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Aktuelles

Mit Palmsonntag beginnt die Karwoche

In der Nacht von Karsamstag auf den Ostermorgen endet die Passionszeit

Bild: Predella mit einem hölzernen Schnitzbild vom letzten Abendmahl mit Jesus im Kreis der Jünger

Die Karwoche begann mit Palmsonntag (Palmarum) am 20. März. Damit brach die letzte der sieben Wochen in der Passionszeit an. Sächsische Kirchgemeinden begehen diese Zeit bis in die Osternacht mit Konzerten, Jugendkreuzwegen, Andachten und Gottesdiensten. Traditionell ist Palmarum, wie in den Gemeinden des Erzgebirges und des Vogtlandes, auch der Beginn der Konfirmationssonntage, die bis zum Pfingstfest reichen.

Am Freitag vor Palmsonntag, 18. März, beteiligten sich an verschiedenen Orten Jugendgruppen am Ökumenischen Kreuzweg. In Chemnitz begann der Jugendkreuzweg beim Heilsarmee Korps 614 (Arno-Schreiter-Straße 85/87) um 18:00 Uhr und führte dann über die Markersdorf-Oase zur Ev-Luth. Dietrich-Bonhoeffer-Kirche und endete dann nach insgesamt sieben Stationen in der Röm.-kath. St. Franziskus Kirche. In Riesa begaben sich die evangelische und die katholische Jugend um 19:00 Uhr auf den Weg von der Klosterkirche zur katholischen Kirche St. Barbara.

Bild: Jugendliche auf dem Weg mit dem Kreuz

1958 als katholisches, deutsch-deutsches Jugendprojekt gegründet, ist der Kreuzweg der Jugend seit 1972 ökumenisch und heute einer der größten Jugendaktionen Europas.

In den nächsten Wochen bis zum Pfingstfest werden in den Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche über 4.900 Jugendliche im Alter von 14 Jahren konfirmiert oder getauft. Den Auftakt bildet der Palmsonntag, der in ländlichen Kirchgemeinden, insbesondere im Erzgebirge und im Vogtland, als traditioneller Konfirmationstag gefeiert wird. Der letzte Sonntag vor dem Osterfest stand in früheren Zeiten nach Beendigung der Volksschule als Termin für die Konfirmationen und war zugleich die Möglichkeit für die Konfirmanden, zum Ende der Passionszeit zum ersten Mal am Heiligen Abendmahl teilnehmen zu können.

Noch bis zum 23. März hat im erzgebirgischen Bad Schlema der Ostergarten in der Auferstehungskirche in Oberschlema (Sandstraße 12) geöffnet. Auf sieben Kreuzwegstationen begleiten die Besucher Jesus auf seinem Leidensweg bis hin zur Auferstehung und lassen sich von der Osterbotschaft berühren.

Bild: Ausschnitt aus dem Programm- und Einladungsflyer der Evangelischen Akademie

In der Karwoche finden Andachten und weitere Kreuzwege der Jugend statt. Zum Ende der Passionszeit kommen verstärkt Passionsmusiken zur Aufführung. Häufig sind es die Matthäus-Passion und die Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach, die in den Kirchen erklingen.

Am Dienstag, 22. März, um 19:00 Uhr bieten in Chemnitz Pfarrer i.R. Gerhard Werner und Pfarrerin Dorothee Frölich-Mestars  Betrachtungen zur Karwoche unter dem Titel „Via crucis – Der Weg des Kreuzes. Ein Kreuzweg“ an.
Vom 24. bis 27. März lädt das ‚Haus der Stille‘ in Grumbach bei Meißen zu einem inneren Weg im Schweigen mit Gottesdiensten und Impulsen von Gründonnerstag bis Ostersonntag ein. Im gleichen Zeitraum treffen sich in Meißen Teilnehmer zu den traditionellen „Ostertagen in der Evangelischen Akademie“. Die gemeinsame Zeit bietet  Raum, Fragen nach Tod und Leben, nach Grab und Auferstehung zu stellen. Sie ermöglicht, den Passions- und Ostertexten nachzuspüren, Spiritualität und liturgische Feier zu erleben, selbst in die alten Ostergesänge einzustimmen und Ruhe zu genießen.

Bild: Dresdner Kreuzchor singt in der Kreuzkirche (Foto: Kreuzchor)
Dresdner Kreuzchor in der Kreuzkirche

An Jesu letztes Mahl mit seinen Jüngern wird in Abendmahlsgottesdiensten und Agapefeiern am Gründonnerstag, 24. März, erinnert, während am Karfreitag, 25. März, sein Leidensweg im Mittelpunkt von Gottesdiensten am Vormittag und von Passionsandachten und –konzerten zur Sterbestunde am Nachmittag steht.
Im osterzgebirgischen Rosenthal an der tschechischen Grenze wird am Gründonnerstag Landesbischof Dr. Carsten Rentzing um 19:00 Uhr in der Kirche an einem ephoralen Jugendgottesdienst teilnehmen.
Um 19:30 Uhr führt im vogtländischen Pause die Evangelische Spielgemeinde in der St. Michaeliskirche das Passionsspiel „Blutige Hände“ auf.

