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Aktuelles

Kirche auf dem Tag der Sachsen 2016

Mit Informationen über das Reformationsjubiläum 2017 in Mitteldeutschland

Bild: Blick auf einen Teil der Kirchenmeile mit Bibel- bzw. Reformationsbus

Auf dem Tag der Sachsen in Limbach-Oberfrohna beteiligten sich die christlichen Gemeinden auf dem größten sächsischen Volksfest wieder mit musikalischen Beiträgen, mit Info-Ständen und einem Ökumenischen Gottesdienst an der großen MDR-Bühne. Der Hörfunkgottesdienst live bei MDR KULTUR stand am Sonntag vor dem späteren großen Festumzug, der das größte sächsische Volksfest beschließen sollte.

Bild: Kirchen mit der Stelle, wo das Auto aufschlug

Bei herrlichem Wetter ließen sich wieder Tausende zum Tag der Sachsen einladen, der diesmal an einem Ort stattfand, der über eine lange Epoche am Rande von Chemnitz vom Textilgewerbe bestimmt wurde. Neben dem Esche-Museum mit den Wirkmaschinen zeugt auch das alte Rittergut davon. Deren Besitzer, die Adelsfamilie von Schönberg, beförderten im 18. Jahrhundert die Strickerei in Limbach.

Neben dem Rittergut, in dem sich heute die Stadtverwaltung befindet, grenzt die Limbacher Kirche, um die sich die kirchlichen Angebote gruppierten. Die katholische Gemeinde, der CVJM mit Kletterturm und weitere Stände fanden hier Platz. An der Kirche war ein plakativer Hinweis auf die Einflugschneise des Autos, das ein Fahrer vor sieben Jahren unbeabsichtigt im hohen Bogen in das Dach der Kirche beförderte. Er überlebte wie durch ein Wunder diesen nächtlichen Ausflug.

Bild: Kurrende auf der Kirchenbühne hinter der Kirche

Diese international beachtete Begebenheit gab das Motto ICH FLIEG AUF KIRCHE für die kirchlichen Angebote vor, die sich zwischen dem modernen Gemeindezentrum, der Kirche und den Straßen ringsherum hinzogen. Hinter der Kirche befand sich die Kirchenbühne mit abwechslungsreichem Programm mit Liedermacher Tobias Richter und Thomas RUPS Unger (ehemals De Randfichten) und der Limbacher Kurrende mit Gabi und Amadeus Eidner, die den ‚Kirchenjahr-Express‘ aufführten.

„Der Kirchenjahr-Express – wenn Holzwürmer auf Reisen gehen . . .“ startete mit Volldampf zu einer Rundreise durch das komplette Kirchenjahr. Seit Juni hatte die Limbacher Kurrende unter Leitung des Kantors das Singspiel einstudiert. Das Singspiel soll an allen großen kirchlichen Feiertagen wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten Station machen.

Bild: Kleiner Lutherweg auf dem Kirchplatz vor dem Gemeindehaus

Auf dem Platz zwischen Kirche, altem Pfarrhaus und neuem Gemeindehaus wurde auf die historischen Stätten von Martin Luthers Leben aufmerksam gemacht. Es war eine Art Luthergaren mit „stationären“ Mitwirkungsmöglichkeiten für Kinder und Familien. Die thematische Fortsetzung erfolgte durch das Bibelmobil als firmiertes ‚Reformationsmobil‘ sowie durch weitere Stände, die ebenfalls auf das Reformationsjubiläum mit den vielfältigen Events im nächsten Jahr hinwiesen.

Am Gemeindehaus hatte ein Stand der Religionen eingeladen. Eine Idee, die von Kirchgemeinde und Partnern aus dem Projekt der Flüchtlingshilfe geboren, über 200 geflüchtete Menschen in der Stadt im Blick hat. Neben einem Besuchsdienst gibt es ein Begegnungs-Café im Gemeindehaus, der von einem Dolmetscher aus dem syrischen Aleppo begleitet wird. Die sächsische Landeskirche unterstützt das Projekt „Gemeinsam Los in Limbach-Oberfrohna“, da sich hier die Kirchgemeinde und die diakonische Kirchenbezirkssozialarbeit mit einbringen. Für den Tag der Sachsen hatten alle im Vorfeld gebacken und gekocht, um dann das Essen anzubieten und gemeinsam zu feiern.

Bild: Blick in die Kirche nach vorne und zu den abgehängten Seitenemporen

‚Mensch ärgere dich nicht‘, hieß es ebenfalls am Sonnabend im Zelt des Festes, als das organisierte Massenspiel von über 1000 Teilnehmern als Weltrekord gefeiert wurde. Ansonsten ging es in fast einem Dutzend Themenstraßen mit Handwerk, Polizei, viel anderem Grün u.a. ebenfalls gedrängt zu. Viel Bühnenprogramm trug lautstark zum musikalischen Wohlbefinden bei. Für die Verpflegung sorgten zahlreiche Stände, wobei mittlerweile der Anteil an ungarischen „Langos-Buden“ zunehmend rekordverdächtig wird.

Bild: Info-Stand zum Reformationsjubiläum

Pausen in der Hektik boten die „klingende Kirche“ mit Gesang und Orgelklang sowie anderen meditativen Angeboten. In der Limbacher Kirche waren breit gemalte Banner zu sehen. Sie sollten die Aufmerksamkeit auf das friedliche Miteinander der Kulturen lenken. Die bunt gezeichneten Gesichter und Menschen der ‚Einen Welt‘ begleiteten die Kirchenbesucher bei den musikalischen Beiträgen.

Die Christlichen Pfadfinder sorgten vor der Kirche mit der entsprechenden Ausrüstung dafür, dass Kletterbegeisterte hoch hinaus kamen, indem sie ihnen halfen, eine Baumkrone zu erklimmen. So wie man dafür eine biblische Geschichte um den Zöllner Zachäus als Analogie bemühen könnte, der Jesus sehen wollte, wurde im Sonntagsgottesdienst auf der MDR-Bühne explizit die Geschichte vom Gelähmten vorgelesen, der durch das Dach von vier Begleitern vor Jesu Füßen herabgelassen wurde.

Bild: Evangelische Jugend war mit Smart-Mobil vor Ort
Mobiliät am Stand der Ev. Jugend Sachsen

Auf die Geschichte von der Heilung des Gelähmten, vom Evangelisten Lukas überliefert, ging Prof. Johannes Berthold, Vorsitzender im Vorstand des Sächsischen Gemeinschaftsverbandes, in seiner Predigt ein. Jesus spreche nicht von Menschen, wie er sie sich wünsche, sondern wie er sie sieht. So die Kranken, aber auch jene, deren Seele nach Heilung verlangte. Bei ihm gebe es Hilfe und Orientierung, nicht in den Waffenbergen, Schuldenbergen und Müllbergen dieser Welt. Aber, die Stärke der Kirchen liege nicht in moralischen Apellen, sondern in der Sündenvergebung. Das sei die „schöpferische Liebe Gottes“, so Berthold, wenn Gott zuhöre und heile. Man müsse aber zu ihm treten und zu ihm kommen. Das Dach des biblischen Hauses war kaputt, so wie das Dach der Limbacher Kirche. Das Loch im Dach sei aber nicht der Rede wert, aber das Wunder von Rettung, Heilung und Neuanfang schon.
Die Kollekte des Gottesdienstes soll für die Raummiete und eine gemeinsame Adventsveranstaltung vor Weihnachten für sozial Benachteiligte und für Migranten verwendet werden.(4.9.2016)

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Bild: Pfadfinder auf dem Platz vor dem Kircheneingang

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