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Kreuzgang – Festumzug zum Jubiläum

Vom Holzkreuz an der Elbe zur Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt

Bild: Anlass des Kreuzgangs auf dem Banner am Anfang des Zuges

Nach der eindrucksvollen Festwoche im April 2016, in der die Dresdner Bürger in die Kreuzkirche eingeladen wurden, begab sich der Dreiklang jetzt in das Getümmel des größten deutschen Stadtfestes und inszenierte mit dem „Kreuzgang“ am Sonntag, 21. August, einen historischen Festumzug unter Einbeziehung vieler Akteure.

Bild: Der Lautsprecherwagen erläuterte die nachfolgenden Bildszenen

Das 800-jährige Jubiläum von Kreuzkirche Dresden, Dresdner Kreuzchor und Evangelisches Kreuzgymnasium sorgt in diesem Jahr für zahlreiche liturgische, musikalische und andere soziokulturelle Höhepunkte in der Elbestadt, die entweder auf den jeweiligen Jubilar bezogen sind oder im Dreiklang gemeinsam gefeiert werden.

800 Darsteller sammelten sich am frühen Vormittag zum Festumzug an der Elbe nahe der Carolabrücke, bevor sich der Zug auf den 1,5 Kilometer langen Weg und zur ersten Station zu Fuß, in Kutschen und Oldtimern aufmachte. Die erste Etappe ging am Terrassenufer entlang, um das Italienische Dörfchen zum Theaterplatz, vorbei an der Kathedrale, am Zwinger und am Postplatz zur Wilsdruffer Straße. Der erste Halt war um 12:00 Uhr in Höhe des Anlegers 2 der Sächsischen Dampfschifffahrt, wo symbolisch ein Holzkreuz aus der Elbe geborgen wurde.

Bild: Träger des Kreuzes auf dem Weg in die Innenstadt

Ein größerer Posaunenchor der Sächsischen Posaunenmission auf der Brühlschen Terrasse und Mitglieder des Dresdner Kreuzchores auf einem Schiff begleiteten die Aktion, als das Kreuz an Land getragen wurde. Der Historienverein „Mark Meißen 1200“ griff die mittelalterliche Überlieferung von 1270 auf, als ein Holzkreuz aus Böhmen kommend, in Dresden anlandete und in einer feierlichen Prozession zur damaligen Nikolaikirche getragen wurde. Die stärker werdende Kreuzesverehrung war die Ursache, dass St. Nikolai später Kirche zum Heiligen Kreuz genannt wurde.

Das waren in vorreformatorischer Zeit auch die Anfänge von Chor und Schule. Kreuzschüler und Kruzianer führten den Zug durch Dresdens Innenstadt an.

Bild: Eine Gruppe von Kruzianer auf dem Schiff mit Superintendent Behr

Das erste Bild des Kreuzgangs erläuterte Superintendent Christian Behr und verwies darauf, dass das Kreuz zu allen Zeiten mit der senkrechten Ausrichtung auf Gott verweise und mit der horizontalen die Verbindung unter den Menschen darstelle. Auf dem ersten Wagen stand u.a. Kreuzkirchenpfarrer Holger Milkau, der über einen Lautsprecher den Zuschauern das Anliegen und die nachfolgenden Szenen erläuterte.

Weitere Bilder des Umzugs stellten Szenen der Reformationszeit in Dresden dar. So Dr. Martin Luther als Prediger, Mönche und Priester sowie eine Chorgruppe der Kruzianer u.a. mit dem Luther-Choral: „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“.

Bild: Martin Luther und die Kreuzschüler hinter ihm

Die Renaissancezeit stellten Vater August und Mutter Anna mit ihrem Hofstaat dar. Ergänzend wurde dies durch Höfische Renaissance-Tänze mit dem „Dresdner Hoftanz e.V.“ Nicht nur friedlich ging es damals im Elbtal zu. So wurde mit der Darstellung durch den Pirnaer Verein „Der Retter der Stadt Pirna – Theophilus Jacobäer“ die Zeit des Dreißigjährigen Krieges thematisiert.

Eine weitere wichtige Epoche für Stadt und das Land war die Regentschaft unter Friedrich August I., auch König von Polen genannt. Der Beginn der Blüte von Kunst, Kultur und höfischen Vergnügen wurde u.a. vom Ensemble „Barock in Dresden e.V.“ dargestellt. Auch hier endete der Glanz des „Augusteischen Zeitalters“ mit dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763), dargestellt vom Heimatverein „Maxen“ e.V.

Bild: August der Starke mit Gräfin Cosel

Nach dieser schwarzen Episode wurde die Kreuzkirche wieder eingeweiht. Einen Neubeginn stellt die Biedermeierzeit nach wiederum unruhigen Zeiten dar.
Nicht nur die Stadtkultur, sondern auch das Leben der Landbevölkerung des 18. Jahrhunderts wurde durch den Traditions- und Schützenverein Fischbach e.V. in nachempfundenen Kostümen ins Bild gesetzt.

