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Aktuelles

Osterfest in sächsischen Kirchgemeinden

Osternachtfeiern, Ostermetten, Festgottesdienste und viele Taufen

Bild: Deckenbild in St. Nikolaikirche in Constappel (Foto: Rainer Oettel)
"Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt." – Die Flagge zeigt den Sieg über Tod auf.

Das Osterfest begann in den sächsischen Kirchgemeinden am 27. März mit Frühmetten, Fest- und Kantatengottesdiensten. In den Festgottesdiensten an den beiden Osterfeiertagen wurde die frohe Botschaft der Auferstehung Christi verkündet. Es ist das wichtigste Fest der Christenheit und ein Tag der Hoffnung, der Freude und des Dankes für viele Christen.

Bild: Osternachtgottesdienst (Ostermette) am frühen Morgen (Foto: Rainer Oettel)
Ostermette in sächsischen Kirchen

In der Dresdner Frauenkirche markierte der Übergang von der Passions- in die Osterzeit die spätabendliche Feier der Osternacht. Im Rahmen eines besonders atmosphärischen Gottesdienstes, in dem das Osterlicht in den dunklen Kirchraum und damit symbolisch in die Welt getragen wurde, sind elf Erwachsene, von denen die meisten zuvor am Kurs „Religion für Neugierige“ teilgenommen hatten, getauft worden. Der Kurs wird seit 2006 gemeinsam von Kreuz- und Frauenkirche angeboten und wurde bisher von 365 Teilnehmern besucht.
Außerdem wurden zwei Kinder getauft sowie eine Frau konfirmiert. 
Im erzgebirgischen Schneeberg fanden in der St. Wolfgangskirche in der Osternacht zwei Taufen statt. Vorher besuchten die Erwachsenen einen Glaubenskurs.

Bild: Altarbild in Koselitz bei Frauenhain (Foto: KG Frauenhain)
Der Auferstandene im Altarbild von Koselitz

Am Ostersonntag um 5:00 Uhr morgens haben die ersten Ostermetten in die Kirchen eingeladen. So versammelte sich die Kirchgemeinde Frauenhain in der Kirche Koselitz, um das Licht des Ostermorgens zu begrüßen und die Auferstehung Jesu zu feiern. Die Osterkerze wird in die Kirche getragen und es werden Ostergesänge angestimmt sowie biblische Texte gelesen. Weitere Ostermetten gab es in Aue, Freiberg, Großenhain, Leipzig, Radebeul sowie in vielen anderen Kirchen Sachsens wie im Dom zu Meißen. In der Chemnitzer Jakobikirche schloss sich der Ostermette nach der ‚Agenda für St. Jacob‘ ein Osterfrühstück an.

Nach dem frühen Osterfeuer und einem Osterfrühstück feierten die Kirchgemeinden in den Festgottesdiensten am Vormittag das wichtigste Ereignis der Christenheit. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing predigte am Ostersonntag in der Stadtkirche von Burgstädt anlässlich der Weihe eines neuen Altars. Der bisherige war ein barocker Altar aus einer vogtländischen Kirche, der jetzt wieder in der zu DDR-Zeiten baufälligen Kirche zurückgeführt wurde. Der Blick auf die neue Porphyr-Altarwand in Burgstädt richtet sich auf ein Stahlkreuz. 

„In Zeiten, in denen die Botschaft des Hasses und des Todes immer lauter in unsere Welt hineindröhnt und furchtbare Opfer fordert, erstrahlt die Botschaft der Auferstehung Christi, die Botschaft des Friedens und des Lebens in neuem Glanz in unserer Mitte“, sagte Landesbischof Dr. Rentzing in seiner Predigt. Und unter dem Eindruck der Ereignisse in Brüssel rief er alle dazu auf, „sich von dieser Botschaft ergreifen lassen, Leben und Frieden in diese Welt zu tragen und sich den Boten des Todes, des Hasses und der Menschenfeindlichkeit zu widersetzen“.

Bild: Alte Glocke in Wilstruff im gleichen Alter

Glockengeläut, Musik und Orgelklang bestimmten das Osterfest und kündeten von der Auferstehungsbotschaft. Aufgrund dessen ist für die Christenheit der Sonntag der wöchentliche Feiertag, der zudem den jeweiligen Wochenbeginn markiert.

Zum Osterfest läuteten die beiden alten Glocken der Kirche in Sacka bei Thiendorf nördlich von Radeburg nach ihrer Restaurierung zum ersten Mal wieder. Beide Bronzeglocken stammen aus vorreformatorischer Zeit und die kleinere von ihnen gehört zu den ältesten in Sachsen. Sie wird auf das 13. Jahrhundert datiert.
Meist als Familiengottesdienste begangen, sangen die Chöre oder es gab besondere Aufführungen wie in Kamenz, wo in der Hauptkirche St. Marien das Ostermusical „Halleluja, heut ist ein Fest“ von Sängern unterschiedlichen Alters aufgeführt wurde Im Anschluss wurde durch eine Orgelmatinee die große Walcker-Orgel vorgestellt, die vor genau 125 Jahren geweiht worden war.
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Bild: Orgel in Lugau

Im erzgebirgischen Lugau spielte Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger im Festgottesdienst in der Kreuzkirche an der pneumatischen Orgel von 1906. Sie ist ein Werk der Firma Ladegast aus Weißenfels. Dieser musikalische Gottesdienst zu Ostern war der Start für eine neue kirchenmusikalische Reihe, in der in diesem Jahr Leidenberger an acht Standorten jeweils eine „Sächsische Orgel des Monats“ vorstellen wird.
In Dresden und Leipzig sangen jeweils die beiden sächsischen Knabenchöre, die Kruzianer und Thomaner, in den Festgottesdiensten der Kreuzkirche und Thomaskirche. In der Chemnitzer Kreuzkirche war ein Kantatengottesdienst aufgeführt.

