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Aktuelles

Landeskirchentag in Leipzig am 27. Juni mit einem Gottesdienst eröffnet

„Hier stehe ich“ – das verbindende Motto der Festtage in Leipzig

Bild: Thomanerchor auf der Bühne auf der Bühne zum Auftakt (Foto: ©Matthias Knoch, Leipzig)

Die Landeskirchenmusiktage in Leipzig endeten in der Peterskirche mit dem abendlichen Konzert der Teilnehmenden und auf dem Markt lockte das Vokalensemble amarcord mit einem Konzert Open Air als musikalischer Einstieg in den Sächsischen Landeskirchentag. Zuvor war hier vor dem Alten Rathaus der Eröffnungsgottesdienst unter dem Motto „Hier bin ich“, um die Teilnehmer des Landeskirchentages zu begrüßen. Neben den Konzerten gehörte der Abend der Jugend, auf die im Jugendzentrum an der Lutherkirche ebenfalls viel Musik sowie sportliche Angebote warteten.

Bild: Blick zum Podium

Der Freitag begann in der Hochschule für Musik und Theater mit einem Vortrag und Podiumsgespräch über die gesellschaftliche Bedeutung der Kirchenmusik. Die Kulturbeauftragte der EKD, Oberkirchenrätin Dr. Petra Bahr, hielt den Vortrag, bevor das Podium mit Prof. Dr. Christoph Krummacher, Präsident des Sächsischen Musikrates und Direktor des Kirchenmusikalischen Institutes an der HMT in Leipzig, der MDR-Hauptabteilungsleiter für Klassik, Carsten Dufner, der Herausgeber von „Musik und Kirche“, OLKR i.R. Dr. h.c. Klaus Röhring, und LKMD Markus Leidenberger in die Diskussion einstiegen. Der Anspruch und die Erwartung, die kirchenmusikalische Wirksamkeit noch weiter in die Gesellschaft zu tragen wurde zwar angesprochen, aber auch die Machbarkeit aufgrund der Stellenlage und der Akzeptanz infrage gestellt.

Bild: LKMD Markus Leidenberger im Chorprojekt vor dem Probenchor
LKMD MarkusLeidenberger dirigiert Chorprojekt am Nachmittag

Hier seien noch Unterschiede zwischen Ost und West festzustellen, meinte ein Zuhörer. LKMD Leidenberger betonte, dass der Gottesdienst selbst schon eine öffentliche Veranstaltung sei und Dr. Röhring hob das besondere Verkündigungsamt des Kirchenmusikers hervor, das dem des Pfarrers nicht nachstehe. Weiterhin drehten sich Fragen um das Spezifische der Kirchenmusik. Als ein besonderes Merkmal von Kirche sei das gemeinsame Singen.

Mittags startete an vier Punkten rund um Leipzig das Ökumenische Sternpilgern um auf den Wegen der Via imperii, dem Lutherweg Sachsen und dem Ökumenischen Pilgerweg Via regia nach Leipzig zu wandern. Das Motto der Angebote „HIER gehe ich …!“ korrespondiert zum Thema des Landeskirchentages.


 

Bild: Pilger sind in Leipzig und rechtzeitig zum Gottesdienst auf dem Markt angekommen
Über den Pilgersternweg in Leipzig angekommen

Organisiert wurde das Sternpilgern von der Arbeitsgemeinschaft Mitteldeutsche Pilgerwege. Die jeweiligen Strecken von Machern, Plaussig, Großstädteln und Kleinliebenau mit einer Länge zwischen 11 und 15 Kilometern trafen sich am späten Nachmittag an der Erinnerungstafel für die ehemalige Jacobskirche am Elstermühlgraben (Ranstädter Steinweg). Gemeinsam nahmen sie am Eröffnungsgottesdienst um 18:00 Uhr auf dem Markt teil.
Die in der AG Mitteldeutsche Pilgerwege vertretenden Vereine und Initiativen stellen sich am nächsten Tag auf den Open Air Bühnen in der Leipziger Innenstadt und erfahrene Pilger geben an einem Präsentationsstand Auskunft zum Pilgern in Mitteldeutschland.

Bild: Tafel / Plakat unter vielen in der Peterskirche

Am Nachmittag trafen sich die Sängerinnen und Sänger aus dem Kreis der Teilnehmenden des Landeskirchenmusiktages zum Chorprojekt in der Peterskirche, um sich unter Leitung von Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger in mehreren Proben chorisch und instrumental auf das große Abschlusskonzert um 20:00 Uhr in der Peterskirche vorzubereiten.

Bereits sei dem 20. Juni ist in der Peterskirche eine Ausstellung von individuell gestalteten Plakaten zur „»Chronologie gelebter Kirchen- und Glaubensgeschichte« zu sehen. Die Ausstellung stellt ein „buntes Kaleidoskop erlebter Geschichte“ dar und zeigt anhand von Denkmalen, Kirchenbuchnotizen, Straßennamen und Grabsteinen Ausschnitte einer 475jährigen Kirchengeschichte aus dem Blickwinkel der Gemeinde.
Die ausgestellten Arbeiten, die die „große Kirchengeschichte von unten erzählen werden den Landeskirchentag bis 29. Juni begleiten.

 

Eröffnungsgottesdienst des Landeskirchentages auf dem Markt

Bild: Banner für Landeskirchentag und Chorfest an den Bühnen in der Stadt

Auf dem Markt vor dem Alten Rathaus wurde der Landeskirchentag mit einem Gottesdienst eröffnet. „Wir sind hier, weil Sachsen vor 475 Jahren evangelisch wurde“, sagte Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer zu Beginn seiner Predigt. Was sei Sachsen ohne die Diakonissenhäuser, die lebendigen Gemeinden, die protestantische Kirchenmusik bis hin zu ‚Kerzen und Gebeten‘ 1989.

