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Aktuelles

„Grenze der Toleranz “ – Veranstaltungsreihe des GAWiS im Themenjahr

Auf beiden Seiten der Grenze Zeugnisse von Toleranz und Intoleranz

Bild: Wegstation auf dem Pilgerweg. Am 27./28. Juli der 8. dt.-tschech. Pilgerweg (Foto: GAWiS)

Eine regionale Besonderheit ist die sächsisch-böhmische Grenze, heute deutsch-tschechische Grenze auf dem Kamm des Erzgebirges: Jahrhundertelang wurde diese Grenze als Konfessionsgrenze, als eine „Grenze der Toleranz“ erlebt. Hier trafen das lutherische Sachsen, ein Kernland der Reformation, und das erzkatholische Habsburgerreich aufeinander. Glaubensflüchtlinge von beiden Seiten der Grenze fanden auf der jeweils anderen Seite Asyl.

Bild: Ev. Kirche in Ust n.Labem (Foto: GAWiS)
In einem Gottesdienst in der Ev. Kirche in Usti nad Labem wird am 27. Oktober 2013 an an das Toleranzpatent von 1781 erinnert

Aber auch aus anderen Gründen ist diese Grenze für die Menschen bedeutsam geworden: 1938 und nach 1945 sind erst Tschechen, dann Deutsche in großer Zahl aus dem Grenzgebiet vertrieben worden. Entvölkerung, Verfall und Verödung von Ortschaften sowie Kriminalität waren jahrzehntelange Folgen. Aktuell spielt die Roma-Thematik eine große Rolle.

Am 21.8.1968 überschritten Soldaten der Sowjetarmee von Sachsen aus die tschechische Grenze und schlugen den „Prager Frühling“ nieder. Raubbauartiger Bergbau schädigte die Umwelt, zahlreiche Menschen erkrankten, Wälder starben ab. Zugleich war diese Grenze eine der stabilsten Grenzen des Deutschen Reiches, die nur von 1938-1945 mit der Bildung des Reichsgaues Sudetenland durch die NS-Regierung verrückt worden war.

Und so wird deutlich: ‚Toleranz setzt Grenzen – Toleranz werden Grenzen gesetzt - Toleranz überwindet Grenzen‘. Auf beiden Seiten der Grenze entstanden Zeugnisse von Toleranz und Intoleranz:
Zum Beispiel die Wehrkirchen gegen die Hussiteneinfälle in Lauterbach und Dörnthal, oder die Exulantensiedlungen in Johanngeorgenstadt und Klingenthal.

Bild: St. Wolfgangskapelle auf dem Mückenberg (Komari hurka). Hier wurde die Veranstaltungsreihe am 1. Mai eröffnet (Foto: GAWiS)
Eröffnung der Veranstaltungsreihe am 1. Mai in der St. Wolfgangs-kapelle auf dem Mückenberg bei Graupen (Krupka)

Eine besondere Dichte von religiösen Ortsnamen, wie Joachimsthal oder Marienberg sind hier zu finden, aber auch geschlossene oder zweckentfremdete Klöster, zum Beispiel in Osek (Ossek) und Teplá (Tepl). Glaubensflüchtlinge gründeten neue Gemeinden, wie zum Beispiel die Brüdergemeine Herrnhut.

Aber auch grenzüberschreitende ökumenische Gottesdienste werden gefeiert, wie auf dem Komáří hůrka (Mückenberg) bei Krupka (Graupen).
So hat am 16. Juni ein deutsch-tschechischer Gottesdienst in der Kirche zu Kalek (Kallich) mit 250 Kirchgängern stattgefunden, und das obwohl es keine eigene Ortsgemeinde gibt. Die Gottesdienstbesucher kamen aus dem deutsch-tschechischen Grenzgebiet. Die Predigt wurde in zwei Sprachen gehalten. Danach begegneten sich Deutsche und Tschechen bei herrlichem Sonnenschein zu Kaffee und Kuchen. Unterstützt wurde der Gottesdienst vom Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS), in dessen Veranstaltungsreihe „Grenze der Toleranz“ sich in diesem Jahr deutsche und tschechische Kirchgemeinden entlang der Grenze begegnen. Noch bis 23. Dezember sind verschiedene Veranstaltungen geplant.

Seit Jahren haben sich Kirchgemeinden mehrerer Konfessionen beiderseits der Grenze, dazu Einrichtungen wie das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen e. V., die Evangelische Akademie Meißen, der Synodalrat der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in Prag sowie Kirchenbezirke der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens auf den Weg gemacht, diese Grenze mit Projekten, gemeinsamen Tagungen, Begegnungen, Gottesdiensten und Pilgerwegen zu überwinden.(28.6.2013)

Die nächsten Ereignisse in der Sommerzeit
  • 7. Juli 2013

13:30 Uhr: Gottesdienst in der Evangelische Kirche in Hranice u Aše (Rossbach); Ev. Gemeinde in Aš (Asch) - Sachsen-Böhmen-Franken - Was uns verbindet: "Es verbindet uns das Singen dem Herrn." (Psalm 98,1)

  • 7. Juli 2013

15:00 Uhr: Konzert in der Evangelische Kirche in Hranice u Aše (Rossbach). Ev. Gemeinde in Aš (Asch) - Sachsen-Böhmen-Franken - Was uns verbindet: "Es verbindet uns das Singen dem Herrn." (Psalm 98,1)

  • 27./28. Juli 2013

Jeweils ab 9:00 Uhr: Wege zwischen Deutschneudorf und Malý Háj (Kleihan), Trinitatiskirche - 8. deutsch-tschechischer Pilgerweg. „Grenzwege sind Versöhnungswege“

  • 28. Juli 2013

14:00 Uhr: Ökumenischer deutsch-tschechischer Gottesdienst in der Triniatiskirche in Malý Háj (Kleihan) zum 8. deutsch-tschechischen Pilgerweg

  • 25.08.2013

14:30 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst in der Stadtkirche Johanngeorgenstadt; Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johanngeorgenstadt, Römisch-katholische Pfarrgemeinde Schwarzenberg. Ökumenisches Kirchweihfest der evangelischen und katholischen Ortsgemeinden in Johanngeorgenstadt

Projektbeschreibung und weitere Termine

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