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Aktuelles

Siebenwöchige Passionszeit vor dem Osterfest

Auf dem Weg zum Kreuz wandelt sich das ICH unverstellt und offen

Bild: Abendmahlsgottesdienste am Aschermittwoch und in anderen Gottesdiensten der Passionszeit (Foto: Rainer Oettel)

Am Aschermittwoch, 18. Februar, beginnt die siebenwöchige Passionszeit. Dieser Tag, der mit Abendgottesdiensten und Andachten begangen wird, wird in Sachsen zugleich als Frühjahrsbußtag gefeiert.
In den 40 Tagen vor dem Osterfest finden wöchentliche Passionsandachten statt und in dieser Zeit kommen auch zahlreiche Konzerte zur Aufführung, auf die sich die Chöre in den Kirchgemeinden derzeit vorbereiten. Insbesondere in der Karwoche kurz vor Ostern werden bekannte Passionen, beispielsweise die von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach, aufgeführt.

Bild: Titelmotiv der diesjährigen Aktion "Sieben Wochen ohne"

In der Freiberger Annenkapelle wird der Frühjahrsbußtag mit einer Andacht um 18:00 Uhr gefeiert. Am gleichen Tag findet in der Taufkapelle der Leipziger Peterskirche um 19:30 Uhr eine Ökumenische Stunde der Besinnung statt.

Mit Beginn der Passionszeit beteiligen sich wieder Christen in Deutschland an Fastenaktionen. Der Auftaktgottesdienst für die evangelische Fastenaktion „7 Wochen Ohne“ wird in diesem Jahr aus der Leipziger Michaeliskirche am 22. Februar ab 9:30 Uhr vom ZDF live übertragen. Die Aktion steht unter dem Motto „Du bist schön! Sieben Wochen ohne Runtermachen“. Mitglieder der Michaeliskirchgemeinde haben sich auf die Suche nach den „Runtermachern“ begeben. Dabei sind sie nicht nur auf andere Menschen gestoßen, sondern häufig auf das eigene Selbst. Die Vorbereitungsgruppe des Gottesdienstes möchte dazu ermutigen, anderen etwas Gutes zu sagen und es sich sagen zu lassen.

Bild: Die Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit der Ev. Kirche von Westfalen (Foto: Ausschnitt Flyer der Aktion)
Die Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

Die Münchener Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und zugleich Kuratoriumsvorsitzende von „7 Wochen Ohne“ wird in dem Gottesdienst predigen.

Auch in einigen sächsischen Gemeinden beteiligen sich Christen an dieser Aktion. Entweder beschäftigen sie sich individuell mit dem umfangreichen Themen-Material oder sie suchen und probieren eigene Wege, schließen sich zu Fastengruppen zusammen bzw. organisieren Gemeindeveranstaltungen.

Heiko Reinhold, Beauftragter für Umwelt der sächsischen Landeskirche, lädt in Sachsen dazu ein sich auch an der Klima-Fastenaktion der Evangelischen Kirche von Westfalen zu beteiligen. Die Aktion, die für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit eintritt, läuft von Aschermittwoch bis Ostersonntag, 5. April, unter dem Motto: "So viel Du brauchst". Beispielsweise werden Anregungen gegeben, anders und achtsamer zu kochen und zu essen, wie sich im Haushalt Energie sparen lässt oder wie man weniger kauft und verbraucht.

Bild: Titelbild des Flyers zur Spenden-Aktion "Hoffnung für Osteuropa" (Foto: Verein Gumpo)

Die Spendenaktion „Hoffnung für Osteuropa“ 2015 wird für Sachsen am 22. Februar um 10:30 Uhr mit einem Gottesdienst in Taubenheim/Spree (Kirchenbezirk Löbau-Zittau) eröffnet. Die Aktion ist einem Projekt in Weißrussland gewidmet, in dem sich der Verein „Gumpo“ aus der Oberlausitz seit vielen Jahren für eine würdige Betreuung von Menschen mit Behinderung engagiert. Unterstützung erhält unter anderem das Heim „Novinki“ für mehrfach behinderte Kinder in der Hauptstadt Minsk. Dort finanziert „Gumpo“ die dringend notwendige Physio- und Ergotherapie auf zwei Stationen. Die Verbesserung der Betreuung ist beispielsgebend auch für andere Heime und Einrichtungen des Landes.

