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Aktuelles

Fachtag zu Kirche in sozialen Netzwerken in Dresden

Kooperationspartner des Fachtags war der Ev. Medienverband in Sachsen e.V.

Bild: Blick in den vollbesetzten Vortragssaal

Mit über 60 Anmeldungen begann der Social-Media-Fachtag am Samstagmorgen, 30. Januar, in Dresden an der Grenze seiner geplanten Kapazität in den Räumen des Landeskirchenamtes. An diesem Tag ging es ging es um gemeinsame Strategien für Gemeinden und Einrichtungen, um jugendgemäße Kommunikationsformen, die Erhöhung von Aufmerksamkeit bei den Nutzern, die Reaktion auf Hasskommentare und lästige Trolle sowie Chancen und Grenzen spiritueller und geistlicher Angebote in sozialen Netzwerken.

Bild: Dr. Karsten Kopjar hält den Eingangsvortrag
Dr. Karsten Kopjar

Der Fachtag, der gemeinsam mit dem Bistum Dresden-Meißen von der sächsischen Landeskirche gestaltet wurde, begann mit Andacht und Begrüßung durch Kirchenrätin Tabea Köbsch, Online-Redakteurin Klaudia Deuchert, Landeskirchenamt, und Pressesprecher im Ordinariat, Michael Baudisch, Bistum Dresden-Meißen. Sie wiesen darauf hin, dass viele Personen und kirchliche Institutionen mit Facebook, Twitter und Co. Erfahrungen gesammelt hätten, die nun für einen Austausch und zur Weiterbildung der haupt- und ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeiter genutzt würden.

Den Eingangsvortrag hielt Dr. Karsten Kopjar (Erfurt), Social Media Koordinator im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Er stellte die Verbindung zwischen Ausdrucksformen kirchlicher Gemeinschaft und denen eines sozialen Mediums her. Eine Verbindung, die bedeuten könnte: „Gemeindekaffee online!?“. Um damit Gemeinschaft zu verlängern und zu stärken. Wichtig sei Partizipation. Dr. Kopjar erläuterte ein paar Aussagen, die er in den Mittelpunkt seines Vortrags stellte. Menschen würden gleichzeitig online und offline sein. Zudem würden wir unser Leben physisch und virtuell wahrnehmen. Mit der Vielseitigkeit sei das Internet viel flexibler und quasi omnipräsent. Kirch sollte in beiden Welten (online/offline) vertreten sein.

Bild: Themenbeispiele aus Facebook EKM
Sammlung von Facebook Themenbildern der EKM

Mit „physisch, virtuell und geistlich“ benannte Dr. Kopjar drei Realitätsebenen. Da ginge es um den Gleichklang, in denen Wechselwirkungen zu Gott und Social Media möglich würden. Acht Themenkomplexe zu Verortung, Ostern, Taufe, zu Aktionen (Urlaub in Lutherland…), Reaktion, Lichtkunst, NeuAnordnung, Ewigkeit, Weihnachten wurden im letzten Jahr kommuniziert und darüber hinaus zu bestimmten Inhalten beachtliche Reichweiten erzielt. Des Weiteren hob er die Bedeutung von Social Media für die Öffentlichkeitsarbeit durch Interaktion und Crossmedia in Verbindung von Websites, Mail, Telefon, Stream und Interaktion vor.

Auch sprach der Social-Media-Fachmann die Facebook Shitstorm Prävention der EKM im Bereich eines konkreten Falls an. Er blieb den Zuhörern auch nicht die kirchlichen Erfahrungen mit Guidelines für Social Media Nutzungen schuldig, bevor es die Teilnehmer kurz nachfragen konnten.

Bild: Blick in einen Workshop

Unterschiedliche Aspekte griffen fünf Workshops unter fachspezifischer Leitung auf. So ging es um gemeinsame Strategien für Gemeinden und Einrichtungen, um jugendgemäße Kommunikationsformen, die Erhöhung von Aufmerksamkeit bei den Nutzern, die Reaktion auf Hasskommentare und lästige "Trolle" sowie Chancen und Grenzen spiritueller und geistlicher Angebote in sozialen Netzwerken.
Die Journalistin Katharina Weyandt aus Chemnitz sprach in einem Workshop über ihre Erfahrungen mit Webpräsenzen, Social Media und dem Printbereich in Kirche und Diakonie. Sie vertiefte die angesprochenen Social Media Guidlines aus dem Vortrag und stellte sinnvolle und nachhaltige Strategien in der Gesprächsrunde vor. 

