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Aktuelles

Tafelwoche in der Dresdner Kreuzkirche

An einer großen Tafel Platz nehmen und Gastfreundschaft erleben

Bild: Blick in Beckmanns Konzert am Sonntag, 21. Februar (Foto: Kreuzkirche)

In der Dresdner Kreuzkirche findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 800. Jubiläum von Kreuzkirchgemeinde, Kreuzgymnasium und Kreuzchor vom 21. bis 28. Februar eine „Tafelwoche“ statt. Auftakt ist der Festgottesdienst am Sonntag, in dem Diakonie-Direktor Christian Schönfeld predigen wird. Bis zum darauf folgenden Sonntag ist die Kirche rund um die Uhr geöffnet und in dieser Zeit zum Teil ihrer Bänke beräumt.

Bild: Pressegespräch vor Eröffnung der Tafelwoche

An einer großen Tafel können eine Woche lang Menschen unabhängig ihrer sozialen Herkunft Platz nehmen. Dabei können sie miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam essen. Restaurants in der Umgebung unterstützen die Veranstaltungswoche mit Speisen. Begleitet wird die Tafelwoche von musikalischen und künstlerischen Angeboten. Ebenso können sich die Gäste über diakonische Arbeitsbereiche informieren. Weiterhin stehen Zeiten zur Stille und zum Gebet auf dem Programm.

Während der Tafelwoche öffnet die Kreuzkirche erstmalig ihre Türen auch als Nachtcafé. Superintendent Christian Behr sagt: „Traditionell bieten wird eine Fülle an Konzerten mit hochwertiger Kirchenmusik. Noch zu kurz kam bislang unser karitatives Engagement. Das soll sich nun ändern“. Behr erinnerte daran, dass sich bereits das Urchristentum dadurch ausgezeichnet habe, sich den Menschen helfend zuzuwenden. Für andere da zu sein, habe sich dann im Christentum und in der Kirche über Jahrhunderte durchgezogen.

Bild: Einladungsplakat zur Tafelwoche

In der Vorbereitung des Jubiläums war nach Aussage von Lars Rohwer (MdL) vom Kreuzkirchen-Förderverein schnell klar, auch an jene zu denken, denen es nicht so gut gehe. Mit der Tafel-Idee zeichnete sich aber auch ein „logistischer Kraftakt“ ab, so Rohwer. In seiner weiteren Funktion als DRK-Vorsitzender freute er sich über die schnelle Zusage des Unternehmens DB-Schenker sowie einer ehrenamtlichen Mitarbeit, die Logistik und den Abtransport der Bänke zu übernehmen. „Manpower“ kam von der Bundeswehr.

Aufgrund der sozialen Ausrichtung dieser Tafelwoche in der Kreuzkirche sind die Teams der kirchlichen Nachtcafés natürliche Partner der Aktion. Ihr Sprecher, Gert Grabowski, verwies auf über 20-jährige Erfahrungen in der Wohnungslosenbetreuung, die sie als Planungsunterstützung einbrachten. Jetzt würden sich die ehrenamtlichen Helfer „auf  das besondere und zusätzliche Nachtcafé freuen“.

Mit der Teilnahme und Mitgestaltung durch die Stadtmission Dresden käme die enge Verbindung von Diakonie und Kirche zum Ausdruck, sagte Bezirkssozialarbeiterin Adriana Teubner. Sie verwies auf verschiedene Aktivitäten am Montag und Dienstag von der Vorstellung der Telefonseelsorge, über Gesprächsangebote, bis hin zum Kochmobil der Diakonie-Kinder- und Jugendhilfe vor der Kirche.

Beginn des Tagesprogramms ist jeden Morgen 7:00 Uhr mit einem Morgenlob, danach beginnt um 7:15 Uhr das Frühstück. Danach stellen sich verschiedene Initiativen vor, so am Mittwoch, 24. Februar, die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. und anschließend „Der Johanniter Hausnotruf“. Auch ein praktischer Teil wird angeboten: „Reanimationsübungen zum Mitmachen“. Nach einem Mittagsgebet folgen das Mittagessen und der Kirchenkaffee.

Bild: Blick auf die linke Seite mit zwei Tafeln
Alle sind herzlich Eingeladen vorbei zu kommen

Am Donnerstag, 25. Februar, begleitet das Flötenduo Johanna oeste Et Magdalena Greuner sowie das Gitarrenduo und Soli Samuel Gottlebe Et Robert Arnold Im Anschluss spielt das Holzbläserquintett und -sextett. 20:00 Uhr findet das Abendessen statt und danach werden die Gäste zum Komplet (Abendgebet) eingeladen.

Wohlfahrtsverbände wie die Diakonie-Stadtmission Dresden oder das Deutsche Rote Kreuz, die Dresdner Nachtcafés für Wohnungslose und verschiedene Künstler und Träger der Kulturszene unterstützen diese Woche. Zu ihnen gehören der Solocellist Thomas Beckmann (www.gemeinsam-gegen-kaelte.de) oder Paul Hoorn (ehemals Sänger der Band „Das Blaue Einhorn“), das Heinrich-Schütz-Konservatorium oder das Landesgymnasium für Musik. Mit Zirkuspädagogin Theresa Rossenbach können sich am Dienstag, 23. Februar ab 14:00 Uhr, Besucher in Artistik und Jonglage ausprobieren. Dresdner Gastronomiepartner unterstützen die Tafelwoche mit Speisen.

Kreuzkirchenpfarrer Holger Milkau verwies auf die historische Rolle des Ortes als Marktkirche der Stadt Dresden. Sie sei damit im klassischen Sinne ein Forum, das sich der Öffentlichkeit öffne. Das zeige sich nicht nur in der Beteiligung an der traditionellen Eröffnung des Striezelmarktes, sondern auch in dieser Tafelwoche, die durch zwei Gottesdienstes „gerahmt“ sei. Pfarrer Milkau dankt für die „ganz breite facettenreiche Bereitschaft zu helfen“ und er blicke mit Neugierde und Freude auf die kommende Woche.

Zum Ende lädt die Kreuzkirchgemeinde am Sonntag, 28. Februar, um 9:30 Uhr zum Abschlussgottesdienst ein. Die Predigt hält Christoph Stolte, Direktor der Stadtmission Dresden. Nach dem Mittagessen findet noch der Kirchenkaffee statt, bevor am Abend aufgeräumt und mit den Helfern noch ein gemeinsamer Abschluss gefeiert wird.(20.2.2016)

Zum Programm der Dresdner Tafelwoche

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