Am 25. Februar feiern die evangelischen Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrenden des katholischen St. Benno Gymnasiums Dresden den Beginn der Passionszeit mit einem Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche, den sie selbst mitgestalten.

Als Zeit des Gedenkens an den Leidensweg Christi ist die Passionszeit eine stille Zeit, die Gelegenheit bietet, über sich selbst, sein Leben und Glauben nachzudenken. Passionsspiele und Passionskonzerte laden dazu ein, sich intensiver mit der biblischen Geschichte zu beschäftigen.

Bild: Ausschnitt aus Sachsens größtes Passionsspiel im erzgebirgischen Zschorlau (Foto: Web-Passionspiele)
2015 wieder Sachsens größte Passionsspiel-aufführung im erzgebirgischen Zschorlau

Viele Gemeinden führen in dieser Zeit Glaubenskurse durch. Beispielsweise bietet die Sophienkirchgemeinde im Gemeindehaus Leipzig-Möckern einen Glaubenskurs am 24. Februar und 17. März, um 20:00 Uhr, an. Seit dem 11. Februar bieten in Dresden die Frauenkirche und die Kreuzkirche wieder den "Religionskurs für Neugierige" an, der sich an alle richtet, die Fragen zu Gott und dem christlichen Glauben haben - Getaufte wie Ungetaufte, Menschen, die sich dem Glauben neu öffnen wollen oder Stärkung suchen genauso wie Skeptiker und Distanzierte. Der Kurs endet vor dem Osterfest.

In die Emmauskirche Leipzig-Sellerhausen sind am 28. Februar Interessierte und Mitarbeitende im Kindergottesdienst zum Seminar „Passion und Ostern im Kindergottesdienst“ eingeladen. Von 10:00 bis 13:00 Uhr stehen die Themen: „Was bedeuten Tod und Auferstehung Jesu für uns? Und wie reden wir mit Kindern über das Geheimnis von Tod und Auferstehung?“ auf dem Programm. Referentin ist Maria Salzmann, Kindergottesdienstbeauftragte der sächsischen Landeskirche.

Bild: Konzert der Riesaer Kantorei (Foto: KG Kantorei)
Konzert in der Klosterkirche Riesa am 29. März

Zwei Vorträge zum Thema Passion bietet die Sächsische Haupt-Bibelgesellschaft in Dresden an. Am 11. März, um 19:30 Uhr, spricht der Dresdner Pfarrer i.R. Dr. Christian Zschuppe zu „… gestorben für unsere Sünden nach der Schrift“ (1. Korinther 15.3). Im Rahmen des Themenjahres „Bild und Bibel“ hält am 24. März, um 19:00 Uhr, Christian von der Herberg, einen Vortrag zu „Die Passion Jesu, meisterlich in Holz geschnitten“. Der ehemalige Bezirkskatechet und Gemeindepädagoge betrachtet ein Selbstbildnis von Hellmuth Muntschick.

Mit Palmsonntag am 29. März beginnen auch die Konfirmationssonntage, die bis zum Pfingstfest reichen.
Zu Beginn der Karwoche beteiligt sich die Evangelische Jugend in den Regionen am Ökumenischen Kreuzweg, der jeweilig zwei oder mehrere Orte der Andacht und des Gebets miteinander verbindet.

Frühjahrsbußtag in Sachsen

Der sächsische Frühjahrsbußtag steht seit der Reformation in der Nachfolge zahlreicher Bußtage in der Vergangenheit. Seit 1830 waren nur noch zwei Landesbußtage im Frühjahr und Herbst angesetzt worden. In Sachsen ist der Buß- und Bettag im Herbst ein staatlich geschützter und arbeitsfreier Feiertag geblieben und bildet gleichzeitig den Abschluss der Friedensdekade. Der Frühjahrsbußtag, seit 1996 auf Aschermittwoch festgelegt, ist im Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen ausdrücklich als religiöser Feiertag genannt. (17.02.15)
Gedanken zum Frühjahrsbußtag 2015 im Amtsblatt, Teil B

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