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Aktuelles

Christliche Begegnungstage 2014 in Breslau

Präsentationen, Gespräche und eine große musikalische Begrüßung

Bild: Blick über den Marktplatz

Die Christlichen Begegnungstage 2014 hatten einen eindrucksvollen Auftakt in der Jahrhunderthalle von Wroclaw (Breslau) mit viel Musik und Wortbeiträgen der Freude, dass diese Tage der Gemeinschaft von evangelischen Christen aus vielen Ländern Mittel- und Osteuropas in Breslau stattfinden. Touristische Führungen bei Sonnenschein, Präsentationen der Regionen und ein Willkommen auf Polnisch prägten den ersten Tag.

Bild: Viele Teilnehmende besuchen M. Luther am Sachsen-Stand. Hier Gäste aus der Slowakei
Präsentation sächsische Landeskirche

Der deutsche Theologe und evangelische Märtyrer Dietrich Bonhoeffer ist in dieser Stadt 1906 geboren und ein Denkmal erinnert vor der katholischen Elisabeth-Kirche an den Sohn der Stadt. Im Inneren der Hauptkirche befindet sich auch das Grab eines evangelischen Stadtkämmerers, der noch vor seinem Tod dieses Renaissance-Denkmal in Auftrag gab. Der Name der Kirche ist Elisabeth von Thüringen gewidmet, was auf familiäre Verbindungen der mittelalterlichen Herrscher mit der Tochter des Ungarnkönigs und seiner Frau schließen lässt. Rundgänge führten auch an der evangelischen Hofkirche vorbei in das jüdische Viertel, wovon nicht mehr viel übrig ist. Die meisten der immerhin 30.000 jüdischen Bürger vor den Pogromen und der Vernichtung durch die Nazis vielen deren Rassenwahn zum Opfer.

Bild: Bronze-Statue erinnert an Dietrich Bonhoeffer vor der Elisabethkirche

Obwohl sich viel Leid auf die Geschichte der Stadt legt, öffnet sie sich umso mehr Lebensmut und die Orientierung auf ein friedliches, freiheitliches und tolerantes Miteinander in Europa. Das möchten auch die Christlichen Begegnungstage aufgreifen und an die Veränderungen vor 25 Jahren erinnern, gegen Intoleranz und Unfrieden mahnen und Zeichen setzen für evangelische Verantwortung in der jeweiligen Gesellschaft durch kirchlich-diakonische Initiativen.
Der Markt der Möglichkeiten in der Jahrhunderthalle spiegelt das wider. Gegenseitige Hilfen der Kirchen, die Seelsorge an Brennpunkten des Lebens und das diakonische Engagement informieren und weisen in die Zukunft. Die Präsentationen, darunter auch der Stand der sächsischen Landeskirche, der Evangelischen Jugend Sachsen sowie anderen Vereinen und Initiativen umgeben die imposante Haupthalle.

Kurz nach dem vorletzten Jahrhundertwechsel und kurz vor dem 1. Weltkrieg entstand dieser große Komplex in einer damalig modernen architektonischen Formensprache mit einem hohen konstruktiven Anspruch, tausende von Besuchern Platz zu bieten.

Bild:  Blick über die Zuschauer zur Bühne

In dieser Multifunktionshalle begann der offizielle Auftakt der Christlichen Begegnungstage, die vor drei Jahren den Staffelstab von Landesbischof Jochen Bohl in Dresden durch die Hand des hiesigen Diözesan-Bischofs Ryszard Bogusz übernahmen.

Bild: Jahrhunderthalle im Abendlicht leuchtend fast wie aus Gold...

Für Bischof Jerzy Samiec von der jetzt gastgebenden Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen ist das Gespräch auf diesen Begegnungstagen besonders wichtig, um sich kennen zu lernen, Vorurteile abzubauen und im Gebet eins zu sein - trotz verschiedener Sprachen und Kulturen. Die Veranstalter freuten sich, so viele Partner aus der Ökumene zu diesem Festakt, der vom polnischen Fernsehen übertragen wurde, begrüßen zu können.

Für die Stadt Breslau hieß die stellvertretende Stadtpräsidentin, Anna Szarycz, die Teilnehmer aus Polen und anderen Ländern willkommen. Wroclaw sei mit diesem Treffen wieder einmal eine „Stadt der Begegnung“. Diese Tage seien eine „gute Vorankündigung“ für den Titel und die Ereignisse als europäische Kulturhauptstadt im Jahre 2016. Die Stadt habe jetzt schon eine kulturelle Bekenntnisvielfalt, die sich auch in dieser „außergewöhnlichen Form des Gesprächs“ niederschlage.

Bild: Tanz- und Chorgruppe "Slask" auf der Bühne bestritten eindrucksvoll Programm

Es wurde ein Informationsfilm der gastgebenden Kirche gezeigt und ein breit gefächertes Musikprogramm dargeboten, das durch Liturgie in Form von Gebet und Gemeindegesang strukturiert wurde. Zu Beginn sang der Medizinische Hochschulchor Wroclaw und ein Orchester unter Leitung von Jean-Claude Hauptmann. Später gestalteten die Frauen und Männer der Sing- und Tanzgruppe „Slask“ ausschließlich das Programm. Das Programm „Allein Christus“ war auf die Reformationsdekade bezogen mit einer besonderen Auswahl evangelischer Lieder aus Polen und der ganzen Welt.

Es erklangen Werke u.a. von J.S. Bach, W.A. Mozart, Francois-Joseph Gossec, Cesar Franck, Stanislaw Hadyna (Gründer und Schirmherr von „Slask“). Die Premiere von „Allein Christus fand am 25. Mai 2012 in der Maria-Magdalenen-Kirche innerhalb des IV. Festivals der protestantischen Kultur statt.

Bild: Eine Band lockte zu später Stunde noch viele Zuhörer

Im ersten Teil der Veranstaltung setzten die Bläser der Sächsischen Posaunenmission einen ebenfalls eindrucksvollen Akzent im Gesamtkonzert. Sie werden in diesen Tagen an verschiedenen Orten Dienst tun und Veranstaltungen begleiten.
Nach der sehr festlichen und die Seele berührenden Musik trafen sich die Jüngeren Teilnehmer zum „Konzert Mate.O“ in eine neuen Multifunktionssaal nahe der großen Halle. Es waren „Lieder aus eigener Hand“ mit Elementen von Folk, R&B., Rock, Jazz sowie Lieder mit ungewöhnlicher Harmonie und Texten zu hören.

Die Multimedia-Show fand am Springbrunnen an der Pergola bei der Jahrhunderthalle statt. Er soll der größte Polens und einer der größten Europas sein. Mit seinen 300 Wasserdüsen in unterschiedlichen Positionen und technischen Möglichkeiten kann der Springbrunnen das Wasser bis zu einer Höhe von 40 Metern bringen. Auf dem Grund des Platzes leuchten 800 Lichtpunkte. Alles bewegte sich im Rhythmus der Musik mit farbigem Laserlicht.

Bild: Wasserilumination am warmen Abend

Als Bindeglied zwischen einem umfangreichen Vormittagsprogramm, weiteren Vorträgen und Workshops und dem Abendprogramm dient die gottesdienstliche Hauptveranstaltung am Sonnabend als geistlicher Mittelpunkt der Christlichen Begegnungstage (4.-6. Juli). Verabschiedung vom Gelände der Jahrhunderthalle und die Teilnehmenden nutzten die Angebote der offenen Kirchen mit Konzerten und Gesprächsmöglichkeiten in der Stadt.

Impressionen von den Christlichen Begegungstagen in Breslau 2014

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