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Aktuelles

Landesbischof besuchte Johanniter-Zentrum

Soziale Verantwortung und andere Herausforderung in Kirche und Gesellschaft

Bild: Besuch bei den tierischen Therapeuten

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing besuchte am Vormittag des 18. August Einrichtungen der Johanniter in Dohna/Heidenau. Es handelte sich um das Johanniter-Stift in der Burgstraße und das gegenüber liegenden Johanniter-Zentrum in Heidenau (Sedlitzer Straße 2) mit betreutem Wohnen, einem Seniorentreff, Tagespflege, ambulantem Pflegedienst und Wohnungen für Tagesmütter sowie das Seniorenheim in Heidenau.

Bild: Ortspfarrerin Ramona Uhlemann nach der Andacht
Pfarrerin Ramona Uhlemann

Zu Beginn des Besuchsprogramms lud Pfarrerin Ramona Uhlemann alle Beteiligten zu einer Andacht in die Kapelle des Johanniter-Stifts ein. Sie ist Pfarrerin der örtlichen Kirchgemeinde und Mitglied des Kuratoriums des Stifts und des Seniorenheims.
Gottesdienste seien Schwerpunkte des geistlichen Lebens, so die Pfarrerin. Zudem gebe es Andachten für Demenzkranke und Besuchsdienste.

Nach der Andacht in einer Vorstellungs- und Informationsrunde sprachen Hans-Peter von Kirchbach, Regierender Kommendator  der Sächsischen Genossenschaft des Johanniterordens, und Altkommendator Rudolf von Sandersleben über den geistlichen Doppelauftrag der Johanniter (Tuitio fidei et obsequium pauperum) und über die Geschichte des Ordens, die mit der Gründung eines Spitals in Jerusalem vor 1000 Jahren begann.

Bild: (v.l.n.r.)  Landesbischof, Hans-Peter von Kirchbach, Rudolf von Sandersleben
Dr. Rentzing und Hans-Peter von Kirchbach

In der Mark Brandenburg im Mittelalter Fuß gefasst, wählt der Orden seit dem 14. Jahrhundert unabhängig von Rom ihren Herrenmeister selbst. Seit der Reformation als ein evangelischer Zweig des Ordens, sind Johanniter eng mit dem preußischen Herrscherhaus verbunden und nach Neugründungen im 19. Jahrhundert seit 1860 auch in Sachsen ansässig und Träger von Krankenhäusern.
Die Geschichte war wechselhaft, so brachte die nationalsozialistische Ideologie eine Unvereinbarkeit mit den christlichen Grundwerten des Ordens und eine größer werdende Distanz zum NS-Staat. Nach dem Weltkrieg in Westdeutschland wieder schnell etabliert, konnte die Arbeit im Osten nicht fortgesetzt werden. Erst nach 1990 konnte beispielsweise das städtische Krankenhaus in Heidenau im Rahmen der Privatisierung rückübertragen werden. Die Zukunft lag aber nicht mehr im Krankenhauswesen, sondern in der Neuausrichtung auf Alten- und Tagespflege sowie die Unfallhilfe. Der Pionier und der Motor für den Aufbau der Sächsischen Johanniter-Genossenschaft war Kommendator Siegfried von Lüttichau (1912-1992).

Bild: Wilma Bär
Wilma Bär (r.), Vorstand Landesverband Sachsen

Danach folgten Auf- und Ausbau der Einrichtungen in Sachsen mit mittlerweile vier Altenheimen, sechs Standorten mit Rettungsdiensten und 51 Kindertagesstätten. Die ambulanten Dienste seien weiterhin im Wachsen, so Wilma Bär vom Vorstand des Landesverbandes der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), die auch die inhaltliche Prägung der Einrichtung von Anfang an in Sachsen begleitete. Sie berichtete auch über Integrationserfolge und –erfahrungen von Migrantenkindern in den Kitas.
Die besonderen Herausforderungen der letzten Jahre waren nach Aussage der Johanniter die Hochwasser in Sachsen sowie die Flüchtlingsaufnahme im letzten Jahr, als praktisch über Nacht eine Erstaufnahme in Leipzig organisiert und aufgebaut werden musste. In der anstehenden Integration liege möglicherweise verstärkt eine Aufgabe für die Johanniter, so Hans-Peter von Kirchbach. Landesbischof Dr. Rentzing ging auf das Integrationsversprechen der Politik ein.  Es sei legitim zu fragen, was stattfinde. Er äußerte Bedenken bezüglich der Folgen, wenn die Bemühungen scheitern sollten. Deshalb setze er sich weiterhin für jegliche Initiativen ein, die die Ankommenden helfen und begleiten.

Bild: Besuch bei den Alpakas im grünen Umfeld des Stifts
Besuch bei den ehrenamtlichen Therapeuten

Über das Johanniter-Stift und das Johanniter-Seniorenheim informierten die Einrichtungsleiterin Antje Gietzelt und die Pflegedienstleiterin Margit Morgenstern sowie Oliver Teßmer über Johanniter Seniorenhäuser allgemein. Teßmer berichtet von 8000 Menschen, die bundesweit von 6000 Mitarbeitenden in Senioreneinrichtungen betreut werden.

Eine bekannte Besonderheit für Bewohner mit dementieller Erkrankung ist in Heidenau die tiergestützte Therapie, die teilweise durch den Kontakt mit Alpakas praktiziert wird.
Der anschließende Rundgang führte die Besuchergruppe vorbei am Katastrophenzentrum zur Rettungswache, in der vor einiger Zeit neue Fahrzeuge mit gleicher Ausstattung in Dienst gestellt werden konnten. Dadurch erhöhen sich die Effektivität und die Benutzerfreundlichkeit, sagte Carsten Herde, Vorstand des Regionalverbandes Dresden der JUH.

Bild: Fenster in der Kapelle
Fenster in der Kapelle des Stifts

Hier wie in anderen Bereichen der Arbeit der Johanniter spielt neben den hauptamtlichen Mitarbeitern auch das Engagement der Ehrenamtlichen eine besondere Rolle.

Der abschließende Besuch des Seniorenheims in Heidenau (Friedrich-Engels-Straße 15) diente dem internen Austausch über die Eindrücke des Vormittags. Zuvor wurden die modernen Zimmer und Gemeinschaftseinrichtungen besichtigt sowie das ansprechende Außengelände.

Zum Ende des Besuchs erwiderte Landesbischof Dr. Rentzing sein eigenes Interesse an dem Treffen mit den Johannitern. In der Runde waren sich alle darin einig, den Kontakt fortzusetzen, um den christlichen Auftrag gemeinsam umzusetzen. Darin werde auch die Grundausrichtung des Ordens sichtbar. Der Ausbau des gegenseitigen Austauschs wurde angesprochen, als auch ein Erfahrungsaustausch über Personalentwicklung. So sollen für junge Menschen die Freiwilligendienste stärker hervorgehoben und bekannt gemacht werden sowie berufliche Perspektiven innerhalb von Kirche und Diakonie.(18.08.2016)

Bild: Rundgang im Garten des Seniorenhauses

Johanniter – Landesverband Sachsen

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