Jugendkreuzwege beginnen am Gründonnerstag um 19:00 Uhr in der Kirche von Steinbach bei Leipzig und in Dresden startet der traditionelle „Kreuzweg bei Nacht“ des Stadtjugendpfarramtes um 21:00 Uhr mit einem Jugendgottesdienst in der Kirche von Dresden-Weixdorf. Nach mehreren Stationen endet der Kreuzweg am frühen Morgen in Dresden-Briesnitz mit einem kleinen Frühstück.

Bild: Blick in die Johanneskirche in Meißen und die Einladung zur Johannespassion (Foto: Dommusik-web)

Am Karfreitag, 25. März, finden am Vormittag Gottesdienste statt, bevor am Nachmittag und Abend zahlreiche Passionskonzerte musikalisch das Thema „Kreuz und Auferstehung“ aufgreifen. Einer der Karfreitagsgottesdienste wird als Hörfunkgottesdienst (MDR FIGARO) aus der Leipziger Michaeliskirche ab 10:00 Uhr übertragen. Es predigt Pfarrer Dr. Ralf Günther.
Mit der Sterbestunde Jesu am Karfreitag um 15:00 Uhr beginnen zahlreiche Konzerte bis in den Abend, so beispielsweise in Borna, Chemnitz, Coswig, Freital, Grimma, Großenhain, Naunhof, Roßwein, Sebnitz und an vielen anderen Orten und späteren Zeiten.
In Dresden führt Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger um 16:00 Uhr in der Martin-Luther-Kirche mit Solisten, dem Dresdner Bachchor und der Sinfonietta Dresden Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy (Choralkantate O Haupt voll Blut und Wunden) und César Franck (Choral a-Moll für Orgel solo; Die Sieben Worte Jesu am Kreuz) auf. In der Stadtkirche Waldheim erklingt um 18:00 Uhr eine Passionsmusik aus dem Anhang des „Dreßdnischen Hof-Gesang-Buchs“ von 1694 mit sieben Liedern für Singstimme und Basso continuo. Die vermutlich vom Heinrich-Schütz-Schüler Christoph Bernhard stammende Musik wird unter den Kirchenmusikern Susanne und René Michael Röder vom Ensemble Kantorei Roßwein, dem Vocalconsort Waldheim und der Capella Daleminzia aufgeführt. In der Kreuzkirche singt zur gleichen Zeit der Dresdner Kreuzchor die Matthäus-Passion von J.S. Bach und in Leipzig der Thomanerchor das Bachsche Werk um 19:00 Uhr in der Thomaskirche.

In der Johanneskirche in Meißen erklingt ebenfalls um 19:00 Uhr die Johannespassion von J.S. Bach (Fassung 1725) mit Solisten, dem Domchor Meißen, Große Domkurrende und dem Barockorchester Stella Maris auf historischen Instrumenten unter Leitung von Domkantor Jörg Bräunig.

Bild: Kreuzesdarstellung (Fotos: Günther Springer)

In der Nacht von Karsamstag (Stiller Samstag) auf den Ostermorgen endet die Passionszeit. Ab 19:00 Uhr beginnen die Osternachtfeiern, in denen die Nähe zum bevorstehenden Auferstehungsfest besonders spürbar wird.
Im erzgebirgischen Carlsfeld trifft man sich um 22:30 Uhr zum Kreuzweg in die Osternacht zunächst im dortigen Pfarrhaus. Nach einem Film über das Passionsgeschehen geht es über mehrere Stationen nach Eibenstock zum morgendlichen Osterjubel auf dem dortigen Friedhof.
Die Osternacht mit Erwachsenentaufen beginnt in der Dresdner Frauenkirche um 21:30 Uhr. Sie wird musikalisch begleitet durch den Frauenkirchenorganisten Samuel Kummer. Dieser traditionelle und stimmungsvolle Taufgottesdienst in der Frauenkirche ist Abschluss eines Glaubenskurses, der in den vergangenen Wochen zusammen mit der Kreuzkirche angeboten wurde.
Die Liturgische Feier der Osternacht in der Martin-Luther-Kirche in Dresden-Neustadt beginnt wieder um 22:30 Uhr und endet nach Mitternacht. Nach der Kreuzchorvesper in der Dresdner Kreuzkirche um 17:00 Uhr laden noch einmal Kreuzkantor Roderich Kreile und Kreuzorganist Holger Gehring um 23:00 Uhr zur liturgischen „Nacht der Nächte“ mit Lichtfeier, Tauferinnerung und Abendmahlsfeier. Musikalisch begleitet wird dies von Männerstimmen des Kreuzchores und Philharmonic Brass Dresden.

Um 5:00 Uhr morgens (Ostersonntag) laden die ersten Ostermessen des Auferstehungsfestes in die Kirchen ein.(18.3.2016)

Konzerte in der Passionszeit

Bild: Osternacht im Kerzenschein (Foto: Rainer Oettel)

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