Navigation überspringen

Aktuelles

Jubiläumsveranstaltung des Missionswerkes in Meißen

Freundes- und Förderkreis des Leipziger Missionswerkes wird 111 Jahre

Bild: Burgberg in Meißen mit Dom und Hochstift (Foto: LMW)
Meißen - Blick auf den Dom

LEIPZIG - Am 11. August, dem 11. Sonntag nach Trinitatis, feiert der Freundes- und Förderkreis des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Leipzig e.V. sein 111-jähriges Bestehen. Die Geburtstagsfeier beginnt mit einem Dankgottesdienst im Meißener Dom um 12:00 Uhr. Anschließend wird ab 13:30 Uhr in den Keller des Hochstifts zu einem Festvortrag von Oberlandeskirchenrat i.R. Dr. Christoph Münchow eingeladen.

„Meißen ist die Wiege des Freundes- und Förderkreises.“, erklärt Gerlinde Haschke, die Vorsitzende des Vereins. Es war der Meißner Domprediger Emil Körner, der im August 1902 1.575 Briefe an die „Geehrten Herren und Brüder“ schrieb. Er bat, einen möglichst großen Kreis von Spendensammlerinnen zur Unterstützung der Missionsarbeit zu gewinnen.

Bild: Domprediger Emil Körner (Foto: LMW)
Domprediger Emil Körner

Gerade einmal sieben Frauen meldeten sich daraufhin. Sie gingen als sogenannte „Ährenleserinnen“ in ihren Gemeinden allmonatlich von Haus zu Haus und baten um eine Kleinspende in Höhe von 10 Pfennig (damals der Preis für zwei Eier). 4.512 Goldmark kamen so im ersten Jahr zusammen. Ein Jahr später waren es schon 306 Sammlerinnen. Noch heute sind über 200 Frauen überwiegend in Sachsen für den Freundes- und Förderkreis unterwegs. Gut 32.000 Euro wurden für das Jahr 2012 auf das Konto des Missionswerkes überwiesen.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die kleinen, aber so wirkungsvollen Spenden europaweit eingesammelt: in mehreren deutschen Landeskirchen, im Elsass, im Baltikum, in Finnland und Polen.
„Die ‚Ährenlese‘ ist eine einzigartige Basisbewegung. Das Erfolgsrezept lag darin, dass die kleinen und regelmäßigen Spenden Großes bewirkten. Auch Menschen mit geringeren finanziellen Möglichkeiten konnten sich beteiligen.

Bild: OLKR i.R. Dr. Christoph Münchow
Dr. Christoph Münchow

Neben der Unterstützung der missionarischen Aufgaben stand die Bewusstseinsbildung und das Bekanntmachen der Arbeitsformen der Mission“, erläutert Oberlandeskirchenrat in Ruhe Dr. Christoph Münchow. Der ehemalige Vorsitzende des Missionsausschusses ist heute Mitglied des Freundes- und Förderkreises.

In der Anfangszeit realisierte der Verein noch eigene Großprojekte. So wurde 1909 die „Ährenlesekirche“ in Pandur in Südindien gebaut. Auch die anderen Arbeitsbereiche wurden unterstützt: die Gesundheitsfürsorge mit der Finanzierung des Krankenhausbaus in Madschame im heutigen Tansania sowie die Bildungsaufgaben durch den Bau einer Ackerbauschule in Pandur und von Gewerbeschulen für Frauen in Indien. Noch in den 1970er Jahren wurde ein Küstenmotorschiff für wichtige Transportaufgaben an der Küste von Papua-Neuguinea finanziert.

Bild: Banner des Freundes- und Förderkreises

Heute fließen die Einnahmen des Freundes- und Förderkreises in den Auslandshaushalt des Leipziger Missionswerkes und unterstützen unter anderem das Freiwilligenprogramm.
Nach der Teilung Deutschlands wurde die „Ährenlese“ in der Bundesrepublik mit großem Engagement weitergeführt. Auch in der DDR wurden von einer enormen Zahl von Ehrenamtlichen weiterhin die „Monatlichen Mitgliedsbeiträge“ eingesammelt, da die „Ährenlese“ glücklicherweise keine Vereinsstruktur hatte und deshalb nicht wie andere Vereine aufgelöst wurde.

Bild: Vorstand des Freundes- und Förderkreises (Foto: LMW)
Vorstand mit Vorsitzenden Gerlinde Haschke (2.v.l.)

1992 kam es zur Wiedervereinigung der beiden Zweige in Ost- und Westdeutschland und zur Neugründung des „Freundes- und Förderkreis des Evangelisch-Lutherischen Missionswerkes Leipzig e.V.“ als eingetragener Verein. Heute hat der Verein 1.610 Mitglieder in ganz Deutschland.

Gerlinde Haschke sieht sich bis heute in der Tradition Körners. Sie will, dass die „Missionsarbeit wieder Gemeindesache“ wird: „Die Kirchgemeinden waren für Domprediger Körner die Zielgruppe seines Anliegens. Er machte sich immer wieder mit einem voll Anschauungsmaterial gefüllten Koffer auf den Weg, um vor Ort von Gottes großem Auftrag zu erzählen. Dabei ging es nicht allein um Geld, sondern auch um Gebet und Fürbitte. Wir möchten, dass in den gemeinsamen Vorhaben die Liebe Gottes im Geist des Evangeliums von Jesus Christus in Wort und Tat weitergegeben wird.“

Bild: Ährenleserin gezeichnet (Foto: LMW)

Der Verein hat sich in diesem Sinne zum Ziel gesetzt, die Arbeit des Leipziger Missionswerkes bekannt zu machen, zu fördern und zu unterstützen. Deshalb organisiert der Freundes- und Förderkreis Regionaltreffen, Missionssonntage, Studientagungen und andere Veranstaltungen. Er wirbt um Mitglieder und Spenden und begleitet die Arbeit des LMW im Gebet.

Die Feier am 11. August soll vor allem auch ein kleines Dankeschön für die ehrenamtlich engagierten Mitglieder sein. „Es ist ein Gottesgeschenk, dass es die treuen Sammlerinnen und Sammler gibt.“, so Gerlinde Haschke, „Wir wollen uns anstecken lassen, um weiterhin mit Freude und Zuversicht die Arbeit der Leipziger Mission zu unterstützen.“

Weitere Informationen:
… zum Freundes- und Förderkreis gibt es auf dessen Internetseite www.freundeskreis-lmw.de sowie auf der Facebook-Seite www.facebook.de/FreundeskreisLMW.

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps