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Aktuelles

‚Evangelische Partnerhilfe‘ legt Jahresbilanz vor

Weiterhin Hilfe und Solidarität für kirchliche Mitarbeiter in Mittel- und Osteuropa

Bild: Die siebenköpfige Pfarrfamilie aus Lettland kam zum Kur- und Erholungsurlaub nach Sachsen (Foto: Superintendent i.R. Wolfgang Müller)
Die siebenköpfige Pfarrfamilie aus Lettland kam im letzten Jahr zum Kur- und Erholungsurlaub nach Sachsen

In Sachsen unterstützen viele kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Kollegen in den protestantischen Minderheitskirchen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa mit einer regelmäßigen Geldspende. Diese wird über die bundesweite ‚Evangelische Partnerhilfe‘ meist durch einen Dauerauftrag über die Bank oder über die Gehaltsabrechnungsstelle mit einem monatlichen Festbetrag eingesammelt und an die Partnerkirchen übergeben.

Bild: Info-Flyer der Partnerhilfe

Seit 1993 konnten so durch die Partnerhilfe deutschlandweit über 70 Millionen Euro zur Deckung der Lebenshaltungskosten von kirchlichen Mitarbeitenden in anderen Ländern weitergegeben werden. Aus Bulgarien dankte beispielsweise ein Mitarbeiterpaar: „Das Geld hilft unser Leben ein wenig zu verbessern.“ Offiziell beträgt das Durchschnittseinkommen in Bulgarien weniger als 300 Euro monatlich. Die Preise sind aber häufig so hoch wie in Deutschland.

Viele sächsische Mitarbeiter in Kirche und Diakonie sowie Ruheständler erinnern sich noch heute an die Hilfe, die sie zu DDR-Zeiten aus den westdeutschen Partnergemeinden und -kirchen erhielten. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, dass die Spendenbereitschaft gerade hier groß ist. So kam im letzten Jahr mit 281.159 Euro in der sächsischen Landeskirche das zweitbeste Ergebnis unter den Gliedkirchen der EKD zustande. Bundesweit gingen 2016 bei der Evangelischen Partnerhilfe 1.662.466 Euro ein. Das ist nur knapp weniger als das Jahresergebnis 2015.
 

Bild: Festgottesdienst mit mehreren Pfarrerinnen und Pfarrerin in Tschechien (Foto: Ev. Partnerhilfe)
Festgottesdienst in Tschechien

Jedes Jahr treffen sich Mitglieder der Evangelischen Partnerhilfe mit Kollegen aus den Partnerkirchen in einem anderen Land. Im letzten Herbst fand die Mitgliederversammlung im estnischen Tallin bei der Ev.-Luth. Kirche Estlands statt. Über diese Kontakte geschieht auch ein Austausch zu aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Ländern. Im letzten Dankesbrief der Partnerhilfe an ihre Unterstützer wurde darauf verwiesen, dass sich die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in den Ländern Mittel- und Osteuropas nur langsam oder gar nicht verbessert hätten. Dort gebe es derzeit Regionen, in denen die gesundheitliche oder soziale Versorgung kaum mehr funktionierten. Davon seien auch die Mitarbeitenden unter den 45 Empfängerkirchen betroffen. Besonders schwer haben es Familien mit vielen Kindern, Pfarrwitwen und Ruheständler ohne ausreichende Altersversorgung.

Solidarkasse des sächsischen Pfarrvereins

Bild: OKR Friedemann Oehme, Landeskirche; Dagmar Christmann, Geschäftsführerin Ev. Partnerhilfe; Sup. i.R. Wolfgang Müller, Geschäftsführer Solidarkasse.
(v.l.n.r.) OKR Friedemann Oehme, Landeskirche; Dagmar Christmann, Geschäftsführerin Ev. Partnerhilfe; Sup. i.R. Wolfgang Müller, Geschäftsführer Solidarkasse.

Eine weitere Initiative zur Unterstützung von Pfarrerinnen und Pfarrern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der evangelischen Minderheitskirchen in Ländern Mittel- und Osteuropas ist die Solidarkasse des sächsischen Pfarrvereins. Diese Wohlfahrtseinrichtung legt ihren Schwerpunkt auf die ökumenische Begegnung insbesondere von Pfarrerinnen und Pfarrern, organisiert und finanziert Kur- und Erholungsurlaube von Pfarrfamilien und gibt Hilfen in Notlagen. Die Gäste kommen aus elf Kirchen dieser Länder. Für die Solidarkasse spendeten Pfarrerinnen und Pfarrer im letzten Jahr über 100.000 Euro.

Neben unmittelbaren Hilfen in den Heimatländern lädt die Solidarkasse jährlich zur Teilnahme an einem Kuraufenthalt im Kurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz ein. Sie organisiert Urlaubsaufenthalte für acht Familien im kirchlichen Feriendorf Lubmin am Greifswalder Bodden, für sechs Familien im Erzgebirge und für zwei Familien im Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz.

Weitere Projekte und Initiativen unterstützen die kirchlich-diakonische Arbeit

Kurgäste im letzten Jahr auf Stadtbesuch in Dresden (Foto: Teilnehmer)
Kurgäste der ökumenischen Begegnung machten einen Stadtausflug nach Dresden (l.) Wolfgang Müller

Weitere kirchliche Hilfen für Menschen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa gehen über den engeren Kreis von kirchlichen Mitarbeitern hinaus. So engagiert sich das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS) zum Beispiel für gemeindliche und soziale Projekte der Ev.-Luth. Propstei Kaliningrad und generell für die Diasporakirchen in Mittel- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Lateinamerika. Zudem werden zwischengemeindliche Kontakte begleitet. Aufgrund zahlreicher Dankopfer zum Erntedankfest 2016 zur Unterstützung evangelischer Gemeinden in Syrien erhöhte sich das Spendenergebnis beim GAWiS im letzten Jahr um rund 25.000 Euro auf insgesamt 248.000 Euro gegenüber 2015.

Die evangelische Aktion „Hoffnung für Osteuropa“ in Sachsen hat im vergangenen Jahr ein Bildungsprojekt in Rumänien unterstützt. Mit den Spenden wird die Bildungsarbeit des Begegnungshauses „Kerekudvar“ in Cristuru Secuiesc ausgebaut. In diesem Jahr soll die Bildungsarbeit der Volkskirche der Roma in Rumänien mit dem Projekt „Hausaufgabenhilfe für Roma-Kinder“ unterstützt sowie ein Projekt der humanitären Hilfe in Weißrussland des ostsächsischen Vereins GUMPO gefördert werden.(27.1.2017)

Evangelische Partnerhilfe

Solidarkasse des Sächsischen Pfarrervereins

Gustav-Adolf-Werk in Sachsen e.V.

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