Im ‚Haus der Stille‘ in Grumbach bei Meißen ging am Ostersonntag ein viertägiger innerer Weg im Schweigen mit Gottesdiensten und Impulsen zu Ende. Im gleichen Zeitraum trafen sich in Meißen Teilnehmer zu den traditionellen „Ostertagen in der Evangelischen Akademie“. Die gemeinsame Zeit bot  Raum, Fragen nach Tod und Leben, nach Grab und Auferstehung zu stellen. Sie ermöglichte, den Passions- und Ostertexten nachzuspüren, Spiritualität und liturgische Feier zu erleben, selbst in die alten Ostergesänge einzustimmen und Ruhe zu genießen.

Ostermontag mit musikalischen Gottesdiensten und Abendmahlsfeiern

Bild: Konzerte und musikalische Gottesdienste am Ostermontag

Am Ostermontag, 28. März, können die Besucher an vielen Orten Gottesdienste erleben, in denen die Kirchenmusik mit Chören und Bläsern eine besondere Rolle spielt. So gibt es um 10:00 Uhr einen Kantatengottesdienst im Freiberger Dom, einen musikalischen Festgottesdienst in der Reichenbacher Stadtkirche, in der Radebeuler Lutherkirche, in der Ehrenfriedersdorfer St. Niklaskirche sowie die Aufführung eines Osterspiels in der Kirche von Niederstriegis bei Döbeln.

Meist wird in den Ostermontagsgottesdiensten zum Heiligen Abendmahl eingeladen. Am Nachmittag und Abend finden Konzerte statt, die weiterhin „Kreuz & Auferstehung“ in den aufgeführten Werken thematisieren.
Um 17:00 Uhr gibt es in Leipzig-Paunsdorf dazu einen musikalischen Abendgottesdienst, in der Frauenkirche in Grimma ein österliches Chorkonzert mit dem englischen Eton College Chapel Choir und in Dresden um 18:00 Uhr singt „ensemble amarcord“ aus Leipzig in der Dreikönigskirche Werke von H. Schütz, Orlando di Lasso, J. Walther, V. Ruffo, C. Füger u.a. im Programm zum Jubiläum "800 Jahre Kreuzchor". In der Dresdner Frauenkirche erklingt um 20:00 Uhr das dritte Konzert im BACHzyklus des gesamten Bachschen Orgelwerkes.

Bild: Die Emmausjünger von Hellmuth Muntschick
"Die Emmausjünger" von Hellmuth Muntschick

„Die Emmausjünger in Wort und Bild“ heißt es am 30. März um 18:00 Uhr im Dresdner Bibelhaus (Kretschmerstraße 19) in der Sächsischen Haupt-Bibelgesellschaft. Es wird zu einer gemeinsamen Betrachtung eines gleichnamigen Holzschnitts von Hellmuth Muntschick aus dem Jahre 1939 mit Blick auf die biblische Geschichte von den Emmausjüngern im Evangelium nach Lukas eingeladen.

An den bestickten Stoffen (Paramenten) an Altar und Kanzel im Kirchraum wurde der Wechsel der liturgischen Farben von violett oder schwarz (Passion) bis zum Karsamstag zu weiß ab Sonntagmorgen augenscheinlich. Verdeutlicht wird damit der Wandel: Der Tod ist durch das neue Leben überwunden. Der Osterfestkreis reicht über Christi Himmelfahrt (40 Tage nach Ostern) noch bis zum Pfingstfest (50 Tage nach Ostern). In diese Zeit fallen auch die meisten Festgottesdienste der Kirchgemeinden, an denen junge Heranwachsende der Gemeinden konfirmiert werden.

Aufbruch in den Frühling und Osterferienangebote

Bild: Kirchruine Zöbigker bei Markkleeberg (Foto: Fahrradkirche Zöbigker)
Fahrradkirche Zöbigker in Markkleeberg

Mit dem Osterfest verbindet sich auch der Aufbruch in die Frühlingszeit und das Sommerhalbjahr kommt in den Blick.
Traditionell wird in der Fahrradkirche Zöbigker (Dorfstraße 2) in Markkleeberg am Ostermontag um 11:00 Uhr die Radler-Saison mit einem Gottesdienst eröffnet.
In Brandis bei Leipzig wird die spektakulär auf dem Felsvorsprung oberhalb des ehemaligen Steinbruchs in Beucha befindliche „Bergkirche“ wieder regelmäßig an allen Sonn- und Feiertagen zwischen 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet sein.
In den Osterferien bietet der Freiberger Dom besondere Führungen für Kinder und Eltern an.
Am Dienstag, 29. März, gibt es in der Moritzkirche in Taucha bei Leipzig um 9:30 Uhr eine Osterandacht für Kinder. In Hartha bei Freital beginnen viertägige „Mädchen-Wohlfühl-Tage“ im dortigen Ev. Freizeitenheim.
Im gleichen Zeitraum veranstaltet die Arbeitsstelle „Kinder Jugend Bildung“ im Kirchenbezirk „Oster-Erlebnis-Tage“ im Kinder- und Jugendtreff ‚Tee-Ei‘. Gemeinsam wird gerappt, das Rhythmusgefühl trainiert, an echten Plattenspielern aufgelegt und mit Synthesizern Musik gemacht.
Vom 30. März bis 2. April veranstaltet die Kirchgemeinde Taucha bei Leipzig Kinderbibeltage.(27.3.2016)

Osterfest

Karwoche und Passionszeit

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