Bild: OLKR Dietrich Bauer, Dresden, hielt die Predigt im Auftaktgottesdienst

Es entstünden aber auch Fragen einer kleiner werdenden Kirche, vor allem auf dem Lande. Glaube sei nichts Selbstverständliches und der Normalfall und es scheine, als mache sich Gott rar. Mit Bezug auf den Bibeltext (1. Samuel 3,1-10) sagte Bauer, dass sich Gott damals wie heute Gott zu Gehör bringe. Gott rief und ruft öfter, aber oft verfehle Gottes Wort das Ohr. Erfahrbar sei er in Gottesdiensten, in Glaubensgesprächen und der Gemeinschaft im Glauben. Dass Gott nicht aufgebe, sei Hoffnung für die Kirche und die Gemeinden. „Lasst uns daher auf Gottes Anrede hören“, sagte OLKR Bauer, „indem wir Gemeinschaft halten, fragen stellen und uns organisieren“, damit er „zu uns als Kirche in unsere Zeit spricht.

Weiterhin wirkten im Gottesdienst die Thomaspfarrerin Britta Taddiken, der Leipziger Superintendent Martin Henker sowie musikalisch der Thomanerchor Leipzig und der Rochlitzer Bläserkreis mit.

Bild: (v.l.n.r.) Landesbischof J. Bohl, KMD Chr. Finke, OB B. Jung und Dr. I. Huhn

Die Kollekte des Eröffnungsgottesdienstes ist für die Arbeit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde St. Peter und Paul in Odessa/Ukraine bestimmt, die in der aktuellen Konfliktsituation vor Ort aktive Versöhnungsarbeit leistet.
Landesbischof Jochen Bohl begrüßte die Besucher auf dem Markt und erinnerte an die Anforderungen und Herausforderungen vor denen die Kirche stünde. Darüber solle gesprochen werden und vor allem darüber, „wofür wir als Christen stehen“. Er freue sich auf die Klänge, die Stärkung und die Gemeinschaft unter dem Wort. „Der Landeskirchentag ist eröffnet“, sagte er auf der Bühne im Zentrum der Stadt.
Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung dankte für den Gottesdienst und sprach sein herzliches Willkommen für alle Teilnehmer aus Nah und Fern aus. Leipzig freue sich immer über Gäste. Durch Reisende und Gäste sei die Stadt vor 1000 Jahren entstanden. OB Jung erinnerte auch an die Kirchentage 1989 und 1997 und er rief die Teilnehmenden auf, mit den Leipzigern ins Gespräch zu kommen.

Bild: Abschlusskonzert in der Peterskirche

Der Chor der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden hat beim Abschlusskonzert der Landeskirchenmusiktage am Freitagabend in der Peterskirche Leipzig unter Leitung von Prof. Stephan Lennig die Aufführung der Kantate „Feste Burg“ nach Texten von Martin Luther, Johannes Richter und Heiner Müller von Thomas Buchholz übernommen, mit der der Komponist den Kompositionswettbewerb der EKD zum Themenjahr „Reformation und Musik“ 2012 gewonnen hatte.
Zudem wirkten der Hochschulchor im Chor der Teilnehmenden an den Landeskirchenmusiktagen mit, der die Kantate „Wenn die Stimme kommt“ von Matthias Drude (Textzusammenstellung: Ulrich Meyer unter Verwendung von 1. Samuel 3, 1-10) zum ersten Mal aufführte. Unter Leitung von LKMD Markus Leidenberger erklang außerdem das 1974 komponierte „Gloria“ von John Rutter.

Bild: Band 'Zweckgemeinschaft' aus Leipzig
Musiker der 'Zweckgemeinschaft' aus Leipzig

Weitere Mitwirkende waren Solisten, Gerd Reichard als Sprecher, die Kurrende und der Jugendchor der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Leipzig-Sellerhausen-Volkmarsdorf, ein Blockflötenensemble sowie Martin Strohhäcker an der Orgel und die Elbland Philharmonie Sachsen.

Das Jugendprogramm an der Lutherkirche hatte ein anderes musikalisches Format als beim Landeskirchentag und beim Chorfest zu erwarten ist. Der Abend bildete die aktuelle Jugendkultur, Kirche und Spiritualität sowie unterschiedliche Musikstile ab.
Unter dem leicht abgewandelten Motto „Hier stehe ICH…“ begrüßte Landesjugendpfarrer Tobias Bilz die Gäste und es folgte Musik der vogtländischen Band my terminal  sowie von Mateo aus Dresden, der Zweckgemeinschaft aus Leipzig und Szenisches von theatre de luna.

Bild: Taize-Nacht im ehemaligen Stadtbad mit besonderer Atmosphäre

An der gut besuchten Taizénacht im Leipziger Stadtbad hat Landesbischof Jochen Bohl teilgenommen und er berichtete von seinen Eindrücken, die er im vergangenen Sommer gemeinsam mit Jugendlichen im französischen Taizé gewinnen konnte. Die Atmosphäre und die Besonderheit von Taizé seien die Ungezwungenheit der Teilnahme und die „Absichtslosigkeit“ der Treffen gewesen, die zu einer geistlichen Hingabe führen würden. Das unterscheide sich vom Alltag, denn hier unterliege alles irgendeiner Absicht. Bohl zeigte sich in Erinnerung beeindruckt von der „unmittelbar erfahrbaren Nähe zum Glauben.“
Im ersten Teil des späten Abends wurde gesungen und anschließend der Segen ausgeteilt. Manche blieben nach einer Pause noch länger in der besonderen Atmosphäre des ehemaligen Stadtbades.(27.6.2014)

Landeskirchenmusiktage (25.-27. Juni 2014) in Leipzig

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