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1. Nationale Sonderausstellung zum Reformationsjubiläum

Ausstellung mit Schlosskapelle als erster protestantischer Kirchenneubau

Bild: Banner als Einladung zur 1. Nationalen Sonderausstellung im sächsischen Torgau (Motiv: SKD)

Die 1. Nationale Sonderausstellung zum 500. Reformationsjubiläum wurde während eines Bürgerfestes für Torgauer Bürgerinnen und Bürger am Himmelfahrtstag zugängig und offiziell am Freitag, 15. Mai, für die breite Öffentlichkeit auf Schloss Hartenfels eröffnet. Auf 1.500 Quadratmetern zeigt die Ausstellung über 200 wertvolle Gemälde, Dokumente, Prunkharnische und Goldschmiedearbeiten, darunter auch den Siegelring Martin Luthers. Die Ausstellung wurde von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden erarbeitet.

Bild: Schloss Hartenfels, großer Wendelstein, © Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Foto: Hans Christian Krass)

Als Kaiser Karl V. 1547 nach Schloss Hartenfels in Torgau kam, soll er befunden haben: Ein wahrhaft kaiserliches Schloss! Wie zur Zeit Martin Luthers thront das größte vollständig erhaltene Renaissanceschloss Deutschlands noch heute majestätisch an der Elbe und zeugt von der folgenreichen Rolle Torgaus während der Zeit der Reformation. Nicht ohne Grund ist dieser Ort Schauplatz der ersten von vier Nationalen Sonderausstellungen zum 500. Reformationsjubiläum im Rahmen der Lutherdekade.

„Luther und die Fürsten“ lässt den Besucher vom 15. Mai bis 31. Oktober 2015 in die Reformationszeit eintauchen. Wie kaum ein anderer Ort in Deutschland erzählt die Renaissancestadt mit über 500 Einzeldenkmälern von dieser Epoche. Luthers Frau Katharina von Bora liegt hier begraben. Die von Martin Luther eingeweihte Schlosskapelle von Schloss Hartenfels ist der erste protestantische Kirchenneubau und – jüngst restauriert – Teil der Ausstellung. Diese beleuchtet sinnlich die religiösen und politischen Wirren der Reformationsgeschichte. Über 200 Kunstwerke kommen nach 500 Jahren wieder am authentischen Ort zu einem Gipfeltreffen der politischen Reformationsgeschichte zusammen und reisen unter anderen aus Torgau und Dresden, aus München, Berlin und Heidelberg, aus Paris, London und Rom sowie aus Toledo (Ohio), New York und Cleveland an. Sie veranschaulichen ein Geschehen, das nur durch das Eintreten der sächsischen Kurfürsten – im Widerspruch zu Papst und Kaiser – seine Wirkungskraft entfalten konnte.

Bild: Luftbild über das Schloss Hartenfels zur Elbe (Foto: SKD)

Der Prozess der Reformation wird auf über 1500 qm von 1515, dem Jahr des Generalablasses, bis 1591, dem Jahr des Torgauer Bündnisses, aufgefächert. An den drei Ausstellungsorten Schloss Hartenfels, Kurfürstliche Kanzlei und Superintendentur verdeutlicht die Präsentation, dass Torgau das politische Zentrum der Reformationszeit im einst viel größeren Sachsen war. Durch Flugschriften verbreitet, wurde die kirchenpolitische Kritik des Reformators Martin Luther zum Politikum. Sie erfasste alle Lebensbereiche der Gesellschaft und veränderte nicht nur die Glaubenslandschaft, sondern auch die politische Landkarte Europas nachhaltig – und wirkt bis heute nach! Wegweisende politische Entscheidungen dieser Zeit wurden in Torgau getroffen und Martin Luther selbst reiste über 40 Mal auf Dienstreise hierher.

Die Ausstellung wurde mit der in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) versammelten wissenschaftlichen Kompetenz unter der Leitung des Direktors des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer, Dirk Syndram, erarbeitet.

Bild: Motive aus den Einladungen zur Sonderausstellung (SKD)

Es ist auch das Renommee dieser Institution, dem sich spektakuläre Leihgaben aus bedeutenden Sammlungen des In- und Auslands verdanken. Die SKD selbst steuern knapp die Hälfte der Exponate bei, darunter Luthers Siegelring oder seinen Mundkelch. Die konzertierte Förderung durch den Freistaat Sachsen und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie die Kooperation mit dem Landkreis Nordsachsen und der Großen Kreisstadt Torgau ermöglichen die Entstehung einer „nationalen“ Sonderausstellung, die das weltgeschichtliche Ereignis der Reformation der breiten Öffentlichkeit zugänglich machen wird. Ein umfangreiches Bildungs- und Vermittlungsangebot entführt am authentischen Ort in die Zeit Martin Luthers. Dank der Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Leipzig konnte ein lehrplankonformes Programm mit Transfer für Schülerinnen und Schüler entwickelt werden.(17.5.2015)

Zur Sonderausstellung "LUTHER UND DIE FÜRSTEN"

 

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