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Kurrendetag in Zwickau am 17. September

Mit Herz und Mund über Herzenswünsche zum dankbar hörenden Herz

Bild: Blick in die Stadthalle zu Beginn des Kurrendetages in Zwickau

Mit der größten gemeinsamen Kinderchorprobe von jungen Sängerinnen und Sängern begann in der Zwickauer Stadthalle das Kurrendetreffen von Chorgruppen aus allen 18 sächsischen Kirchenbezirken. Schließlich waren über 2.300 Kinder gekommen, wobei über die Hälfte der Kurrendesänger aus dem Erzgebirge, dem Vogtland, dem Zwickauer Raum und aus Chemnitz kam.

Bild: Sänger auf einer Seite der Stadthalle

Aber auch aus der Oberlausitz waren über 200 Sänger zunächst zur Probe angereist, bevor für sie wie für die anderen das bunte Begleitprogramm begann.

Unter dem Motto „Mit Herz und Mund“ erklangen zahlreiche christliche Kinder- und Jugendlieder zum größten Kinderchortreffen einer Landeskirche in der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das Repertoire war vielfältig zwischen Klassik, Moderne und speziellen Kompositionen, wobei das gerade erst kürzlich erschienene  Kinderchorbuch "Mein Herz ist bereit" im Mittelpunkt der Gesangslektüre stand. Verantwortet wurde das Projekt durch das Kirchenchorwerk der sächsischen Landeskirche.

Bild: Stand 'Wutzler Verlag' mit interessierten Sängern

Mittags luden vier ansprechende Themenbereiche unter dem Motto „Minnegesang bis Klingelton“ die jungen Sänger und interessierte Besucher ein. Die Zeitreise mit Musik, Tanz und Spiel begann im Mittelalter und führte dann über die Barockzeit, die Romantik bis zur Moderne. So waren die Lutherwelt und alte Tänze zu erleben, Barockkostüme, eine Klangstraße und Salonmusik. Ob Tanz und Spiel, das Mitmachen war gewünscht, und dann auch von den Teilnehmenden nachgefragt wie bei den E-Instrumenten und bei selbstgemachten Klingeltönen der Moderne.

Daneben zeigten Instrumentenbauer ihre Fähigkeiten und Musikverlage präsentierten ihre neuen Angebote, wie der ‚Wutzler Verlag‘ mit Noten und Musik für Kinderchor, Gospelchor, gemischte Chöre und Instrumentalisten.

Bild: Programmausschnitt von den Fliegenden Sachsen aus Zwickau in der Halle

Ebenfalls mittags lief parallel ein Bühnenprogramm in der Stadthalle an. Es waren die Fliegenden Sachsen aus Zwickau mit Akrobatik und Lichtshow sowie das Mondstaubtheater mit dem Stück "Spielen hilft" zu erleben.

Bild: Uli Moritz aus Berlin brachte die Kinder in Bewegung
Uli Moritz brachte die Kinder in Bewegung

Akustisch machte Bodypercussion mit Uli Moritz aus Berlin auf sich aufmerksam, wobei er das junge Publikum zum Mitmachen animierte.  
Das breite Programm innerhalb und außerhalb der Stadthalle sollte als Dankeschön an alle Sängerinnen und Sänger sowie der musikalischen Leiter verstanden werden.

Jedes der über 7.600 Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren in den 570 Kurrenden sollte einmal an einem Gesamttreffen dabei sein können. Landeskurrendetage fanden zuletzt 2003 und 2009 in Dresden statt. In altersgemäß aufgeteilten Gruppen proben sie wöchentlich in kirchlichen Räumen. Sie treten in Gottesdiensten und zu Kinderchormusiken auf. Höhepunkte im Kurrendeleben sind unter anderem Singwochen.

Bild: Präsident Dr. Kimme (r.) im Gespräch
Präsident Dr. Kimme (r.) im Gespräch

In den Ferien treffen sich die Kinder und Jugendlichen, um gemeinsam musikalische Programme zu erarbeiten und zur Aufführung zu bringen. Auf ephoraler Ebene kommen in regelmäßigen Abständen jeweils 200 bis 300 Kinder zu Kurrendetreffen zusammen.

In einer Gruß- und Dankesrunde am Rande des bunten Geschehens, zu der Präsident Dr. Johannes Kimme, Landeskirchenamt, und der Landesobmann des Sächsischen Kirchenchorwerks, Ekkehard Hübler einluden. Der Zwickauer Dompfarrer Frank Bliesener stellte die Ehrengäste vor, darunter u.a. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Synodalpräsident Otto Guse, Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger und die Organisatoren des Kurrendetreffens 2016.

Präsident Dr. Kimme erinnerte an seine Kurrendezeit in Leipzig, als er als Kind zu den ersten jungen Sängern gehörte, die ein zugezogener Kantor in die neugegründete Kurrende an der Peterskirche zusammenführte.