Eine neue Zeit beginnt: Mathilde, Herzogin von Sachsen und älteste Schwester des letzten Königs von Sachsen August III. mit ihrem Gefolge, erlebte die  Entwicklung des Fahrrades, dargestellt durch die „Fahrrad-Veteranen-Freunde Dresden e.V.“
Die Sächsische Dampfschifffahrt, mittlerweile 180 Jahre alt, gratulierte, aber auch Sarrasani mit Artisten und Clowns auf und um einen originalen Sarrasani-Circus-Wagen.

Bild: Kruzianer auf einem alten Laster mit Bildnis vom Kreuzkantor Mauersberger

Damit im 20. Jahrhundert angekommen, wurden die „Goldenen Zwanziger“ thematisiert. Auf einem geschmückten Oldtimer konnte man die spielenden Dixieland-Zwillinge mit ihren goldenen Saxophonen mit tanzenden Menschen nach Musik der „Zwanziger“ erleben.

Das zeitgeschichtliche Fenster öffnete sich mit Bildern von der Stunde null mit dem symbolischen Durchzug deutscher Soldaten durch Dresden in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Bezogen auf den 13. Februar 1945 war auf einem Wagen aus der Kriegszeit eine Gedenktafel montiert.
Unter dem Motto „Musik verbindet die Welt“ gelang es dem Dresdner Kreuzchor unter der Leitung von Rudolf Mauersberger der Weg zum Weltruhm.

Bild: Bauern aus der Umgebung bringen ihre Erträge auf den Altmarkt

Nach der Zerstörung zeigte die Stadt den Willen zum Wiederaufbau mit Märschen um die neuste Planerfüllung und sozialistische Kampfziele.

Im Kontext von Zerstörung und Wiederaufbau der Stadt war die Sophienkirche in Dresden - einstige evangelische Hofkirche - in den 1960er Jahren abgerissen worden. Die Kirche und die damit verbundene Gedenkstätte Busmannkapelle präsentierten die Mitglieder der Fördergesellschaft Sophienkirche e.V.
Die Situation zur politischen Wende 1989 wurde von Schülern des Evangelischen Kreuzgymnasiums dargestellt. Das „Fest des Glaubens“ der sächsischen Landeskirche im Rahmen des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2011 wurde dargestellt vom Kongress und Kirchentag Sachsen und Mitarbeitern des Diakonissenkrankenhauses.

Bild: Kreuzchor nimmt Aufstellung in der Kreuzandacht

Auf der Wilsdruffer Straße in Höhe Kulturpalast/Galeriestraße wurde der Festumzug getrennt. Alle Teilnehmer, die zu Fuß dabei waren, liefen am Altmarkt/Haus Altmarkt direkt zur Abschluss-Veranstaltung in die Kreuzkirche. Alle Fahrzeuge und Teilnehmer, die nicht an der Ökumenischen Kreuzandacht in der Kreuzkirche teilnahmen, liefen über die Wilsdruffer Straße weiter.
„Modern aus Tradition - offen für die Zukunft“ hieß der Wahlspruch für Kirche, Chor und Schule: „Schule des Lichts, Schule des Kreuzes, wir gehen Herr, wohin du uns führst…“, der durch Schüler des Kreuzgymnasiums und Kruzianer dargestellt wurde.

In der Kreuzkirche wurde im Altarraum das Holzkreuz aufgestellt und die Ökumenische Kreuzandacht beschloss den Kreuzgang.

Bild: Andachtsbesucher in der Dresdner Kreuzkirche

Der Kreuzchor sang die Motette Domine ad adjuvandum me und Deo dicamus gratias von Gottfried August Homilius sowie mit O crux splendidior einen gregorianischen Antiphon am Fest der Kreuzesauffindung. Am Ende sang die ganze Festgemeinde eindrucksvoll das „Nun danket alle Gott“ unter den Orgelklängen des Kreuzorganisten Holger Gehring.

Seit zwei Jahren wurde der Festumzug in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern intensiv vorbereitet. Bei der Entwicklung der Themenbereiche bzw. der Auswahl der Ereignisse hat natürlich die optische Umsetzbarkeit eine Rolle gespielt. Joachim Schlese, Regisseur des Kreuzganges, „Dieser Festumzug sollte kein Spiegelbild der Geschichte sein, sondern eine Inszenierung, die sich mit künstlerischen Freiheiten der Geschichte anzunähern versucht.
Ein informatives Beiheft zum Kreuzgang erläutert in Bild und Text die dargestellten Dresdner Institutionen und Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart.(21.8.2016)

Bild: Dresdner Kreuzchor in der Kreuzkirche singt Motetten zur Kreuzandacht

Rückblick Festwoche im April 2016

 

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