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Aktuelles

Herbsttagung der 27. Landessynode in Dresden beendet

Abschluss der viertägigen Beratungen der sächsischen Landessynode

Bild: Blick in das Plenum

DRESDEN – In der Dresdner Dreikönigskirche/Haus der Kirche beendete die 27. Landessynode am 17. November ihre Herbsttagung mit der Verabschiedung des landeskirchlichen Haushalts 2015 sowie mit einem Beschluss zur „Willkommenskultur für Flüchtlinge“.

Bild: Synodale Dr. Liebert

In diesem Beschluss der Landessynode beziehen sich die Landessynodalen auf eine entsprechende Äußerung der EKD-Synode vom 12. November auf ihrer Tagung in Dresden zur Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen in Deutschland.
Die sächsische Landeskirche griff die dortigen Anregungen auf und beschloss die Haushaltmittel für Ausländer- und Integrationsarbeit sowie weitere Zuschüsse für laufende Projekte noch in diesem Haushaltjahr zu verzehnfachen. Mit der Diakonie Sachsen sollen Leitlinien für die Vergabe der Mittel entwickelt werden. Auch in zukünftigen Haushaltplanungen solle diese Prämisse berücksichtig werden.

Bild: Eingang Haus der Kirche in der Dresdner Hauptstraße

Die Finanzplanung im Rahmen des Haushalts ist derzeit auf der einen Seite von erhöhten Landeskirchensteuereinnahmen und auf der anderen Seite von niedrigen Ertragszinsen geprägt. Die Zinseinnahmen für die Landeskirche sind folglich niedriger anzusetzen und aufgrund niedriger Ertragszinsen bei der Ruhegehaltskasse müssen die Einlagen erhöht werden. Das Volumen des Haushaltes 2015 steigt gegenüber dem Haushalt 2014 um 5,1 Prozent auf 196,51 Mill. Euro. Das Netto-Kirchensteueraufkommen 2015 wird voraussichtlich bei 96 Mill. Euro liegen. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Plan 2014 und 4,9 Prozent mehr als im Jahre 2013. Diese zu erwartende Kirchensteuereinnahme kann die verpflichtenden Ausgabensteigerungen nicht vollständig auffangen, so dass eine Entnahme aus der Ausgleichsrücklage notwendig werden wird. Der EKD-Finanzausgleich steigt um 8,3 Prozent (3,92 Mill. Euro).

Bild: Synodale Mitglieder der Kirchenleitung neu gewählt
(v.l.n.r.- hinten) Thomas Lieberwirth, Heinz Hartwig Böhmer, Albrecht Erler,Martin Rolle, Gisela Merkel-Manzer | (vorne v.l.n.r.) Yvonne Gruber, Barbara Pfeiffer, Ulrike Franke, Rainer Findeisen.

Neben der weiteren Behandlung von Kirchengesetzen in zwei Lesungen und ihrer  Verabschiedung stand auf der ersten ordentlichen Sitzung die Wahl der synodalen Mitglieder der Kirchenleitung und ihrer Stellvertreter auf dem Programm. In die 18-köpfige Kirchenleitung, deren Vorsitz der Landesbischof innehat, sind vier ordinierte synodale Mitglieder (Theologen) und fünf nichtordinierte synodale Mitglieder gewählt worden. Mit dem Synodalpräsidenten als stellvertretenden Vorsitzenden haben die synodalen Mitglieder somit eine Stimmenmehrheit gegenüber den Mitgliedern des Landeskirchenamtes. Die neue Kirchenleitung wird Anfang Dezember 2014 zur konstituierenden Sitzung zusammen kommen.