Bild: Kurrendesänger im Instrumentenkontakt

Hier sei er sozialisiert worden und er habe viel gelernt für die spätere Mitwirkung in anderen Chören. „Wenn wir das Kirchenchorwerk nicht hätten, wie arm wären wir dran“, würdigte er die sächsische Kirchenmusikarbeit. Dies erneute Kurrendetreffen sei eine „großartige Sache“ und er freue sich darüber, so der Präsident.

Bild: Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (l.) beim Empfang
Baubürgermeisterin Köhler (l.) und Landesobmann Ekkehard Hübler (r.) beim Empfang

Die Zwickauer Baubürgermeisterin Kathrin Köhler dankte auch im Namen von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß für die Ausrichtung des Festes in Zwickau. Es sei im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen mit Showgrößen eine „besondere Atmosphäre und Empfinden mit den jungen Musikern“. „Die Kurrendearbeit ist für das Gemeinschaftsgefühl prägend“, so Köhler.
Der Präsident des Sächsischen Musikrates, Dr. Christoph Krummacher, hob die besondere Leistung des kirchlichen Elementarunterrichts für die Gesellschaft hervor. Die Kinderchorarbeit als auch dieses Treffen seien wertvolle Beiträge für die Kirchenmusik. Sein eigentliches Herz als Kirchenmusiker schlage angesichts dieses Engagements höher.

Bild: Kurrendesinggruppe auf der Bühne

Auch für Landesobmann Ekkehard Hübler sei das ein „tolles Ereignis, was das Herz aufschließt. Singen und Loben habe etwas mit dem Herzen tun, denn es erquicke es. Das passiere nicht alle Tage, aber die Kurrenden würden eine kontinuierliche Arbeit in ihren Gemeinden in Gottesdiensten und unterschiedlichen Anlässen leisten. Hübler würdigte ebenfalls diese Arbeit als einen „wichtigen Baustein für Kirche und Gesellschaft“. Durch das Singen werde der Glaube gestärkt, sagte er. Er dankte der Leitung und den Mitarbeitern der Stadthalle für ihren Einsatz und den vielen haupt- und ehrenamtlichen Helfern für die Vorbereitung und Durchführung des Kurrendetages.

Bild: Landesbischof Dr. Carsten Rentzing im Gespräch
Landesbischof Dr. Rentzing auf der Bühne

Um 15:30 Uhr begann der musikalische Abschlussgottesdienst mit 3.000 Teilnehmenden und Besuchern in der vollbesetzten Stadthalle. Nun standen die vielen Sängerinnen und Sänger im Mittelpunkt und die kluge Sophie führte durch das Programm. Es ging um individuelle Herzenswünsche, wie sie in ein gemeinsames Anliegen überführt werden können. In der Verkündigung stand der weise König Salomo im Mittelpunkt, der sich schließlich dem göttlichen Willen und der Wegweisung Gottes unterwarf.

Das hörende Herz führte durch die Vielfalt des gesungenen Glaubens der Gesangseinlagen der Kurrenden. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing wurde im Rahmen des Gottesdienstes interviewt und nach seinem Kindheitstraum gefragt: Dies sei sicherlich nicht das Bischofsamt gewesen, sondern der Beruf eines Pilots, der in den Lüften unterwegs ist. Jetzt sei er aber durchaus zufrieden, wie es gekommen war.

Bild: Emotion beim Gottesdienst

Der Gottesdienst und das Begleitprogramm zuvor war unter maßgeblicher Unterstützung von 100 ehrenamtlichen Helfern begleitet und durchgeführt worden. Im Gottesdienst wirkten spielerisch Studierende der Evangelischen Hochschule Moritzburg mit. Den Ansingchor auf der Bühne übernahmen Zwickauer Kurrendekinder unter Leitung von Kantor Matthias Grummet, begleitet von der Kurrendetags-Band.

Überregionale kirchenmusikalische Veranstaltungen organisiert und führt das Kirchenchorwerk der Landeskirche in Absprache mit weiteren kirchenmusikalischen Fachberatern sowie dem Landeskirchenmusikdirektor durch. Mit 1.651 Kirchenchören und Kantoreien, Jugend- und Gospelchören, Kinderchören und Instrumentalkreisen ist das Kirchenchorwerk bei 26.572 Mitgliedern der mit Abstand größte Laienmusikverband in Sachsen. Gerade mit der frühkindlichen und den musikerzieherischen Maßnahmen in Kinderchören und in Instrumentalkreisen stellt diese Arbeit ein flächendeckendes, offenes und kostenloses Angebot dar.
Damit fördert die Kinderchorarbeit den persönlichen und gemeinschaftlichen Zugang zur Musik und dient der Herzensbildung.(17.9.2016)

Kirchenchorwerk

Bild: Blick in die Gottesdienstgemeinde am Schluss in der Stadthalle

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