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Aktuelles

Abschlussaktion der 3. Peace Academy am Pfingstmontag

Peace Academy endet mit hoffnungsvoller Geste vor der Frauenkirche

Bild: Gelbe Ballons der Hoffnung vor der Frauenkirche (©Stiftung Frauenkirche Dresden, Foto: Silke Schwarz)

Mit einer symbolischen Abschlussaktion ist die dritte internationale Peace Academy in und um die Dresdner Frauenkirche zu Ende gegangen. Hunderte Ballons der Hoffnung stiegen am Pfingstmontag in den strahlend blauen Himmel. Sie standen sinnbildlich für die 420 Teilnehmer aus 26 Ländern, die sich über das Pfingstwochenende zu Gewissens- und Friedensfragen ausgetauscht hatten und nun erfüllt mit Ideen wieder in alle Welt hinausgehen.

„In den vergangenen Tagen haben wir viele junge Menschen erlebt, die sich ihrem Gewissen verpflichtet fühlen und sich die Freiheit nehmen, die Welt zu verändern“, resümiert Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt. „In einer Zeit, in der ein friedfertiges Miteinander und die Freiheit des Gewissens alles andere als Selbstverständlichkeiten sind, konnten sie bei der Peace Academy in einen Gedankenaustausch treten und erleben, dass sie mit ihrem Tun Motivationsquell für andere sind.“

Gemeinsam mit der sächsischen Landeskirche, der Evangelischen Jugend und der EKD hatte die Stiftung Frauenkirche Dresden und die Frauenkirchen-Fördergesellschaft junge Menschen nach Dresden eingeladen. Mehr als 400 junge Erwachsene aus vier Kontinenten, darunter 160 internationale Gäste, waren dem Ruf gefolgt. Unter dem Motto „GEWISSENSFREIHEIT. Riskier was!“ wurde eine große Bandbreite von Gewissensfragen thematisiert. Am Morgen ging die Peace Academy 2014 mit dem symbolischen Öffnen eines Käfigs und dem Aufsteigen hunderter mit Federn bedruckter Luftballons zu Ende.

Für Gewissensfreiheit müssen wir etwas wagen

Bild: Peace-Academy-Gäste während des thematischen Einstiegs in der Frauenkirche (©Stiftung Frauenkirche Dresden, Foto: Silke Schwarz)

„Ob in den Workshops, den geistlichen Angeboten oder im privaten Gespräch: An immer wieder ist deutlich geworden, dass man aus Gewissenskäfigen ausbrechen muss, um etwas zu bewegen“, erklärt Landesjugendpfarrer Tobias Bilz, der zum Vorbereitungsteam der Peace Academy gehörte. „Genau das war unser Ansatz. Wir wollten die Teilnehmer zu ermutigen, ihre Stimmen für andere zu erheben, wo es das eigene Gewissen einfordert.“ Dies war auch die Botschaft seiner Predigt im Pfingstgottesdienst der mit 1.000 Besuchern gefüllten Frauenkirche. „Wir müssen zu unseren Überzeugungen stehen. Lasst es uns wagen, unter Herzklopfen unsere Stimmen zu erheben und Gewissensfreiheit zu riskieren. Unser Mut wird Wirkung zeigen, auch wenn wir vielleicht Federn lassen mussten.“

Bild: Besuch an der Dresdner Synodagoge (©Stiftung Frauenkirche Dresden, Foto: Silke Schwarz)

In aller Vielfalt und unter Einbezug vieler internationaler Teilnehmer setzten sich die jungen Leute mit den Chancen und Risiken von Gewissensfreiheit auseinander. Sie besuchten Gewissensorte wie die Synagoge, das Landgericht oder die Gedenkstätte an der Bautzner Straße. Sie trafen auf Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugungen verfolgt werden. Sie ließen sich inspirieren von Leuten, ihre Gewissensentscheidungen leben.

Sie besuchten Workshops, die ein Leben ohne Geld oder die Folgen unserer Konsumentscheidungen ebenso thematisierten wie internationale Friedensinitiativen, Zwangsheirat, Zivilcourage oder die Macht der Medien. Zahlreiche Bühnendarbietungen aus den eigenen Reihen setzten interkulturelle Akzente. Am Rande der Veranstaltungsformate gab es regen Austausch im Peace Academy-Dorf vor der Frauenkirche.

Internationalität als Chance

Wenn die jungen Teilnehmer nun wieder ihre Heimreise antreten, nehmen sie viele Eindrücke, Impulse und neue Freundschaften mit. Scheinbar kleine Gesten werden tief in Erinnerung bleiben, wie der ukrainische Teilnehmer Nazar berichtet. „Als während der Peace Academy ein russischer Teilnehmer auf mich zukam und versuchte, mit mir in meiner Muttersprache zu reden, ging mir das sehr nahe“, so der 23-Jährige. „Es ist an uns, der jungen Generation, miteinander nach Friedenswegen zu suchen.“

Bild: Internationale Begegnung in und an der Frauenkirche (©Stiftung Frauenkirche Dresden, Foto: Silke Schwarz)

Viele Teilnehmer betonten, dass sie gerade der internationale Aspekt der Peace Academy sehr bereichert hat. „Ich habe viel über andere Kulturen erfahren und gleichzeitig erstaunt festgestellt, dass ich in meinem eigenen Land sehr viel mehr bewegen kann, als ich es bisher tue“, sagte die 21-jährige Cathrin aus Großbritannien. Der 24-jährigen Palästinenser Rawan geht ermutigt aus diesem Pfingstwochenende. „Die Peace Academy hat mich ermuntert, als Christ in Palästina an eine langfristige Lösung des Konflikts in meinem Heimatland zu glauben – an einen Weg, auf dem es wichtig ist, seiner inneren Stimme zu vertrauen“, erklärte der 24-jährige Rawan. Motiviert geht auch die ebenfalls 18-jährige Saskia aus Leipzig zurück in ihren studentischen Alltag: „Die Tage hier an der Frauenkirche haben mich wirklich bestärkt, die Freiheit, die ich hier habe, aktiver wahrzunehmen.“

Bekommt die Peace Academy ein afrikanisches Pendant?

Zu einer besonderen Initiative sehen sich die tunesischen Teilnehmer motiviert. „Uns hat die Peace Academy so gut gefallen, dass wir konkret darüber nachdenken, so eine Veranstaltung in Tunesien durchzuführen“, erzählen Ramy (18), Amina (16) und Nedra (32). „Vor drei Jahren fand die Revolution in Tunesien statt. Wir versuchen noch immer zu verstehen, was Freiheit bedeutet. Wir sind noch immer nicht daran gewöhnt, frei zu sprechen ohne Angst haben zu müssen. Uns hat begeistert, Leute aus so vielen Ländern so unkompliziert kennenzulernen und verschiedene Kulturen zu erleben. Diese Erfahrung sollen mehr Jugendliche in unserem Land machen können.“

Bild: Internationale Gäste verabschieden sich von Dresden (©Stiftung Frauenkirche Dresden, Foto: Silke Schwarz)

Zum dritten Mal richtete die Stiftung Frauenkirche Dresden eine Peace Academy aus. Unterstützt wurde sie von verschiedenen Partnern der evangelischen Jugendarbeit und der Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche. Zu den langjährigen Kooperationspartnern zählten zudem die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend (aej). Unterstützt wurde die Peace Academy 2014 zudem durch Mittel der Lutherdekade und des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien.(FK 9.6.2014)

PEACE ACADEMY vom 6. bis 9. Juni 2014 in Dresden

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