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Aktuelles

Herbsttagung vom 11.-14. November 2016

Die Landessynode unterbrach ihre Sitzungen bis zur Frühjahrstagung

Bild: Blick zu den Synodalen im Plenum

Die viertägigen Beratungen der 27. Landessynode in diesem Herbst sind am 14. November in der Dresdner Dreikönigskirche beendet worden. Am Montag verabschiedete die Landessynode die Haushaltplanung für 2017 in zweiter Lesung. Der in Einnahmen und Ausgaben ausgeglichene Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 225,2 Millionen Euro. Das Volumen des Haushaltes 2017 steigt gegenüber dem Haushalt 2016 um 7,3 Prozent. Das Netto-Kirchensteueraufkommen 2017 wird voraussichtlich bei ca. 103.5 Millionen Euro liegen. Das sind ca. 6 Prozent mehr als im Plan 2016 und 8,3 Prozent mehr als das Ist-Aufkommen im Jahre 2015.

Eingebunden in diesen Haushalt sind aber auch besondere Ausgaben von 10 Millionen Euro. Den weitaus größten Anteil mit insgesamt 9,5 Millionen Euro nehmen die Planungen eines sogenannten Kernarchivs ein. Davon sind 2,4 Millionen Euro über eine Darlehensaufnahme, 2,9 Millionen Euro durch eine Entnahme aus Haushaltrücklagen, 500.000 Euro und 1,1 Millionen Euro aus sonstigen Rücklagen zu finanzieren.

Bild: Präsident und seine Stellvertreterinnen
Synodalpräsident Otto Guse schließt die Tagung

Traditionell erfolgt auf der Herbsttagung die Rechnungslegung für das vergangene Jahr. Das Rechnungsergebnis 2015 wurde am 15. November richtig gesprochen. Die Landessynode hatte vor zwei Jahren auf ihrer Herbsttagung im November 2014 beschlossen, projektbezogene Arbeit in den Kirchgemeinden und Kirchenbezirken für eine Willkommenskultur für Flüchtlinge mit dem im Haushalt bereit gestellten Geld zu unterstützen. Diese Mittel kamen einer umfangreichen Projektarbeit zugute, die auf dieser Synode wieder als Dokumentation vorlag. Im neuen Haushalt stehen 500.000 Euro für diese Arbeit zur Verfügung.

Der Bericht des Landesbischofs ist ein fester Bestandteil der Herbsttagung der Landessynode, den er am Sonnabend gehalten hat. Neben Bezügen zum bevorstehenden Reformationsjubiläum ging er in besonderer Weise auf die Christologie ein und das, was für die heutige Kirche das Vertrauen auf die reale Präsenz Christi bedeuten könne. „Es ist ein wunderbares Zeugnis vor der Welt, dass Gläubige und Kirchgemeinden in unserem Land an der Spitze derer standen und stehen, die Hilfesuchenden beistehen“, würdigte Dr. Rentzing das Engagement. Ein Kreuz, was die Kirche zu tragen habe, sei aber auch das ‚Kleinerwerden‘ der Kirche und die Auswirkungen, die die Entwicklung auf die Strukturen und die Arbeit haben werden. Dies sei aber kein Grund für Pessimismus, denn ihm würden überall in der Landeskirche auch neuer Aufbruch und Stärkung im Glauben begegnen.

Bild: Blick ins Plenum

In der Frage der Segnung von Paaren in eingetragener Lebenspartnerschaft begründete er die Lösung, die in dem Beschluss der Kirchenleitung für die Landeskirche gefunden wurde. Er warb dafür, die am Ende des Gesprächsprozesses beschlossene Gewährung von Schutz und Raum für das Gewissen auch weiterhin zu ermöglichen und neu mit Leben zu füllen. Er mahnte die Christen zu geschwisterlicher Liebe, in deren Debatten im Gegenüber der Bruder und die Schwester im Glauben gesehen werden müsse.

Bild: Landesbischof Dr. Carsten Rentzing
Landesbischof Dr. Carsten Rentzing

Der unmittelbar bevorstehenden Einführung der revidierten Fassung der Lutherbibel in den Kirchgemeinden, bedurftes es eines Kirchengesetzes. Landesbischof i.R. Prof. Dr. Christoph Kähler berichtete vor der Beratung und Beschlussfassung über den Ursprung der neuerlichen Revision, die bereits 2006 mit einem Prüfauftrag ihren Anfang nahm und dann 2008 vom Rat der EKD beschlossen wurde. Es sei in der Revision um die Treue zum Ausgangstext, die Korrektheit der Übersetzung und ausdrücklich nicht um modernes Deutsch gegangen, erklärte er.
Die Landessynode beschloss mit einer geänderten Übergangsfrist bis 2. Dezember 2018 die Einführung der revidierten Fassung für den 1. Advent 2016.

Am Sonntag wurde der Antrag des Bildungs- und Erziehungsausschuss beraten und beschlossen, im Zusammenhang mit der Struktur- und Stellenplanung 2019, den Kirchenbezirken die notwendigen zusätzlichen Stellenanteile für die Errichtung der Arbeitsstellen, Kinder-Jugend-Bildung mit einer Erhöhung der Personalkostenzuweisung in den gemeindepädagogischen und kirchenmusikalischen Bereichen und jeweiligen Arbeitsstellen vorerst mit der Befristung bis 2025 auszustatten.

Bild: Pfarrerinnen beim Gottesdienst

Die Landessynode schloss sich einer Erklärung des Theologischen Ausschusses an, anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Frauenordination in Sachsen die Dienstgemeinschaft von Männern und Frauen zu würdigen und die Weiterentwicklung des Berufsbildes von Pfarrerinnen und Pfarrern voranzutreiben. Der Sonntagnachmittag und –abend war mit Gottesdienst und einem Empfang dem Thema der Frauenordination gewidmet.

Wie zum Auftakt der Herbsttagung war auch der letzte Tag der Beratungen am heutigen Montag von intensiver Arbeit in den Ausschüssen bestimmt. In der anschließenden gemeinsamen Sitzung im Plenum wurden weitere Anträge aus den Ausschüssen beraten. Beschlossen wurde eine Erklärung zur Praxis des Abendmahls mit Kindern in der sächsischen Landeskirche. Darin dankt sie allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die an der Erarbeitung der Handreichung für die Gemeindepraxis zum Abendmahl mit Kindern und an der Erstellung des Praxismaterials beteiligt waren.

Bild Blick auf das Plenum der Synode

Weitere Anträge und die anschließenden Beschlüsse hatten zum Inhalt,  Überlegungen zur Ausgestaltung größerer Struktureinheiten und einer missionarischen Schwerpunktsetzung parallel zur Struktur- und Stellenplanung vorzunehmen. Des Weiteren wird die Kirchenleitung gebeten, dafür zu sorgen, dass die Kirchenbezirke bei der Stellenplanung in begrenztem Umfang kirchenmusikalische Stellenanteile in gemeindepädagogische Anteile und umgekehrt umwandeln dürfen. Das Landeskirchenamt solle prüfen, ob innovative missionarische Initiativen unterstützt und dafür personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können. Auch die Kirchenleitung solle innerhalb der künftigen Struktur- und Stellenplanung der missionarischen Arbeit besondere Beachtung schenken.

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