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„Das erlebt man wahrlich nicht jeden Tag!“

Sächsische Schüler kehren voller Eindrücke vom OPCW-Tag in Den Haag zurück

Bild: Schülergruppe zusammen mit Generaldirektor Ahmet Üzümcü (Foto: Grit Jandura)

Am letzten Mittwochabend, 4. Mai, kehrten 36 Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Kreuzgymnasiums und des Semper Gymnasiums Dresden aus Den Haag zurück, wo sie auf Einladung des Generaldirektors der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Ahmet Üzümcü, als Gewinner des Friedenswettbewerbs der Stiftung Frauenkirche Dresden an den ersten OPCW-Days als einzige Schülergruppe teilnehmen durften. Sie stellten ihre Gedanken zu einer chemiewaffenfreien Welt vor, Diplomaten trafen und absolvierten einen besonderen Auftritt vor 100 Delegierten.

Bild: Besuch im OPCW-Labor (Foto: Grit Jandura)
Führung durch das OPCW-Labor

Ein intensives Programm

Gleich zum Auftakt nahm sich Botschafter Üzümcü Zeit für eine kurze persönliche Begegnung. Die Schüler überreichten ihm eine Grußbotschaft des sächsischen Ministerpräsidenten und ein Erinnerungsfoto ihres Treffens mit dem OPCW-Generaldirektor in der Frauenkirche. Drei Schülerinnen hatten im Anschluss die Gelegenheit, der offiziellen Eröffnung der OPCW-Days beizuwohnen, bei der u.a. auch eine Grußadresse von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon verlesen wurde. Alle anderen Schüler verfolgten die Reden per Livestream.

In Begegnungen mit Vertretern der Ständigen Vertretung der BRD bei der OPCW und Repräsentanten der Organisation selbst erfuhren die Schüler viel über den diplomatischen Dienst und die Aufgaben im Kampf gegen Chemiewaffen. Besonders in einem Gespräch über die Syrien-Mission und im OPCW-Labor, in dem Proben auf Indizien für den Einsatz von chemischen Kampfstoffen analysiert werden, wurde das Thema unmittelbar: „Wir haben hier einen Eindruck von der schwierigen Arbeit der OPCW bekommen und von der riesigen Verantwortung, die auf allen Beteiligten liegt“, sagte Carl Berbig (15). „Es wurde richtig deutlich, wie krass Chemiewaffen sind und in welche Gefahr sich die Menschen begeben müssen, die deren Einsatz nachweisen wollen“, pflichtete Luca Kost (16) bei.

Bild: Schüler im Gespräch mit den früheren iranischen OPCW-Botschafter Saad Ali-Ali (Foto: Grit Jandura)

Eigene Präsentationen als Höhepunkte

Die Schüler bekamen die Gelegenheit, ihre siegreichen Wettbewerbsbeiträge selbst vorzustellen. Sie gingen auf die Motivation ein, am Friedenswettbewerb der Stiftung Frauenkirche Dresden teilzunehmen und präsentierten ihre Einreichungen.

Am Abend sangen sie gemeinsam den Song „One mistake“, der von Botschafter Üzümcü angekündigt mit großen Applaus aller Teilnehmer bedacht wurde. Darin thematisieren die Schüler den Schrecken dieser Massenvernichtungswaffen und setzen ihre Hoffnung dagegen, in einer friedlichen Welt leben zu können (siehe https://youtu.be/3bQUYDMTM5E).

Bild: Beiträgspräsentation (Foto: Grit Jandura)
Beitragspräsentation der Schüler in Den Haag

Rahmenprogramm in der „Stadt des Friedens und der Gerechtigkeit“

Am Folgetag hatten die Schüler die Gelegenheit, den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) zu besuchen. In einem Gespräch mit dem deutschen Richter Bertram Schmitt und bei einem kurzen Besuch einer Anhörung erfuhren die Schüler vieles über die internationale Gerichtsbarkeit. Am Nachmittag besuchten sie auch den Internationalen Gerichtshof (ICJ).

Das überaus dichte Programm verlangte den Zehntklässlern einiges ab, doch sie meisterten alle Herausforderungen mit Bravour. In fließendem Englisch stellten sie interessiert Fragen und waren stets motiviert und interessiert bei der Sache. Die Erlebnisse und Eindrücke werden noch lange nachwirken.

„Wir hatten vorher viel über Chemiewaffen gelesen, aber das Thema blieb – glücklicherweise – theoretisch. In den vielen Gesprächen und im OPCW-Labor hat es uns persönlich richtig erreicht“ resümierte Nelly Werner (16). Leonard Márki (16) ergänzte: „Was für eine tolle Möglichkeit, das alles erlebt zu haben: Botschafter zu treffen, zu sehen, wofür all die Menschen hier arbeiten und welche Gefahren sie in Kauf nehmen, das erlebt man wahrlich nicht jeden Tag.“(8.5.2016)


Das Video zum Auftritt, Impressionen und ein Schülerbericht

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