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Aktuelles

27. Landessynode beendet Frühjahrstagung

Bis zur Herbsttagung der Landessynode vom 11. bis 14. November in Dresden…

Bild: Blick über die synodalen Mitglieder vom Podium am Schluss der Tagung

Im Dresdner Haus der Kirche/Dreikönigskirche beendete die 27. Landessynode am 11. April mit dem Kirchenlied ihre Frühjahrstagung. Der letzte Tag war zunächst der Arbeit in den Ausschüssen vorbehalten, bevor das Plenum wieder zur gemeinsamen Beratung zusammentrat.
Am Sonnabend fand der Thementag „Lutherische Kirche in der Einen Welt – Glaube und Gerechtigkeit” statt. Der Thementag begann mit einer Bibelarbeit des ungarischen Bischofs Dr. Tamás Fabiny. Er sprach die Frage von Schuld und Sünde an, indem er die Schlüsselbegriffe von Glaube und Gerechtigkeit auch aktuell thematisierte. So sprach er persönliche Schuld, als auch Staatsverschuldungen an, sowie den moralischen und gesellschaftlichen Zusammenhang von Schuldzuweisungen gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen.

Bild: Podium während des Thementages

Hier müsse die Kirche für die Demütigten und die Verabscheuten Sensibilität zeigen und für sie eintreten, sagte er. In späteren Podien wurde auch über die Situation in Ungarn gesprochen, insbesondere im Blick auf die politische Situation unter der konservativen Regierung Viktor Orbáns, die Situation der Kirchen und die kirchliche Flüchtlingshilfe gesprochen. Gerade hier engagierten sich die lutherische Kirche und die Diakonie seit den Ereignissen am Keleti-Bahnhof im September letzten Jahres.

Der tansanische Bischof Dr. Shoo berichtete über die Situation in seinem Land und die Auswirkungen der Verschuldung auf den dortigen Alltag. Er sagte, „es gibt auf der Welt für alle Menschen genug, so dass kein Mensch an Hunger sterben dürfte, aber für die Gierigen, für die gibt es nie genug“.

Bild: Bischöfe Dr. Fabiny und Dr. Shoo

Die Kirche sei herausgefordert, sich für ein gerechtes und menschenwürdiges Leben für alle einzusetzen. Migration sei auch eine Chance für die Kirche, wenn sie mehr auf die Talente und Fähigkeiten der Flüchtlinge setze. „Die Kirche sollte Brücken bauen, anstatt Mauern.“ Er wünsche sich eine weitere Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Sachsen und Tansania und die Stärkung von Freiwilligenprogrammen für Jugendliche. Er ermutigte die Synodalen zu kleinen Schritten und zum Gebet füreinander.

Während des Thementages präsentierten Vertreter der Jugend Videoclips unter dem Titel „worldinjustice“ und die Landessynodalen sowie Gäste der Synode trafen sich in sieben Arbeitsgruppen. Die Ergebnisse wurden anschließend in einer Podiumsrunde diskutiert.

Bild: Direktor OKR Christian Schönfeld
Direktor Christian Schönfeld

Den Bericht unter dem Titel „Annehmen statt Aufgeben“ des Diakonischen Werkes stellte dessen Direktor, Oberkirchenrat Christian Schönfeld, vor. In seinem mündlich vorgetragenen Bericht ging er auf die Herausforderungen der Integration von Migranten ein, insbesondere auf die Betreuung und Begleitung von jugendlichen Flüchtlingen und der Konsequenzen für die diakonischen Träger. Zudem ging er auf die derzeitigen gesellschaftspolitischen Bedingungen diakonischer Arbeit als auch auf strukturelle Fragen und Entwicklungen innerhalb des DW ein. Konkret ging Schönfeld auf die bisherige positive Bilanz der Diakoniestiftung Sachsen ein, deren Gründung angeschlagene Krankenhausbetreiber stabilisieren half. Letztlich würden sich unternehmerische Entscheidungen immer im Spannungsfeld zwischen biblischen Auftrag und wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Zwängen bewegen. Er bat die Synodalen, die Arbeit der diakonischen Einrichtungen in ihren Kirchenbezirken wahrzunehmen und zu begleiten.

Bild: Beratung im Plenum

Nach der Aussprache zum Diakoniebericht beauftragte die Landessynode das Landeskirchenamt, einen Bericht über die Beteiligungen vorzulegen, der insgesamt zu mehr Transparenz und zur Begleitung kirchlicher Aktivität in Körperschaften und Stiftungen führen soll. Durch einen besonderen Ausschuss sollen verschiedene Grundsatzfragen im Blick auf das Verhältnis von Kirche und Diakonie bearbeitet werden. Die Landessynode beschloss weiterhin einen von der Mehrheit der Synodalen unterstützten Auftrag an die eigenen Mitglieder. Darin werden die Synodalen aufgefordert anzugeben, ob und ggf. welche wirtschafts- und rechtsberatenden Auftragsverhältnisse zu Beteiligungen oder Einrichtungen der Landeskirche bestehen, ob und welche neben- und ehrenamtlichen Positionen in Organen der Beteiligungen wahrgenommen werden, wobei solche Angaben auch für Dienste, Werke und Einrichtungen anzugeben sind.