Bild: Blick ins Plenum im Festsaal im Haus der Kirche

Der diesjährige Kirchenleitungsbericht zur Herbsttagung reflektiert daher die Rolle der Kirchenleitung und das damit verbundene Ausgabenspektrum. Er führt zu Beginn in Stellung und Einordnung sowie in das Aufgabenspektrum dieses eigenständigen Leitungsgremiums (Kirchenleitung) ein. Danach entfaltet sich in zwei inhaltlichen Teilen der Rückblick auf zentrale Themen der Amtszeit der vergangenen Amtszeit. Schwerpunkte sind dabei angesichts der demografischen Entwicklung die Haushaltkonsolidierung und die Neudefinition der Berufs- bzw. Aufgabenfelder der Mitarbeitenden im Verkündigungsdienst.

Im zweiten Teil geht es um theologische Impulse und Schwerpunkte der Arbeit der Kirchenleitung in den letzten sechs Jahren, beispielsweise die Einladung zur Taufe und Tauferinnerung (Taufsonntage), um das reformatorische Selbstverständnis und deren Vergewisserung in der Lutherdekade, um die Begleitung des Gesprächsprozesses über das Schriftverständnis nach dem verabschiedeten Pfarrdienstgesetz, die Initiative „Erwachsen glauben“ sowie die Stärkung des Ehrenamtes.

Bild: Landesbischof Jochen Bohl

Landesbischof Jochen Bohl hielt auf dieser Tagung seinen letzten Bericht in seiner noch verbleibenden Amtszeit. Er stellt sich darin der Herausforderung der zurückgehenden Gemeindegliederzahlen. Die Entwicklung in den zurückliegenden Jahren stelle für ihn und die Landeskirche eine permanente Herausforderung dar. Leider sei es nicht nur eine vorübergehende Schwächephase, sondern ein Trend, der seit 90 Jahren zu beobachten sei, so Bohl. Dies sei schmerzhaft in einer Gesellschaft, die von Wachstumsdenken geprägt ist.

Nicht nur schmerzhaft sei es für kirchenleitende Personen, sondern auch für ganz viele ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in den Kirchgemeinden und nicht zuletzt auch für alle Kirchenmitglieder. Das Leben und Arbeiten in der Kirche sei nicht selten von der Vergeblichkeitserfahrung geprägt, dass auf großen Einsatz kein erkennbares Gemeindewachstum folge. Auch kirchenleitende Reaktionen auf diese Situation beispielsweise durch Strukturveränderungen brächten schmerzhafte Veränderungen in den Kirchgemeinden.

Bild: Blick seitlich in das Plenum

„Es ist daher von höchster Bedeutung, dass wir uns nicht nur mit Strukturfragen beschäftigen, sondern darüber reden, wie wir geistlich mit der Situation umgehen“, sagte Bohl. Es sei eine geistliche, spirituelle Frage, wie in der Kirche mit Berufsmüdigkeit, Burn-out, Erschöpfung und Vergeblichkeit umgegangen werde.

In seinem Bericht nennt er acht Kennzeichen lutherischer Spiritualität, die für ihn in dieser Situation bedeutsam erscheinen: Neben dem Lesen in der Bibel, dem regelmäßigen Gebet und der Feier des Gottesdienstes stellen für ihn auch die Taufe und Tauferinnerung, die Beichte und Buße, die Gemeinschaft in der Gemeinde und die Kirchenmusik wichtige Quellen der Stärkung dar. Als letztes Kennzeichen lutherischer Spiritualität nennt er die ‚Übung‘ in all diesen Dingen. „Der Geist hilft den Schwachen auf“ – geistlich stark und lebendig könne eine Kirche sein ganz unabhängig von ihrer Größe. Es komme darauf an, als Kirche fröhlich kleiner zu werden in einer Situation, in die uns Gott gestellt hat.

Der gut 100-seitige Tätigkeitsbericht des Landeskirchenamtes wurde in seinen verschiedenen Artikeln engagiert in den letzten beiden Sitzungstagen diskutiert und Vertreter des Landeskirchenamtes beantworteten Fragen der synodalen Mitglieder.
Die nächste Tagung der sächsischen Landessynode wird im Frühjahr 2015 vom 17. bis 20. April ebenfalls im Haus der Kirche in Dresden stattfinden.

Berichte zur Herbsttagung


 

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