Bild: Jan Witza vom Landesjugendpfarramt
Bild: Jan Witza im Workshop

Jan Witza, Referent für Jugend- und Mitarbeiterbildung im Landesjugendpfarramt, nahm in einem anderen Workshop Bezug auf die aktuellen Entwicklungen, Kommunikationsformen, -kanäle und ihre Anwendungen bei der Jugend. Er fragte, vor welchen damit verbundenen Herausforderungen stünden die Kirchen?
„Facebook-Marketing – mehr erreichen mit guten Posts, Ads & Co.“ war ein weiterer Workshop überschrieben, der von Claudia Mähler (Leipzig), Marketing-Managerin und Redaktionsassistentin von der Wochenzeitung DER SONNTAG geleitet wurde.
Sie verwies auf Millionen von Unternehmen und Interessengemeinschaften, die um die Aufmerksamkeit der Nutzer Konkurrieren.

Bild: Claudia Mähler vom SONNTAG über Marketing
Claudia Mähler im Workshop Marketing

Dass die scheinbar grenzenlose und strahlende digitale Wunderwelt auch Schatten wirft, zeigen derzeit die Diskussionen um ausufernde Hasskommentare auf Facebook. Christian Fischer, Pressesprecher der CDU-Fraktion des Sächsischen Landtags und früherer Chefreporter und Politik-Chefkorrespondent Politik bei "BILD Ostdeutschland“, brachte seine Eindrücke und Empfehlungen im „Leben und Überleben in Kommentarspalten“ in diese Workshop-Runde ein. Stammtisch-Meinungen verlagern sich ins Netz und neben Parteien, Politikern und Journalisten sind immerhin auch kirchliche Mitarbeiter und Institutionen Zielscheibe aus der „Dreckschleuder“.
Zu einer besonderen Herausforderung sprachen Dr. Karsten Kopjar und Vikar Martin Olejnicki, Social-Media-Koordinator in der Evangelischen Landeskirche Anhalts: „Geistliches Leben online gestalten – Chancen und Grenzen spiritueller und geistlicher Angebote in sozialen Netzwerken. Im Workshop ging es darum, wie virtuelles Community Management und physischer Gemeindeaufbau zusammenwirken können. Liturgische Vollzüge und physischen Gemeinschaften verlagern sich in virtuelle Räume.(30.1.2016)

Bild: Christian Fischer erzählt aus seinem Erfahrungsschatz
Christian Fischer über das Leben und Überleben in Kommentarspalten

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Bild: Workshop im Andachtsraum über neue virtuelle Räume und Gemeinschaften
Virtueller Raum gedacht im Andachtsraum

Nach den Workshops äußerten am Nachmittag die Referenten und Leiter ihre Eindrücke und Impulse aus den Arbeitskreisen. Martin Olejnicki berichtete über Gespräche, wie sich neue Gemeinschaften aufbauen können. Was eine Gemeinschaft zu einer Gemeinschaft mache. Ist physische Berührung notwendig oder nicht. Aber auch er habe neue Impulse bekommen. Um einer Gemeinschaft im Netz zu folgen, empfahl er [https://twitter.com/twomplet], ein Gebetsportal.

Katharina Weyandt aus Chemnitz machte Mut, sich mit Vertrauen auf den Weg zu machen. Die Gruppe sei gemischt gewesen, Teilnehmer, die erste Schritte gehen wollen und andere, die schon eine Weile dabei seien. Wichtig für Kirche sei es, sich kundig zu machen und den Platz zu besetzen.

Bild: Abschlussrunde mit den Referenten

Michael Baudisch berichtete aus dem Workshop mit Pressesprecher Fischer und wies auf eine Beobachtung hin, dass sich Menschen in ihrer Kommunikation über Facebook ein eigenes Bild der Wirklichkeit schaffen würden, in dem sie sich eigene Räume bauen, wo sie sich darin selbst bestätigt sehen. Christian Fischer empfahl im Workshop die vier „R“s bei Fehlern: Man sollte schnell reagieren, Reue zeigen, reparieren und reformieren.
Claudia Mähler aus Leipzig berichtete auch von einer gemischten Gruppe von Interessenten, denen sie verschiedene Möglichkeiten zeigte, richtige Posts zu setzen, einen kleinen Dankeschön-Hinweis zu setzen oder Anhänge, die auf andere Seiten hinweisen und die Leser binden. Sie machte Mut, Dinge einfach auszuprobieren.
Kooperationspartner des Fachtags war der Evangelische Medienverband in Sachsen e.V. Für die Zukunft sind weitere Fachtag zu Social Media geplant.

Bild: Verabschiedung der Teilnehmer vor dem letzten Stehkaffee

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