Blick auf das Plenum

Der Landessynode wurde ein Bericht einer Arbeitsgruppe vorgestellt, der den Zustand der kirchlichen Archive und die Möglichkeiten einer zentralen Archivierung des kirchlichen Archivgutes thematisierte. Dabei ging es um den Zustand der kirchlichen Archive und um den notwendigen Flächenbedarf existierender Archive. Weiterhin gab sie einen Überblick über die möglichen Lösungen mittels eines Kern- bzw. Zentralarchivs einschließlich der jeweils anfallenden Kosten. Das Landeskirchenamt wurde beauftragt, neben der Prüfung baulicher Alternativen, dem Finanzausschuss der Landessynode bis zum September einen überarbeiteten Bericht vorzulegen.

Zum Abschluss des Sitzungstages fand die 2. Lesung der Gesetze statt, die am Vortag erstmals beraten wurden. Im Ergebnis wurden das Kirchengesetz zur Ordnung des Amtes des Superintendenten in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, das Vierte Kirchengesetz zur Änderung des Kandidatengesetzes und das Kirchengesetz zur Änderung des Kassenstellengesetzes und des Zuweisungsgesetzes in zweiter Lesung beschlossen.

Bild: Synodalpräsident Otto Guse

Auf Antrag von 36 Synodalen setzt die Landessynode einen besonderen Ausschuss ein, der verschiedene Grundsatzfragen im Blick auf das Verhältnis von Kirche und Diakonie bearbeiten soll. Zu den Aufgaben dieses Ausschusses zählt neben der Verhältnisbestimmung von Kirche und Diakonie auch die Entwicklung von Vorschlägen zur Verankerung der Arbeit des Diakonischen Werkes in der Landessynode.

Bischof Dr. Carsten Rentzing gratulierte Gerlinde Franke zum Bundesverdienstkreuz am Bande. Damit würdigte er ihr langjähriges haupt- und ehrenamtliches Engagement in Kirche und Diakonie.

Im Anschluss wurden die die Synodalen Christoph Apitz, Dr. Antje Dietsch, Andreas Eßlinger, Gerlinde Franke, Martin Henker, Katrin Hutzschenreuter, Dr. Florian Reißmann, Dr. Christoph Scheurer und Christine Unruh-Lungfiel in den neuerrichteten Ausschuss zur Bearbeitung von Fragen des Verhältnisse von Kirche und Diakonie wurden gewählt.
Auf Antrag des Gemeindeaufbau-, Missions- und Diakonieausschusses wird das Landeskirchenamt gebeten, die Kirchgemeinden der Landeskirche über die Förderung von Gemeindeaufbauprojekten zu informieren und die bisher geförderten Projekte vorzustellen.

Blick seitlich in die Synode

Weiterhin soll es die Handreichung „Nächstenliebe leben – Klarheit zeigen“ in geeigneter Weise den Kirchgemeinden, Kirchenvorständen und lokalen Helferkreisen/Aktionsgruppen zur Verfügung stellen.
Die Synode stimmte dem Antrag des Sozial-Ethischen Ausschusses zu, in dem das Landeskirchenamt gebeten wird zu überprüfen, ob die Geldanlagen bei Mikrofinanzunternehmen erhöht werden können. Das Ergebnis dieser Prüfung wird zur Herbsttagung erwartet.

Die Synodale Dr. Ines Mory berichtete aus der gemeinsamen Sitzung des Bildungs- und Erziehungsausschusses und des Theologischen Ausschusses zum Abendmahl mit Kindern. Dort wurde die Umfrage zum Stand der Einführung des Abendmahls für Kinder ausgewertet. Der Synodale Dr. Uwe Gerd Liebert informierte im Auftrag des Sozial-Ethischen Ausschusses über die Stellenausschreibung für eine Projektstelle. Diese soll die Kirchgemeinden im Raum Dresden bei der Profilierung im Sinne der Initiative „Anders wachsen“ begleiten.

Bild: Papier und Broschürenreste am Ende der Synode
Abschluss: Die Gerechtigkeit fängt auf unseren Tischen an...

Die Beschäftigung mit der Problematik der Wohnungslosigkeit führte dazu, dass das Landeskirchenamt gegenüber dem Freistaat auf eine Aktualisierung des Sozialberichtes des Freistaates Sachsen hinwirken soll. Weiterhin ermutigt die Landessynode die sächsischen Kirchgemeinden, Einrichtungen und Werke dazu, Partnerschaften zu Gemeinden und Einrichtungen in anderen Ländern einzugehen oder bestehende Partnerschaften zu vertiefen.

In seiner Abschlussrede erinnerte Präsident Otto Guse noch einmal daran, was in dieser Tagung deutlich geworden ist: Alles ist miteinander vernetzt, sowohl in der Einen Welt als auch innerhalb unserer Kirche. Er weist darauf hin, dass die Synode auch in der Entscheidung zum Archiv zur Vernetzung beigetragen habe, „zur Vernetzung zwischen denen, die vor uns waren und denen, die nach uns kommen werden“.
Mit der in der Schlussandacht formulierten Einsicht, dass wir alle auf der Durchreise sind und es dafür Herbergen zum Ankommen und Losgehen braucht, beschloss der Synodale Steffen Göpfert die Frühjahrstagung der Landessynode.

Bericht Freitag, 8. April

Bericht Sonnabend, 9. April

Bericht Sonntag, 10. April

Bericht Montag, 11. April


Bild: Blick in den Eingangsbereich der Dreikönigskirche an der Hauptstraße

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