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Aktuelles

Kunstdienst zeigt Skulpturen, Zeichnungen und Fotografie

Ausstellungseröffnung am 15. Mai um 18:00 Uhr in der Dreikönigskirche

Bild: Blick in die Ausstellung, die bereits zu sehen ist, aber vom Leiter des Kunstdienstes, Dr. Frank Schmidt, am Mittwoch eröffnet wird.

Von Angelika Busse, Ausstellungsarbeit im Kunstdienst

In der neuen Ausstellung stellt der Kunstdienst in Dresden wiederholt drei Künstler in drei verschiedenen Genres arbeitend vor. Das hat einen besonderen Reiz: die einzelnen Werke haben an sich ihre eigene Kraft und Ausstrahlung und bereichern sich darüber hinaus gegenseitig, geben untereinander Anregung zu einem bestimmten Thema und beleuchten das von verschiedenen Seiten, in verschiedenen Techniken und Handschriften. Jeder einzelne gibt seine Intention dazu und erschließt neue Facetten. Die Künstler verbindet die Leidenschaft am künstlerischen Tätigsein und am konsequenten und ernsthaften Herangehen, der Suche nach der Form, den Dingen auf den Grund zu gehen, die (Um)Welt zu erfassen.

Bild: Flyer mit Informationen zur Ausstellung und den Künstlern

Unter dem Thema JAHRESRINGE werden Skulpturen aus Holz, Federzeichnungen von Bäumen als Individuen und Porträtfotografie von Menschen präsentiert, denen man gelebtes Leben ansieht. Die Ausstellung ist vom 10. Mai bis 16. Juni 2013 in der Dresdner Dreikönigskirche (Hauptstraße 23) zu sehen.

Jahresringe sind die im Querschnitt sichtbaren, ringförmigen Maserungen des Holzes eines Baumes, die durch klimatisch bedingte Wachstumsunterschiede entstehen. Ein Jahresring spiegelt die verschiedenen Entwicklungsphasen in einer Vegetationsperiode wieder. So lange ein Baum lebt, legt er jedes Jahr einen Jahresring als Zuwachs an. Und JAHRESRINGE stehen hier als Metapher für Alter, Veränderung, hinterlassene Spuren.

Man kann wohl formulieren: Odette Schirmer liebt die Verbindung zu Bäumen, achtet diese schweigsamen Riesen und gesteht ihnen autonomes Leben zu. Sie geben ihr Geborgenheit, Stille und Hoffnung, sie empfindet gleiche Sensibilität und Verletzlichkeit. Sie porträtiert diese mit Feder und Tusche und geht ihren Verzweigungen wie Rissungen nach. Das aber auf ganz behutsame, sensible Weise, gleich einer Meditation. Dabei arbeitet sie die Besonderheiten und Einzigartigkeiten heraus, es entstehen keine Prototypen, sondern Baumporträts, die mit Standort und Alter zu benennen sind.

Da sind die Maserungen, die als grafische Linien wie Strukturen die Holzskulpturen von Thomas Linde einmalig zeichnen. Einfache, klare, organische Formen, die dem Wachstum und Eigenarten des Holzes folgen, die die Besonderheit herausformen und sichtbar machen. Die frühen Plastiken haben weiche, runde Formen und strahlen Harmonie und Ästhetik aus. Man möchte sie ertasten, berühren und ihre Form und Oberfläche erspüren. Dazu kommen ganz neue Arbeiten von diesem Jahr, schroff, kantig, rau in der Struktur, mit der Kettensäge herausgearbeitet, kubistische Formen, angedeutet figurativ. Er nennt sie Skulptursäulen, vielleicht Wächtern gleich.

Bild: Fotografie von Alexander Zimmermann

Alexander Zimmermann charakterisiert in seinen Schwarz-Weiß-Fotografien Menschen, beobachtet genau und erzählt liebevoll Geschichten aus dem Leben. Es geht nicht um Abbildungen, um Blicke, wie man sich am schönsten – am „vorteihaftesten“ sehen möchte. Es geht um das, was er oder sie erlebt, durchlebt haben. Es geht um Erlebnisse, die prägten und sich im Antlitz vielleicht wiederfinden lassen oder verstecken, um Lachfalten wie um Spuren von Leid ähnlich den Formen und Stärken der Jahresringe.(11.5.13)

In der Dreikönigskirche Dresden vom 10. Mai – 16. Juni 2013: Montag – Freitag 9:00 – 18:00 Uhr, Sonnabend 10:00 – 18:00 Uhr, Sonntag 10:00 – 16:00 Uhr.
(Ausstellungseröffnung am 15. Mai um 18:00 Uhr in der Dreikönigskirche, Hauptstraße 23)


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