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Aktuelles

Festival der Reformation vom 16.-18. Mai 2014 in Zwickau

Martin Luther in Zwickau - Muldestadt lässt Geschichte lebendig werden

Bild: Blick auf den Zwickauer Hauptmarkt mit Domturm (Foto: Kulturamt Zwickau, Quelle Gregor Lorenz)
Hauptmarkt in Zwickau

Zwickau, nach Wittenberg die zweite Stadt, in der sich die Reformation vollständig durchsetzte, ist vom 16. bis 18. Mai 2014 Gastgeber des Festivals der Reformation. Die Veranstaltung macht jedes Jahr in einer anderen Stadt halt und wird in Kooperation mit dem Europäischen Tourismusverbund „Stätten der Reformation" e.V. organisiert. Die Schirmherrschaft für die inzwischen 11. Auflage hat die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, übernommen.
Neben dem mittelalterlichen Markttreiben, das rund um das Schloss Osterstein stattfindet, sind Konzerte, Vorträge, Stadtführungen und ein Festgottesdienst im Dom St. Marien mit Prof. Dr. Margot Käßmann zu erleben.

Eröffnung und Verleihung des Europäischen Kulturerbesiegels

Bild: Blick auf die Katharinenkirche, in der Martin Luther gepredigt haben soll
Katharinenkirche

Feierlich eröffnet wird das Festival am Freitag, 16. Mai, ab 19:30 Uhr in der Katharinenkirche. Es sprechen Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Vertreter der Kirche sowie Dr. Frank Sollondz als Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst. Im Verlauf des Abends enthüllen Vertreter aus Stadt, Kirche und des Freistaates Sachsen das Europäische Kulturerbesiegel, mit dem das Gotteshaus unlängst ausgezeichnet wurde.

Für den passenden musikalischen Rahmen sorgt das „dresdner blockflöten consort" mit mittelalterlichen Pilgerliedern und Spielmannstänzen des 15. Jahrhunderts. Das Ensemble, bestehend aus Luise Ludewig, Katja Johanning und Gabriele Schubert, gründete sich 1998. Kennengelernt hatten sich die drei jungen Musikerinnen in Leipzig beim Studium für Blockflöte und Historische Aufführungspraxis. Neben der Konzerttätigkeit in verschiedenen Ensembles der Alten Musik unterrichten alle drei am Heinrich-Schütz-Konservatorium Dresden und am Sächsischen Landesgymnasium sowie an der Hochschule für Musik Dresden Carl Maria von Weber.

Mittelalterliche Gaukelei und Markttreiben

Bild: Mittelaltermarkt (Foto: Kulturamt Zwickau, Quelle: Heureka Leipzig)

Reformation und Renaissance: Trotz Häresie und Aberglaube, trotz drohendem Fegefeuer - die Erde ist eine Kugel geworden. Kampfeslustig erdreistete sich einst ein kleiner Mönch, gegen die Allmacht der römisch-katholischen Kirche anzutreten. Um diesen Buben und sein „Geziere" gegen den Ablasshandel vorzuführen, sind Spielleute, Gaukler und närrisches Volk vor den Mauern des Schlosses Osterstein angetreten, ein Spiel zu treiben. In der Hofstube laden „Scharlatan" zu Renaissancekonzerten. Altertümliches Handwerk wird die Leute staunend machen und auf der Bühne wird eine Attraktion nach der nächsten das geneigte Publikum vortrefflich amüsieren.

Spiel und Spannung für die Kleinsten mit ‚Kinder-Luther-Welt‘

Bild: Kinder in der Luther-Welt aktiv mit dabei (Foto: Projekt Kinder-Luther-Welt)
Kinder-Luther-Welt für aktives Mitgestalten

Auch für Kinder gibt es viel Spannendes zu entdecken. So schlägt beispielsweise am Sonnabend und Sonntag ganztägig die Kinder-Luther-Welt ihre Zelte im Katharinenkirchhof auf - ein gemeindepädagogisches Programm, das sich in verschiedenen Stationen mit Luthers Leben auseinandersetzt. So kann man erfahren und probieren, wie der frühe Buchdruck funktionierte und muss knifflige Aufgaben lösen. Das Projekt der Gemeindepädagogen des Kirchenbezirks Auerbach reist mit den mobilen Ständen durchs Land. Die Kinder können sich mittelalterlich verkleiden und dann in diese fremde, faszinierende Welt eintauchen. Auf der Reise durch vergangene Zeiten wird den kleinen Abenteurern einiges an Mut, Überlegung und Kreativität abverlangt.

