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Aktuelles

„Sächsische Orgel des Monats“ Mai 2016

Dreiklang von Orgelmusik, Orgelgeschichte und kirchgemeindlichem Leben

Bild: Banner mit Orgelpfeifen und Stimmentastatur einer Orgel

Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger aus Dresden wird am Trinitatis-Sonntag, 22. Mai, in einem Orgelkonzert um 14:30 Uhr in der Kirche von Bischheim bei Kamenz die „Sächsische Orgel des Monats“ Mai vorstellen. Auf der zweimanualigen Jahn-Orgel kommen Werke von Franz Tunder, Dietrich Buxtehude, Joseph Gabriel Rheinberger, Max Reger, Gottfried August Homilius und Johann Sebastian Bach zu Gehör. Diese Orgel mit 21 Registern stammt aus der Werkstatt von Friedrich Nikolaus Jahn, einem der innovativsten sächsischen Orgelbauer des 19. Jahrhunderts. 1858 gebaut, ist sie auch eine seiner größten Orgeln. Im Herbst 2015 fand eine umfassende Reinigung und Sanierung der Orgel durch die Firma Rühle aus Moritzburg ihren Abschluss.

Bild: LKMD Leidenberger während des Orgelspiels
Markus Leidenberger

Die neue kirchenmusikalische Reihe der ‚Sächsischen Orgel des Monats‘ begann  Landeskirchenmusikdirektor Leidenberger am diesjährigen Ostersonntag im erzgebirgischen Lugau. In diesem Jahr erklingen insgesamt an acht Standorten Orgeln in musikalischen Festgottesdiensten und Konzerten. Dabei handelt es sich um eher kleinere und unbekannte Instrumente in sächsischen Kirchen, die kaum je ihre klanglichen und gestalterischen Eigenheiten in Konzerten oder auf CDs zu Gehör bringen konnten, aber doch ein Bestandteil des Reichtums der sächsischen Orgellandschaft ausmachen.

Häufig vor kurzem gereinigt oder restauriert, sind es diese Orgeln wert, vorgestellt und beschrieben zu werden sowie konzertant das Kirchgemeindeleben zu bereichern. Der landeskirchliche Fachbeauftragte für das Orgelwesen, Tobias Haase, fertigt in geschichtlicher, baulicher und klanglicher Hinsicht eine Beschreibung an, die vor Ort der Gemeinde und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Zudem wird LKMD Leidenberger nach einer geistlichen Musik dem interessierten Publikum zu einem Gespräch an der Orgel zur Verfügung stehen.

Bild: Kircheninnenraum mit Prospekt der Jahn-Orgel in Bischheim

Bis Dezember stehen musikalische Gottesdienste oder Konzerte in den Kirchen des Landes im monatlichen Wechsel und es werden Instrumente unterschiedlicher Orgelbaumeister gespielt. Die meisten Orgeln stammen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts oder davor. So auch die Jahn-Orgel in der Bischheimer Kirche, die der Orgelbaumeister in der Mitte seiner Schaffenszeit entwarf und baute.
Der aus Thüringen stammende Friedrich Nikolaus Jahn übernahm die Werkstatt des 1823 verstorbenen Dresdner Orgelbauers Carl August Kayser. Aus der im ausgehenden 18. Jahrhundert außerordentlich erfolgreichen Werkstatt Kayser gingen auch die Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich und die später in Großenhain ansässige Firma Nagel hervor.

Von 1826 bis 1870 schuf Jahn mehr als 20 kleinere und mittelgroße Orgeln überwiegend im Dresdner Umland. Anders als viele Zeitgenossen orientierte er sich nur im technischen Aufbau an den Orgeln Gottfried Silbermanns, ging jedoch in der äußeren und der Klanggestaltung neue Wege. In zeitgemäßen klassizistischen oder neogotischen Gehäusen kombinierte er ein solides traditionelles Stimmengerüst mit fein nuancierten, oft selbst entwickelten Klangfarben. Dabei stets um handwerkliche Perfektion bemüht, wurde Friedrich Nikolaus Jahn 1843 zu Recht „als der geschickteste aller [sächsischen] Orgelbauer“ bezeichnet, der „mit Geist und Kopf baue“. Sein Sohn Julius und der Enkel Johannes Jahn führten die Firma bis 1933 weiter.(18.5.2016)

Orgel in Bischheim

Weitere Informationen zur Aktion "Sächsische Orgel des Monats"

 

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