Sachsen seit 17 Jahren zugleich als Frühjahrsbußtag gefeiert. Die meisten gottesdienstlichen Veranstaltungen an diesem Werktag finden um 19:00 Uhr oder 19:30 Uhr statt. In Leipzig lädt um 17:00 Uhr die Nikolaikirche zu „Musik und Besinnung“ ein. Pfarrer i.R. Bernd Frauenlob spricht über „Wahres Christentum – Johann Arndt (1555-1621)“. Während in der Taufkapelle der Peterskirche um 19:30 Uhr die „Stunde der Besinnung zu Aschermittwoch – für Glaubende und Konfessionslose“ beginnt, kommen Christen in Leipzig-Möckern zu einem Ökumenischen Regionalgottesdienst mit Austeilung des Aschekreuzes zusammen.

Bild: Menschenkette auf der St. Petersburger Straße

Wöchentliche Passionsandachten und zahlreiche Konzerte begleiten die sieben Wochen bis zum Osterfest. Die Zeit der Einkehr, der Buße und des Fastens wird von der Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Wochen Ohne“ begleitet, die in diesem Jahr unter dem Motto „Riskier was, Mensch – Sieben Wochen ohne Vorsicht“ steht. Die Initiative möchte nicht dazu anregen, leichtsinnig zu sein im Sinne von Extremsport, sinnloses Zocken oder Wertpapierspekulation; vielmehr Rüstungen und Masken ablegen, Gesicht zeigen, die eigene Meinung mal auf andere Ansichten prallen lassen. Gemeinschaft entstehe da, wo Vorbehalte und falsche Rücksichtnahmen abgelegt werden, und wo man sich in der Auseinandersetzung wieder zusammenrauft, so das Plädoyer der Initiatoren.

Für Dresden am 13. Februar und an anderen Orten heißt es wieder Gesicht zeigen, das Wort für die Demokratie und gegen rechtsextremes Gedankengut erheben – Widersprechen. Darüber hinaus über Grenzen der Toleranz nachzudenken, sie auszuloten im Themenjahr „Reformation und Toleranz“ der Lutherdekade. Martin Luther: „Die Geister lasset aufeinander prallen, aber die Fäuste haltet still!“ Letztlich ist jeder neue Weg, jede Richtungsänderung ein Wagnis, eine Herausforderung, zu der ermutigt wird. Zur Eröffnung des Themenjahres in Sachsen predigte am 27. Januar in der Dresdner Frauenkirche der Marburger Professor Dr. Hans-Martin Barth und rief dazu auf, neue Wege zu gehen, Buße zu tun, „und lernen, anderen und schließlich auch uns selbst gegenüber barmherzig zu werden“.

Mit dem ZDF-Gottesdienst in der Christuskirche in Fulda am 17. Februar wird die bundesweite Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ 2013 offiziell eröffnet. Die Predigt hält die Münchener Regionalbischöfin und Kuratorin der Fastenaktion, Susanne Breit-Keßler. Auch Christen sächsischer Kirchgemeinden beteiligen sich an dieser Aktion. Sie beschäftigen sich individuell oder in Fastengruppen mit dem umfangreichen Themenmaterial und organisieren Veranstaltungen zu „7 Wochen Ohne“ in ihren Gemeinden.

Bild: Kind in dem litauischen Projekt für ein Heim der Aktion

Ebenfalls zu Beginn der Passionszeit ergeht der Aufruf zur Aktion HOFFNUNG FÜR OSTEUROPA, wo für ein ausgewähltes soziales Projekt Spenden gesammelt werden. In diesem Jahr wird die sozial-diakonische Arbeit der lutherischen Gemeinde in der litauischen Stadt Sakiai unterstützt. Das Heim für verlassene, verwahrloste und benachteiligte Kinder und Jugendliche wird erweitert. Der Kraftakt für die kleine Gemeinde und die Mitarbeiter ist enorm. Die dortige Gemeinde pflegt Kontakte zur erzgebirgischen Kirchgemeinde Brünlos. Aus diesem Grund findet der Gottesdienst am 17. Februar als Auftakt der 20. Aktion ‚Hoffnung für Osteuropa‘ (HfO) in der Kirche der Partnergemeinde Brünlos statt. Die Kirchgemeinden in Sachsen wurden über das HfO-Projekt ausführlich informiert. 

Besinnungstage, sogenannte Exerzitien im Alltag, laden ein, zur Ruhe zu kommen und sich intensiv mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen. So lädt das ‚Haus der Stille‘ in Grumbach bei Meißen vom 13. bis 17. Februar zu Einkehrtagen nicht nur für kirchliche Mitarbeiter ein. Fünfmal mittwochs werden in Chemnitz durch das Evangelische Forum zusammen mit der katholischen St.-Joseph-Pfarrei unter dem Titel „Ökumenische Exerzitien im Alltag“ jeweils um 20:00 Uhr in der St.-Josephkirche entsprechende Abende angeboten. Beginn ist 13. Februar.

In der Evangelischen Akademie Meißen werden vom 15.-17. Februar im Winterkolleg der Reihe „Theologie für’s Ehrenamt“ unter dem Titel „Der letzte Feind“ Sterben, Tod und Ewiges Leben thematisiert.

Bild: (v.l.n.r.) Pfarrer Joachim Zirkler, Terry Duffy und Jost Hasselhorn in der Kreuzkirche

Seit Jahrhunderten bearbeiten Bildende Künstler und Komponisten Themen aus der Passionszeit, wobei das Kreuz als ein zentrales christliches Symbol eine große Rolle spielt. Unter dem Titel DAS KREUZ TRAGEN ist bis zum 29. März in der Dresdner Kreuzkirche eine Kreuzinstallation des britischen Künstlers Terry Duffy (London) zu sehen. Die vier Nagelkreuzgemeinden von Dresden – Kreuzkirche, Frauenkirche, Diakonissenhauskirche und Maria am Wasser (Hosterwitz) – in Zusammenarbeit mit dem Kunstdienst - laden zu einem Interesse weckenden, ungewöhnlichen Projekt in die Kreuzkirche ein. Das Kreuz >OPFER - KEINE AUFERSTEHUNG?< wird in der Passionszeit den Innenraum der Kreuzkirche stark beeinflussen. Diese Installation ist als Zeichen der Versöhnung, der Reflexion und Interaktion an Orten von historischen und heutigen Konflikten unterwegs auf einem eigenen Kreuzweg.

Bereits am 3. Februar begann in der Ev.-Luth. St. Andreaskirche in Chemnitz Gablenz eine Predigtreihe in der Passionszeit unter dem Titel „Vater unser…“. Gastprediger werden bis zum Abschlussgottesdienst in der Chemnitzer St. Markuskirche am Sonntag Palmarum in der Andreaskirche jeweils um 10:00 Uhr über Abschnitte des Vaterunsers predigen.

Bild: Materialheft zum Themenjahr 2013

Im Laufe der Passionszeit kommen durch die Kantoreien zunehmend musikalische Werke wie die Johannes- oder die Matthäuspassion von J.S. Bach zur Aufführung. Zudem werden derzeit Passionsspiele mit Jugendlichen und Erwachsenen einstudiert, die dann wie in Frauenhain und Nauwalde, hier am 17. März, in der zweiten Hälfte der Passionszeit aufgeführt werden.

Frühjahrsbußtag in Sachsen im Themenjahr ‚Reformation und Toleranz‘

Der sächsische Frühjahrsbußtag steht seit der Reformation in der Nachfolge zahlreicher Bußtage in der Vergangenheit. Seit 1830 waren nur noch zwei Landesbußtage im Frühjahr und Herbst angesetzt worden. In Sachsen ist der Buß- und Bettag im Herbst ein staatlich geschützter und arbeitsfreier Feiertag geblieben und bildet gleichzeitig den Abschluss der Friedensdekade. Der Frühjahrsbußtag, seit 1996 auf Aschermittwoch festgelegt, ist im Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen ausdrücklich als religiöser Feiertag genannt.

In den Handreichungen für den kirchlichen Dienst geht in diesem Jahr der Leipziger Theologieprofessor Dr. Alexander Deeg in der Predigthilfe auf den Frühjahrsbußtag ein. Unter der Überschrift „Toleranz, Liebe und der Ruf zur Buße“ greift er im Rahmen der Lutherdekade das Themenjahr „Reformation und Toleranz“ auf. Dem Predigttext bei Matthäus, Kapitel 7,21-23 hat der Landesbischof – der Perikopenordnung folgend – die alttestamentliche Lesung Joel 2, 12 – 18 zugeordnet.

7 Wochen Ohne

Eröffnung Themenjahr 'Reformation und Toleranz'

 

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