Jugendgottesdienst: Lobpreis einmal anders im MuldeParadies

Bild: Blick in den Zwickauer Dom zum Altarraum mit dem wertvollen Wolgemut-Altar
Dom St. Marien

Der Samstagabend steht ganz im Zeichen junger Christen. Ab 17:00 Uhr findet im MuldeParadies der YouGo! Jugendgottesdienst mit anschließendem Picknick und der „zwickau worship night" mit Route 77 statt. Route 77 sind ca. 20 junge Leute, die begeistert von Jesus sind und einen musikalischen Weg gefunden haben, ihn zu loben und ihm zu begegnen. Unter dem Titel „...come to where the worship is" - „die zwickau worship night" erklingen religiöse Texte zu Pop- und Rockmelodien.

Festgottesdienst im Dom St. Marien am Sonntag

Der Auftakt am Sonntag, dem 18. Mai ab 10:30 Uhr ist ein Festgottesdienst im Dom St. Marien. Die Predigt hält Prof. Margot Käßmann. Musikalisch gestaltet der Domchor gemeinsam mit dem Kammerorchester des Robert Schumann Konservatoriums Zwickau, der Kantorin Anne-Doreen Reinhold (Orgel) sowie Gesangssolisten unter Leitung von KMD Henk Galenkamp den Gottesdienst. Zu hören ist die Kantate BWV 148 „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens" von Johann Sebastian Bach.

Ökumenische Gesprächsrunde auf Schloss Osterstein

Bild: Schloss Osterstein in Zwickau (Foto: Kulturamt Zwickau, Quelle: Gregor Lorenz)
Schloss Osterstein

Den Abschluss bildet an diesem Tag ab 16:00 Uhr eine ökumenische Gesprächsrunde in der Großen Hofstube des Schlosses Osterstein. Unter dem Titel „Schwärmen und Glauben - Reformation verleiht Flügel!?" diskutieren Gesprächspartner unterschiedlichster Konfessionen zur Bedeutung der Reformation. Gesprächspartner sind Oberkirchenrat Pfarrer Dr. Thilo Daniel (Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens), Domkapitular Pfarrer Dr. Bernhard Dittrich (Römisch-katholische Kirche, Bistum Dresden-Meißen), Bischof i.R. Dr. Rüdiger Minor (Ev.-meth. Kirche in Sachsen), Prof. Dr. Erich Geldbach (Bund Ev.-Freikirchl. Gemeinden in Deutschland, Landesverband Sachsen Baptisten) und Pastorin Christine Pietsch (Herrnhuter Brüdergemeine). Moderiert wird die Runde durch Michael Seimer (Referent für die Lutherdekade und das Reformationsjubiläum in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens).
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Rahmen des Festivals der Reformation ist frei.

Im "Themenjahr 2015 'Bild & Bibel' der Lutherdekade findet das Festival der Reformation vom 28. bis 30. August in Grimma statt.

Historischer Hintergrund und die Bedeutung Luthers für die Stadt

Bild: Luther in Zwickau - Programm zum diesjährigen Festival der Reformation

Der Name Martin Luther (1483-1546) ist untrennbar mit der von ihm angestoßenen Reformation verbunden. Sein Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg (31. Oktober 1517) war der Beginn von Veränderungen, die kaum weitgreifender hätten sein können. Sein Ziel war die Wiederherstellung einer Kirche, die sich dem Evangelium verpflichtet fühlte. Luther pflegte gerade in den Anfangsjahren eine enge Bindung zum aufgeklärten Zwickauer Rat, der begeistert die Ideen der Wittenberger Reformatoren umsetzte. Das engagierte Wirken der Zwickauer Bürgerschaft veranlasste Luther, seine Schrift „Von der Freyheyt eynis Christenmenschen" dem Bürgermeister Hermann Mühlpfort zu widmen. Luther selbst war es auch, der Thomas Müntzer als Vertretung für den Prediger an St. Marien, Egranus, vorschlug. Zwischen dem 30. April und 2. Mai 1522 predigte Martin Luther insgesamt viermal in der Muldestadt. 14.000 Menschen aus Zwickau und der Umgebung sollen seiner Predigt aus einem Rathausfenster gelauscht haben. Im Streit um das Bestimmungsrecht der Besetzung freier Pfarrstellen (ab 1529) kam es zum Bruch des Rates mit Martin Luther.(Kulturamt Zwickau)

PROGRAMM

Start in die Lutherdekade 2008 in Zwickau

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