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Lutherischer Weltdienst hilft Menschen in Myanmar

Landeskollekte für Lutherischen Weltdienst am Sonntag Lätare am 10. März

Bild: Mann auf einem See mit den Enten

Der Lutherische Weltbund (LWB) bittet um eine Kollekte für seine Weltdienstarbeit in Myanmar/Burma. Durch die Gabe werden armen Dorfbewohnern in Myanmar Kleinkredite gegeben, mit diesen sich Bauern ein Ferkel zur Aufzucht kaufen können. Das Ferkel ist ein echtes „Spar-Schwein“: Wenn die Ernte ausfällt, kann es gegen Reis eingetauscht werden. Ist die Ernte gut, wird es weiter gefüttert und erst im ausgewachsenen Zustand verkauft. So oder so wird die Ernährungsgrundlage der Familie sicherer. Alles mit einer einmaligen Hilfe!

Bild: Für Kinder ein Spielzeug, für die Familie ein wichtiges Éinkommen

Freilassung der Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi und Öffnung zum Westen – die Nachrichten aus Myanmar (Burma) in Südostasien sind zuletzt hoffnungsvoll. Nichtsdestotrotz ist Myanmar eines der ärmsten Länder Asien, in dem viele Menschen tagtäglich hungrig zu Bett gehen.

Spar-Schweine und Enten sichern überleben

Die 24-jährige Daw San Thu lebt mit ihrem Mann und ihren Zwillingssöhnen wie die meisten Bewohner des ländlichen Myanmars von dem Ertrag ihres kleinen Feldes hinter der Hütte. Wenn das nicht reicht, wird gehungert oder das Geld für Lebensmittel muss sich teuer geliehen werden. „Ich würde gerne wieder ein Schwein großziehen“, sagt Daw San Thu, „aber ich habe kein Geld“. Tatsächlich ist die Aufzucht von einzelnen Schweinen ein gutes Zubrot und ein echtes „Spar-Schwein“: Wenn Geld benötigt wird, kann es schnell verkauft werden. Aber wer wie Daw San Thu nicht einmal seine Familie ernähren kann, hat auch kein Geld für den Kaufpreis für ein Schwein.

Bild: Familie in Myanmar am See. (Foto: LWB Projekt)

Der Lutherische Weltbund (LWB) hat daher vor einem Jahr in Anauk Su, dem Dorf von Daw San Thu, ein Umlaufkreditprogramm gestartet. Daraus erhielt Daw San Thu einen Kredit über den Kaufpreis eines Schweines. Alle Gruppenmitglieder waren erstaunt, wie schnell Daw San Thus Schwein wuchs. „Ich habe Glück gehabt, vielleicht war es ein gutes Schwein. Ich habe es aber auch genug gefüttert“, sagt sie.

„Als das Schwein ausgewachsen war, konnte ich es für 195.000 Kyats verkaufen“, berichtet Daw San Thu stolz. Nach der Rückzahlung des Kredits und abzüglich der Zinsen und der Ausgaben für das Futter hatte sie noch 100.000 Kyats (100 Euro) übrig. „Ich bin sehr glücklich darüber“, strahlt sie. „Jetzt ziehe ich gerade zwei neue Schweine groß und konnte schon die Hälfte des Lebensmittel-Kredits vom letzten Jahr abbezahlen.“

Bild: Frau mit Kind (Foto: LMW, Projekt)

Ortswechsel ins Dorf Tonele zu Daw Mya Gyi, auch hier ist die Situation ähnlich: „Mein Mann und ich arbeiten auf den Feldern von anderen Leuten“, erzählt die 22-jährige. Aber ihr Lohn reichte nicht aus, um ihre Familie zu ernähren. „Als wir in der Erntezeit nichts mehr zu essen hatten, haben wir unsere Arbeitskraft für die Pflanzzeit im Voraus verkauft“, erläutert sie. Dadurch waren sie in einem Teufelskreis der Verschuldung gefangen.

Geholfen den Teufelskreis zu durchbrechen, haben der Familie Enten. Mit einem Kredit des LWB über 150.000 Kyats hat sich Daw Mya Gyi 70 Entenküken gekauft. Auf dem Gewässer hinter ihrer Hütte hat sie die Enten großgezogen. Inzwischen legen sie Eier, die die Familie verkauft. „Dadurch haben wir ein weiteres Einkommen und konnten unseren Kredit abzahlen. Und wir müssen unsere Arbeitskraft nicht mehr im Voraus verkaufen“, beschreibt Daw Mya Gyi.

Auch für die Zukunft hat die Familie bereits Pläne. Sie wollen mit einem weiteren Kredit ein kleines Stück Land pachten, damit sie ihren eigenen Reis anbauen können. „Und wir werden unsere Tochter zum nächsten Schuljahr in die Schule schicken!“, sagt Daw Mya Gyi bestimmt.

Bild: Spendenmarker mit Kontakt zur Hilfe

Enten oder Spar-Schweine – zwei Beispiele, was aus einer Spende aus Deutschland in Myanmar werden kann.

Der LWB leistet mit seinen Weltdienstprogrammen Entwicklungshilfe in 38 Ländern weltweit – so auch in Myanmar. Dort ist der LWB nach dem verheerenden Zyklon Nargis im Jahr 2008 in das Land gekommen und hat Nothilfe geleistet. Nun, einige Jahre später, steht die langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen im Fokus. Mit Kleinkrediten, neuen Einkommensmöglichkeiten und Katastrophenschutz erhalten die Menschen Hilfe zur Selbsthilfe und können dadurch ein besseres und sicheres Leben führen.

Bild: Logo LMW

Der Lutherische Weltbund ist eine Kirchengemeinschaft von 143 lutherischen Kirchen mit über 70 Millionen Christinnen und Christen weltweit. Über den LWB steht die Evangelisch Lutherische Landeskirche Sachsens in Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft mit lutherischen Kirchen von Äthiopien bis Papua-Neuguinea und unterhält vielfältige Partnerschaften. Der LWB fördert die Zusammenarbeit seiner Mitgliedskirchen untereinander, vertritt die lutherischen Kirchen in der weltweiten Ökumene sowie in interreligiösen Dialogen und handelt auf Gebieten gemeinsamen Interesses.(4.3.2013)

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