Navigation überspringen

Aktuelles

Kirchgemeinden in Sachsen gedenken Zeit und Ewigkeit

Mit dem Ewigkeitssonntag (Totensonntag) endet das Kirchenjahr

Bild: Engelköpfchen über einer großen Grablege

Mit dem Ewigkeitssonntag am 24. November endet das Kirchenjahr, das mit dem darauf folgenden 1. Adventssonntag neu beginnt. Da Christen ihr Leben in Gottes Händen wissen, vertrauen sie auf weitere Begleitung über die Zeiten, so auch über den Tod hinaus. Darum sprechen sie entgegen dem allgemeinen Brauch nicht vom Toten- sondern vom Ewigkeitssonntag. Neben dem gottesdienstlichen Gedenken an die Verstorbenen finden auf vielen der über 1.000 kirchlichen Friedhöfe Sachsens nachmittags, meist 14:00 oder 15:00 Uhr, Andachten statt. An diesem Tag wird auch zu zahlreichen Konzerten in den Kirchen eingeladen.

Bild: Lichternacht in der St. Markuskirche in Chemnitz (Foto: www.taize-chemnitz.de)
Nacht der Lichter in der Chemnitzer Markuskirche

Am Vortag finden schon einige Veranstaltungen statt, die sich auf den Ewigkeitssonntag beziehen. So wird in der traditionellen Leipziger „Motette“ in der Thomaskirche um 15:00 Uhr u.a. Johann Sebastian Bachs Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme" aufgeführt. Um 20:00 Uhr erklingt in der Nikolaikirche die Symphonie von A. Bruckner Nr. 9 „Te Deum“ mit Solisten, dem BachChor und dem Festivalorchester Leipzig.
In der Chemnitzer St. Markuskirche beginnt am 23. November um 19:00 Uhr ein großes Ökumenisches Taizégebet „Nacht der Lichter“. Es soll für alle offen sein.
Ebenfalls am Sonnabend ist in der Dresdner Frauenkirche um 20:00 Uhr Wolfgang Amadeus Mozarts letzte Komposition, das Requiem in d-Moll aus dem Jahr 1791 zu hören. Den eigenen Tod vor Augen entstand ein Gesamtwerk voller Emotionalität und Dichte, das seine Zuhörer auch heute immer wieder auf das Tiefste berührt. Frauenkirchenkantor Matthias Grünert leitet die Aufführung, die von Solisten gemeinsam mit dem Kammerchor der Frauenkirche und dem ensemble frauenkirche gestaltet wird.

Bild: Gottesdienst in einer Kirche
Gedenken an die Verstorbenen

Am Ewigkeitssonntag selbst finden in sächsischen Kirchgemeinden Predigt- und Abendmahlsgottesdienste zum Gedenken an die Verstorbenen sowie besonders gestaltete Gottesdienste, Andachten und Konzerte statt. In der Kreuzkirche in Chemnitz-Kaßberg endet mit der Bachkantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ um 9:30 Uhr der Chemnitzer Kantatenzyklus, der Ende September begann.

Musikalische Gottesdienste sind u.a. in der Gedächtniskirche in Leipzig-Schönefeld und in der St. Moritzkirche in Taucha um 10:00 Uhr oder in der Dresdner Frauenkirche um 11:00 Uhr geplant. Am Nachmittag um 15:00 Uhr gibt es zudem „Musik am Ewigkeitssonntag“ in der Frauenkirche. Zu hören sind Werke von Johann Ludwig Krebs und Johann Sebastian Bach.

Bild: Frau am Grab

Nach den Feiern auf den Friedhöfen, die wie auf dem Friedhof im erzgebirgischen Eibenstock um 15:00 Uhr häufig von Posaunenchören musikalisch umrahmt werden, finden in vielen Kirchen Konzerte statt. So gibt um 17:00 Uhr der Schwede Ludwig Frankmer in der Friedhofskapelle in Thalheim ein Cellokonzert mit Barockmusik.

In der Dresdner Kreuzkirche wird um 17:00 Uhr „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms mit dem Dresdner Kreuzchor, Solisten und der Dresdner Philharmonie aufgeführt. In der Chemnitzer St. Petrikirche sind „Die letzten Dinge“ von Louis Spohr (1784 – 1859) mit Solisten, Kantorei und der Robert-Schumann-Philharmonie  zu hören. Zur gleichen Zeit finden Konzerte in der St. Petrikirche in Rodewisch bei Auerbach und in der Lutherkirche in Radebeul statt. In der Leipziger Thomaskirche wird um 18:00 Uhr Giuseppe Verdis „Messa da Requiem“ für Solisten, Chor und Orchester mit dem Leipziger Universitätschor und dem Mendelssohnorchester Leipzig aufgeführt.

Bild: Chor singt auf der Empore

Trauer und Trost sind nicht nur in Gemeinden und Gottesdiensten vor Ort möglich, sondern auch im Internet: Bereits zum fünften Mal seit 2009 findet auf www.trauernetz.de am Sonntag, 24. November, um 18:00 Uhr eine Chatandacht statt. Im Vorfeld wurde ein Trauerbuch geschaltet, in das bis zum Ewigkeitssonntag die Namen von Verstorbenen eingetragen werden können. Während der Online-Andacht werden die Namen der Verstorbenen eingeblendet – danach sind alle Gäste der Internet-Andacht eingeladen, im Chat gemeinsam das Vaterunser zu beten und so Gedenken und Fürbitte zu verbinden.

Am Montag, den 25. November, um 19:30 Uhr lädt der Christliche Hospizdienst Dresden e.V. in die Unterkirche der Dresdner Frauenkirche zu einer Gedenk- und Trostfeier für Trauernde ein. Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann und der katholische Dompfarrer Klemens Ullmann gestalten diesen Gottesdienst unter dem Titel "Licht im Dunkel" mit. Die Gedenkfeier soll trauernden Menschen Raum, Zeit und Möglichkeit geben, ihrer Verstorbenen zu gedenken und Trost zu finden.

Bild: Weg auf dem Friedhof

Sie ist sowohl ein Angebot für konfessionell gebundene als auch für konfessionslose Trauernde. Im Anschluss gibt es die Gelegenheit zum individuellen Gespräch mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Christlichen Hospizdienstes Dresden e.V.. Unterstützt wird die Feier von der Stiftung Frauenkirche.

Der Dank für das Leben und der Trost für die Trauernden verbinden sich in der christlichen Hoffnung auf die Auferstehung. Deshalb wird am Ewigkeitssonntag statt der liturgischen Farbe Grün der bisherigen Trinitatiszeit auch Weiß als Farbe für die Paramente (gewebte und bestickte Stoffe) an Altar, Kanzel und Lesepult gewählt. Der Sonntag selbst steht nach christlicher Tradition am Anfang der Woche und ist sinngemäß der Tag der Auferstehungshoffnung (Ostersonntag).(22.11.2013)

Schriftgrösse
[A]
[A]
[A]
Link-Tipps