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Aktuelles

FriedensDekade vom 6.-16. November 2016

„KRIEGSSPUREN: Das Schweigen durchbrechen auf dem Weg zum Frieden“

Bild: Blick auf die Trinitatiskirchruine in Dresden-Johannstadt

In vielen sächsischen Gemeinden wird der Beginn der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade unter dem Motto KRIEGSSPUREN am 6. November mit Bittgottesdiensten für den Frieden und Andachten begangen, so beispielsweise in der Apostelkirche in Dresden-Trachau und in der St. Michaelskirche in Dresden-Bühlau um 9:30 Uhr. In Bühlau werden jüdische Migranten über ihre Fluchtgründe sprechen. In dem Zusammenhang wird die Ausstellung „Warum wir nach Dresden gekommen sind“ eröffnet.

Bild: Altes Turmkreuz der Dresdner Frauenkirche. Im Innenraum mahnt sie an die Zerstörung der Kirche
Altes Kuppelkreuz der im Krieg zerstörten Frauenkirche Dresden

Auch die Dresdner Frauenkirche bringt sich in die 37. Ökumenische FriedensDekade ein. In diesem Jahr sind die Predigten der Hauptgottesdienste am 6., 13. und 16. November speziell auf das Kriegsspuren-Thema ausgerichtet. Am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr, 13. November, ist Jan Janssen, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, zu Gast. In seiner Predigt wird er auf Briefe Bezug nehmen, die während des Zweiten Weltkrieges verfasst wurden und die tiefe Spuren des Krieges offenbaren. Die Gemeinde wird Auszüge der Briefe hören.

In Chemnitz findet am 6. November ein Eröffnungsgottesdienst um 11:00 Uhr in der St. Jakobikirche statt. „Mehr als vielleicht auf den ersten Blick vermutet, sind Spuren von Kriegen in der Vergangenheit und in der Gegenwart in unserem Chemnitzer Alltag vorhanden“, sagt die Stadtmissionspfarrerin Anne Straßberger. Sie wird in dem diakonischen Gottesdienst predigen. Diesem Auftakt folgen in den darauf folgenden zehn Tagen werktags jeweils um 12:00 Uhr Friedensgebete in der Stadtkirche St. Jakobi.

Bild: Nagelkreuzzentrum Kirche Maria am Wasser in Dresden (Foto: KG web)
Nagelkreuz als Zeichen der Versöhnung

In Leipzig gibt es um 18:00 Uhr in der Michaeliskirche am Nordplatz ein großes Konzert der Friedenskantorei mit Miserere von A. Pärt und der Messe f-Moll von A. Bruckner zusammen mit Solisten und Orchester sowie Stefan Kießling an der Orgel unter Leitung von  Veit-Stephan Budig.
Am Montag beginnen in der Paul-Gerhardt-Kirche in Leipzig-Connewitz die Friedensandachten um 18:00 Uhr.

Auch in zahlreichen anderen Kirchengemeinden gehören tägliche Andachten zum festen Bestandteil der Ökumenischen FriedensDekade. So lädt die St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz werktags jeweils um 12:00 Uhr zur Mittagsandacht ein und in Riesa bietet die Klosterkirche ebenfalls werktags um 18:00 Uhr ein Friedensgebet an. In anderen Gemeinden beginnen die Friedensgebete häufig auch um 19:00 Uhr. Nach zehn Tagen endet die Zeit dieser Friedensgebete am Buß- und Bettag, Mittwoch, 16. November.

Bild: Stolpersteine in Erinnerung an verschleppte jüdische Bürger (Foto: Torsten Merkel)
Stolpersteine in Erinnerung an jüdische Bürger

Die ersten Tage der FriedensDekade stehen wieder unter dem Eindruck des Gedenkens an die Reichspogromnacht vor 78 Jahren am 9. November. Dem Friedengebet in Chemnitz an diesem Tag um 18:00 Uhr in der katholischen Propstei St.-Johannes-Nepomuk folgt der Gedenkweg zur Stele am Stephanplatz. Am Abend um 19:30 Uhr lädt das Evangelische Forum in ‚DAS tietz‘ zu einer Lesung mit Dr. Ilka Scheidgen ein, die über die Biografie der deutsch-jüdischen Dichterin Hilde Domin (1909-2006) handelt.

In Leipzig findet traditionell an diesem Tag um 19:00 Uhr in der Thomaskirche ein Gottesdienst zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 mit dem Leipziger Synagogalchor statt.

Weitere Friedensgebete sowie besondere Themenabende wie eine Filmvorführung in Großnaundorf bei Pulsnitz am 10. November im Pfarrhaus über einen Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra oder ein Vortrags- und Diskussionsabend am 11. November in der Chemnitzer St.-Pauli-Kreuz-Kirchgemeinde mit Brigadegeneral a.D. Armin Staigis, jeweils um 19:30 Uhr, greifen die Inhalte und Anliegen der Ökumenischen FriedensDekade auf.

Bild: Plakat zur FriedensDekade 2016 unter dem Motto KRIEGSSPUREN

Sie fordert unter dem Motto „Kriegsspuren“ dazu auf, sich in den zehn Tagen bis zum 16. November intensiv auf die Suche nach Spuren zu machen, die den Menschen den Weg des Friedens eröffnet. Das Motto erinnert dabei an das Wort des Propheten Jesaja „Den Weg des Friedens kennen sie nicht, auf ihren Spuren gibt es kein Recht. Sie gehen krumme Pfade. Keiner, der ihnen folgt, lernt den Frieden kennen.“

Spuren des Krieges sind an vielen Orten zu finden. Es sind die Spuren der vergangenen Kriege, die in Deutschland nach wie vor zu sehen sind wie Ehrenmale oder Ruinen. Es sind die Erinnerungen der Menschen, die die damalige Zeit erlebt haben. Im Bogen zu heute sollen auch die schwelenden Konflikte der Gegenwart und deren Ursachen aufgriffen werden.

Bild: Zeichen Schwerter zu Pflugscharen

Als Abschluss der FriedensDekade feiern viele Gemeinden besondere Bittgottesdienste am Buß- und Bettag, der nur noch in Sachsen ein staatlich geschützter arbeitsfreier Feiertag ist. So kann zur normalen Gottesdienstzeit in die Kirchen eingeladen werden. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing wird um 9:30 Uhr in der Dresdner Kreuzkirche predigen. Geboren wurde die Idee zur FriedensDekade in den Niederlanden. Während des Kalten Krieges in den 1980er Jahren wurde die Idee der Friedenstage deutschlandweit bekannter – besonders in Ostdeutschland. „Schwerter zu Pflugscharen“ war hier das wohl bekannteste Projekt in jener Zeit. Die FriedensDekade hat wesentlich zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses beigetragen.(3.11.2016)

Ökumenische FriedensDekade

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